Lebensdaten
1860 bis 1951
Geburtsort
Mannheim
Sterbeort
Berkeley (Californien, USA)
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 118544241 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hachenburg, Max

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Zitierweise

Hachenburg, Max, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118544241.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Fam. seit Mitte 17. Jh. in M. ansässig;
    V Heinrich (1807–78), Handelssensal in M., S d. Kaufm. Joseph in M. u. d. Hannchen Maas;
    M Johanna (1819–98), T d. Rabbiners Elias Präger in Altdorf/Baden;
    Mannheim 1889 Luise ( 1933), T d. Jacob Simons (1836–1912), Bankier in M., u. d. Wilhelmine Oppenheim;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    H. studierte in Heidelberg, Leipzig, Straßburg, wurde 1885 Rechtsanwalt in Mannheim, lehnte wiederholt den Ruf auf einen ordentlichen Lehrstuhl ab, auch den zur Anwaltschaft beim Reichsgericht, flüchtete 1939 nach England und ging 1946 in die USA. Viele Jahre war er Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentags, auch des Deutschen Anwaltvereins, zuletzt dessen Vizepräsident. Er war ein hervorragender Anwalt, als Berater und im Prozeß, in erster Linie in Wirtschaftssachen; 1918/19 war er Vertreter des Großherzogs von Baden bei der Auseinandersetzung mit dem Freistaat Baden. Er war auch stets in großem Umfang wissenschaftlich tätig, literarisch und lehrend an der Universität Heidelberg und an der Wirtschaftshochschule Mannheim. Seine ersten Publikationen galten dem Badischen Landrecht (1887, 21896 mit K. A. Heinsheimer) und Spezialfragen des bürgerlichen Rechts und Zivilprozesses (Das Recht der Gewährleistung beim Tierhandel, 1886; Die notwendige Streitgenossenschaft im Zivilprozeß, 1887). Es folgten bedeutende Arbeiten zur Vorbereitung der Rechtsvereinheitlichung durch das Bürgerliche Gesetzbuch. Sein Hauptwerk war der große Kommentar zum Handelsgesetzbuch (3 Bände, 1897–1905, mit A. Düringer, „Düringer-Hachenburg“; 21908-17 mit Düringer, Breit, Geiler, Hoeniger, 4 Bände; 31932-35 mit Bing, Breit, Flechtheim, Geiler, Hoeniger, Lehmann, Werner, 9 Bände), eine Kommentierung von bis dahin ungewohntem Umfang mit vorher kaum geübtem Ausgreifen in Rechtstatsachenmitteilung und -wertung aus der Erfahrung des Anwalts und Richters (Düringer) und praktisch-rechtspolitischer Überlegung (zum Beispiel III 1 Einleitung „Die AG im Leben der Wirtschaft“). Nach dem Tode Staubs bearbeitete H. in gleicher Art neu dessen Kommentar zum GmbH-Gesetz (21906, 51926/27, 2 Bände, mit Bing und Walter Schmidt, 61956/59, 2 Bände, mit W. Schmidt, W. Schilling, Goerdeler, Klug). Sein „Lapidarstil“ war berühmt. H. war viele Jahre Mitherausgeber der „Juristischen Wochenschrift“ und der „Deutschen Juristenzeitung“, dabei unter anderem wesentlich beteiligt an der Entwicklung der im heutigen Rechtsleben so bedeutsamen Form kritischer Urteilsbesprechung in Anmerkungen. Er war das Muster eines modernen Typs des Wirtschaftsanwalts, der mit bedeutender Praxis umfangreiche wissenschaftliche Arbeit und auch rechtspolitische Aktivität vereint und jede Tätigkeit für die anderen fruchtbar macht.|

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. pol. h. c. (Heidelberg), Dr. h. c. (Wirtsch.hochschule Mannheim); Mitgl. d. vorläufigen Reichswirtsch.rats.

  • Werke

    Weitere W u. a. Das franz.-bad. Recht u. d. Entwurf e. Dt. BGB, 1889;
    Gutachten f. d. Dt. Juristentag üb. d. Zubehör im Ersten Entwurf z. BGB, 1889;
    Btrr. z. Hypotheken- u. Grundschuldrecht d. Entwurfs e. BGB f.d. Dt. Reich, 1895;
    Vorträge üb. d. BGB, gehalten 1896/97, 1398, 21900;
    Dienstvertrag u. Werkvertrag im BGB, 1898;
    Gutachten üb. d. Vereinheitlichung d. GmbH-Rechts in Dtld., Oesterreich, Ungarn, 1914;
    Vermögensteuer u. GmbH, in: Jur. Wschr. 1917, 12, S. 75;
    Über d. schweizer. GmbH u. d. dt. Rechtsprechung, in: Zs. f. schweizer. Recht NF 55, H. 4, 1936;
    Autobiogr. in: Die Rechtswiss. d. Gegenwart in Selbstdarst., 1925;
    Lebenserinnerungen e. Rechtsanwalts, 1 u. 21927 (P);
    Adelbert Düriger (Lb.). 1931;
    Probleme d. Rückerstattung, 1950. - Zahlr. Aufsätze, auch in Festschrr. (u. a. f.
    Gg. Cohn 1915, f. Gustav Radbruch 1948), der letzte üb. d. Washingtoner Abkommen v. 1946 üb. d. Beschlagnahme d. dt. Vermögens in d. Schweiz, in: Jur. Ztg., 1951, S. 1 ff.

  • Literatur

    K. Geiler, in: Süddt. Juristenztg. 5, 1950. Sp. 705 f.;
    W. Lewald, in: Neue Jur. Wschr. 3, 1950, S. 721 f.;
    ders., ebd. 5, 1952, S. 41;
    E. Wolff, in: Juristenztg. 7, 1952, S. 57 f.;
    H. Dittenberger, in: Anwaltsbl. d. Dt. Anwaltsver. 2, 1952, S. 2;
    Rhdb. (P).

  • Portraits

    Ölbild v. Schifferdecker, 1918 (im Bes. d. S Dr. Hans Hachenburg, Heidelberg), Abb. im Kat. d. Monumenta Judaica, 1962.

  • Autor/in

    Konrad Duden
  • Empfohlene Zitierweise

    Duden, Konrad, "Hachenburg, Max" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 405 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118544241.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA