Lebensdaten
1661 bis 1743
Geburtsort
Worb bei Bern
Sterbeort
Worb bei Bern
Beruf/Funktion
Begründer von Neu-Bern
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118541382 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Graffenried, Christof von
  • Grafenried, Christof von
  • Graffenried, Christof von
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Zitierweise

Grafenried, Christof von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118541382.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Anton (1639–1730), Inhaber d. Herrschaft Worb, Schultheiß zu Murten, Landvogt zu Yverdon, Genealoge, Mitarbeiter Bucelins, korr. Mitgl. d. Royal Society, London, S d. Christoph (1604–87), Großrat in Bern, Landvogt zu Nidau, Offizier, u. d. Anna v. Mülinen;
    M Katharina Jenner;
    Bern 25.4.1684 Regina Tscharner;
    S, u. a. Christof ( 1742), Nachf. d. V in Amerika, Franz Ludw., erbt Herrschaft Worb.

  • Leben

    Durch seine Beziehungen zu England – G. hatte sich etliche Jahre dort aufgehalten und im englischen Adel verkehrt, war Magister Artium von Cambridge – wurde seine Aufmerksamkeit auf die englischen Kolonien in Nordamerika gelenkt, so daß er sich nach Ablauf seiner Amtszeit als Landvogt von Yverdon mit dem Plan befaßte, in den englischen Kolonien Schweizer Auswanderer anzusiedeln. Zu gleicher Zeit war England mit Flüchtlingen aus der Pfalz überflutet, die man in die Kolonien abschieben wollte. G. wurde damit beauftragt.

    Er erhielt hierfür von der Königin Anna 4000 Pfund und den Titel „Landgrave of Carolina and Baron of Bernburg“. Die erste aus Schweizern (156 Personen) und Pfälzern (etwa 650 Personen) bestehende Auswanderergruppe erreichte Virginia 1710 und wurde am Zusammenfluß der Flüsse Neuse und Trent, einem Gebiet, das heute zum Staate North Carolina gehört, angesiedelt. Die Siedlung wurde vom Gründer „New Bern“ (Neu-Bern) genannt und besteht heute noch. Während der ersten Jahre wurde die Neugründung von Krankheit, Hungersnot und Kämpfen mit den Indianern heimgesucht. G. geriet selbst vorübergehend in ihre Gefangenschaft. Trotz seiner Mißerfolge versuchte er – wenn auch vergeblich – Kolonien in anderen Teilen Virginias zu gründen. Er steckte schließlich so tief in Schulden, daß ihm Verhaftung drohte. Daher begab er sich im Frühjahr 1713 nach London, um dort finanzielle Hilfe zu suchen. Da diese infolge des Todes seiner Gönner, des Herzogs von Beaufort und der Königin Anna, ausblieb, kehrte er in seine Heimat zurück, wo er weiterhin keine bedeutende Rolle mehr spielte. Seit 1730 besaß er die Herrschaft Worb.

  • Literatur

    W. F. v. Mülinen, Ch. v. G., Landgf. v. Carolina, Gründer v. Neu-Bern, in: Neujbl., hrsg. v. Hist. Ver. d. Kt. Bern f. 1897, 1896;
    ders., in: Slg. Bern. Biogr. III, 1898, S. 349-53;
    V. H. Todd, Ch. de G.s Account of the Founding of New Bern, hrsg. v. North Carolina Historical Comm., 1920;
    Thomas P. de Graffenried, Hist. of the de Graffenried Family from 1191 A. D. to 1925, New York 1925;
    ders., Ch. de G., in: A. Bartholdi, Prominent Americans of Swiss Origin, ebd. 1932, S. 12-18;
    H. J. Leu, Art. „Grafenried“, in: Allg. Helvet., Eydgenöss. od. Schweizer. Lex. IX, Zürich 1754, S. 86-94;
    ders., Art. „Worb“, ebd. 19, 1764, S. 588 f.;
    DAB

  • Autor/in

    Alfred Senn
  • Empfohlene Zitierweise

    Senn, Alfred, "Grafenried, Christof von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 728 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118541382.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA