Lebensdaten
1887 bis 1917
Geburtsort
Eisenach
Sterbeort
Peudehof auf Ösel
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118533940 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Flex, Walter
  • Flax, Walter
  • Flay, Walter
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Zitierweise

Flex, Walter, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118533940.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Rudolf (1855–1918), Gymnasialprof. in E., patriot. Lyriker u. Festspieldichter, S d. Heinr. Wilh. Gottlieb (1819–97), Lehrer u. Kantor in Jena, aus Bauern- u. Handwerkerfam., u. d. Pfarrers-T Chlotilde Luise Rothe aus Gößnitz;
    M Margarete (1862–1919), T d. Adolf Reinhold Pollack (1826–95), KR in Rawitsch/Posen, aus Kaufm.fam., u. d. Bertha Müller aus Merseburg; ledig.

  • Leben

    F. hatte bereits während des Studiums (Germanistik und Geschichte in Erlangen und|Straßburg, 1906–10, Burschenschafter) schriftstellerische Erfolge. In der folgenden Hauslehrerzeit – unter anderem bei den Bismarcks in Varzin und Friedrichsruh – schrieb er den Zyklus „Zwölf Bismarcks“ (1913) und die Tragödie „Klaus von Bismarck“ (1913, zuletzt 1943, als Erzählung 1914). Als Kriegsfreiwilliger fand F. mit vaterländischen Gedichten breiteren Widerhall. Seit März 1915 war er, abgesehen von kriegsgeschichtlichen Arbeiten unter anderem 1917 in Berlin, Frontoffizier im Osten. Einen Ruf ins Kriegspresseamt lehnte er ab, meldete sich vielmehr zur härteren Westfront. Er fiel bei ungedecktem Anritt gegen Infanterie, in der Absicht, in undurchsichtiger Lage persönlich eine Entscheidung herbeizuführen. – Das Verhältnis des Einzelnen zur Gemeinschaft stand im Mittelpunkt seines Denkens. Als Dramatiker sah er in der Gesellschaft sittliche Lebensbedingung des Individuums; er schwächte das tragische Problem damit ab zum Scheitern des Einzelnen etwa in der Anmaßung wider besseres Wissen (Demetrius, 1910, zuletzt 1940), in der Einseitigkeit des Sendungsbewußtseins (Lothar, 1920, zuletzt 1942), oder auch zum Untergang des in seiner Sittlichkeit isolierten Einzelnen (Klaus von Bismarck). – F. übersteigerte im Krieg seinen unpolitischen Idealismus zur Gleichsetzung von Volk und Ethos, zu „sittlichem Fanatismus“ bis zur Vorstellung des Opfertodes. Sein von nationalem Dünkel nicht ganz freies Denken abzuklären, gelang ihm nicht durchweg – darin, aber auch in der Sauberkeit und in der Unbedingtheit der Forderungen an sich selbst war er ein weiterwirkender Exponent traditioneller Haltungen. Im „Wanderer zwischen beiden Welten“ (1916), einem Denkmal seines gefallenen Freundes, des Wandervogels und Theologiestudenten Ernst Wurche, prägte F. einen vorbildhaften Typus von Lauterkeit, männlicher Anmut und gelassener Würde. Die Frontkameradschaft wird hier mit dem Geist der Jugendbewegung erfüllt (… vorleben, nicht vorsterben; Rein bleiben und reif werden). Das Büchlein, mit seinen Berichten aus dem Felde, mit zuweilen atmosphäregebenden Skizzen der Kriegslandschaft und eingestreuten Gedichten (Rahmenstrophen: Wildgänse rauschen …) an sich literarisch anspruchslos, fand infolge seiner Haltung und Erlebnisstärke ungewöhnliche Verbreitung (Auflage 1 Million, zuletzt 1958). Die Kriegsgenerationen erkannten im „Wanderer“ auch den Verfasser selbst. – Leben und Werk F. ordneten sich in seltener Einhelligkeit einem sittlich noch nicht entleerten Gemeinschaftsbegriff unter, der im späten Romanfragment „Wolf Eschenlohr“ (1919, 77.-87. Tausend [1942], zuletzt 1943) auch die soziale Frage einbezieht.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Entwicklung d. trag. Problems in d. dt. Demetriusdramen v. Schiller bis auf d. Gegenwart, Diss. Erlangen 1910;
    Gedichte: Das Volk in Eisen, 1914 (P);
    Sonne u. Schild, 1915, 71943;
    Im Felde zw. Nacht u. Tag, 1917, zuletzt 1943;
    Erzählungen: Wallensteins Antlitz, Gesichte u. Geschichten v. 30jähr. Krieg, 1918, 86.-102. Tsd. 1942. – Vom großen Abendmahl, Verse u. Gedanken a. d. Feld, 1915, zuletzt 1944;
    Ges. Werke, hrsg. v. Konrad Flex, 1925, 4. erweiterte Aufl. 1936, zuletzt 1944 (Biogr. Einl., Ahnentafeln, P);
    – Briefe, hrsg. v. W. Eggert-Windegg, 1927 (Einl., P, auch z. Fam.). – Bearbeiter:
    Die russ. Frühjahrsoffensive 1916, = Der große Krieg in Einzeldarst. 31, hrsg. i. A. d. Generalstabs d. Feldheeres, 1919.

  • Literatur

    W. Thamhayn, W. F., 1918, 31927;
    O. Brües, W. F. u. s. Dichtung in uns. Zeit, 1920;
    W. Stang, Das Weltbild in W. F.s Drama Lothar, Diss. Erlangen 1925;
    J. Klein, W. F., ein Deuter des Weltkrieges, 1928, Diss. Marburg 1929;
    ders., W. F., in: German.-Roman. Mschr. 26, 1938, S. 203-20;
    R. Zimprich, W. F., d. Dichter d. Wandervogels, 1933;
    J. Banzhaf, W. F., 1934;
    W. Franke, Was bleibt v. W. F.?, in: Zs. f. Deutschkde., 1936, S. 182-90, = Zs. f. dt. Unterricht 50;
    W. Heybey, W. F., ebd. 1937, S. 493-99;
    Konr. Flex, W. F., 1937;
    ders., W. F. als Dramatiker, in: Hamburger Lehrerztg. 16, 1937;
    E. G. Zwahlen, W. F., 1941;
    Kosch, Lit.-Lex.;
    Körner;
    W. Millack, in: DBJ II, S. 63-68 (u. Tl. 1917, W, L).

  • Autor/in

    Christoph Petzsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Petzsch, Christoph, "Flex, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 243 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118533940.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA