Lebensdaten
1814 bis 1867
Geburtsort
Niederbronn (Unterelsaß)
Sterbeort
Niederbronn (Unterelsaß)
Beruf/Funktion
Begründerin der Niederbronner Schwesternschaft
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118530615 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Eppinger, Elisabeth (Taufname)
  • Eppinger, Alfons-Maria
  • Eppinger, Elisabeth (Taufname)
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Orte

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Zitierweise

Eppinger, Alfons-Maria, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118530615.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg (1790–1861), Landwirt, aus einem in Niederbronn seit dem 17. Jh. ansässigen Geschl.;
    M Barbara Vogt (1791–1881) aus Eberbach b. Wörth; Älteste v. 11 Geschwistern.

  • Leben

    Das schlichte Bauernmädchen E. war von einer selten religiösen Begabung und nur für die Sphäre des Glaubens interessiert. Wenn sie auch nur ihren Namen schreiben konnte, so war sie doch durchaus intelligent und willensstark, aber von zarter Gesundheit und leicht Nervenkrisen unterworfen. Als ihre frommen Eltern den von ihr gewünschten Eintritt in ein Kloster ablehnten, erkrankte sie für Jahre, unterbrochen von Perioden der Wiedergenesung. Ihr intensives Beten führte sie zu unmittelbarster religiöser Hingabe und Bereitschaft; sie vernahm göttliche Weisungen und Eingebungen, die sie zur Vorhersage, zu göttlichen Mitteilungen und zur Offenbarung verborgener Geschehnisse im Leben Einzelner befähigten. Ihr Ruf als „Seherin von Niederbronn“ verbreitete sich rasch, namentlich durch die Schriften C. I. Bussons. Sie bekam großen Zulauf; oft mußte sie 80-90 Personen am Tag empfangen. Als die noch schwer Erkrankte bei den Lehrschwestern von Rappoltsweiler Aufnahme finden sollte, willigte der Bischof von Straßburg nicht ein. So bildete sich in der Zusammenarbeit mit dem ständig beratenden Ortspfarrer Reichard ( 1867) der Plan, eine eigene Kongregation zu gründen. Er verwirklichte sich rasch (1849), da ihr Ruf viele Mädchen bereitmachte, dem von E. (nunmehr Mutter Alfons-Maria) vorgetragenen Ideal, sich in der Pflege armer Kranker zu verzehren, zu folgen. Die Gründung war angesichts der im Gefolge der beginnenden Industrialisierung auftretenden großen sozialen Nöte wahrhaft zeitgemäß. E. verstand es sehr gut, die rasch wachsende Schar in einem betont innerlichen Leben zu formen und infolge ihrer Bewährung in der Typhusepidemie 1854 die staatliche Anerkennung zu gewinnen. Die Kongregation breitete sich nach Innerfrankreich, in die Pfalz, Baden, Hessen, Bayern und Österreich aus; die Häuser in Wien und Oedenburg und in der Diözese Würzburg trennten sich allerdings 1866 vom Mutterhause und bildeten eigene Kongregationen. Die Gründung einer Vereinigung von Brüdern gelang nicht. Bei E.s Tod gab es 372 „Schwestern vom Allerheiligsten Heiland“ in 74 Häusern, 1948 aber 5254 in 690 Häusern, in die 5 Provinzen Frankreich (Mutterhaus Avenay), Elsaß-Lothringen (Mutterhaus Oberbronn), Belgien-Holland, Baden-Hessen (Mutterhaus Bühl) und Bayern-Rheinpfalz (Mutterhaus Neumarkt) geteilt, dazu 12 Stationen in der afrikanischen Mission. Zählt man die abgespaltenen Kongregationen hinzu, sind es 1145 Häuser mit über 10 000 Schwestern, die den Impulsen folgen, die von E. ausgingen. Der Seligsprechungsprozeß E.s ist eingeleitet.

  • Literatur

    C. I. Busson, Lettres sur l'extatique de Niederbronn et sur ses révélations, Paris u. Besançon, 3 Folgen, I u. II 1849, 31850 (dt. Übers. 1849), III 1853;
    L. Pfleger, Die Kongregation d. Schwestern v. Allerheiligsten Heilande, gen. „Niederbronner Schwestern“, 1921 (L);
    ders., E. E., die Stifterin d. Niederbronner Schwestern, Mülhausen 1923;
    Leben d. Mutter Alfons-Maria, E. E. …, Colmar 1950 (P, übers. aus d. Franz.);
    LThK;
    Sitzmann I.

  • Autor/in

    Wolfgang Müller
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller, Wolfgang, "Eppinger, Alfons-Maria" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 552 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118530615.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA