Lebensdaten
1882 bis 1949
Geburtsort
Friedberg (Hessen)
Sterbeort
Magreglio/Comer See
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118509152 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rausch, Albert H. (eigentlich)
  • Rausch, Albert H.
  • Benrath, Henry
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Zitierweise

Benrath, Henry, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118509152.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Heinrich Rausch (1855–1924), S des Johann Adam, beide Mehlhändler in Friedberg, und der Marie Elisabeth Bechstein;
    M Marie Louise, T des Lederhändlers Johann Bechstein in Friedberg, und der Anna Maria Müller; ledig.

  • Leben

    B. publizierte bis 1931 unter seinem bürgerlichen Namen, von da ab unter dem Pseudonym, das er dann auch im bürgerlichen Leben führte. Er studierte in Genf, Berlin und Paris. Da er wirtschaftlich unabhängig war, lebte er bis 1940 fast immer auf Reisen „irgendwo in Europa“, vorwiegend in Frankreich und Italien, im Verkehr mit der internationalen „großen“ Gesellschaft. Vorübergehend war er Pressechef des internationalen Roten Kreuzes, und lebte dann, durch den Krieg verarmt und leidend, auf seinem Besitz in Oberitalien. - 1932 erhielt er den Georg-Büchner-Preis. Als Lyriker war er von Platen bestimmt und stand Stefan George nahe, ohne sich ihm anzuschließen. Eine ähnliche Auffassung des Erotischen wird von ihm unbekümmerter vertreten. Von ihm stammen auch Mitteilungen über Maximin (Evocation d'un poète par un poète, 1936). B. schreibt in seinen Dichtungen Teile des Textes lateinisch und französisch, auch griechisch. Seine apollinisch-stoische Weltanschauungslyrik, formal vollendet, aber kühl, in Publikationen der 20er und 30er Jahre ausgebreitet, wurde 1949 zusammengefaßt in der Sammlung „Stoa“, der sich die Gedichte späterer Versenkung ins Nirwana anschließen in der Sammlung „Der Gong“, d. i. Anruf aus der Berufung, ähnlich dem Kairos Georges, von Bernus' u. a. Die individuelle Synthese Apollo/Buddha formt das dritte nach seinem Tod erschienene Buch: Unendlichkeit. Von führender Bedeutsamkeit sind die kulturbiologischen Landschaftsdarstellungen. Eine zweite Gruppe seiner Dichtungen spiegelt in geistreichen Dialogen und lockerer Romanhandlung die Welt der großen Gesellschaft in West und Ost. Seinen Ruhm aber begründeten die historisch-politischen Romane, welche mit erstaunlicher Verbindung von Forschung und Intuition die politischen Zusammenhänge hinter den geschichtlichen Tatsachen zu ergründen und in ungemein kühner Vergegenwärtigung (begrifflich und sprachlich) lebensvoll zu gestalten wissen. Das in der gehobenen Prosa unserer Tage gestaltete Gespräch ist die Kunstform, die ihm seine Absichten zu verwirklichen gestattet. Der Dichter hat dem aufklärungsbedürftigen Leser das Verständnis der inneren Einheit seines Gesamtwerks erleichtert durch den Sonderdruck von 1943 „Der Weg“.

  • Werke

    u. a. Landschaftsbücher: Südliche Reise, 1914;
    Welt in Bläue, 1938;
    Romane: Pirol, 1921;
    Eros Anadyomenos, 1927;
    Ball auf Schloß Kobolnow, 1932;
    Die Mutter der Weisheit, 1933;
    Die Kaiserin Konstanze, 1935;
    Die Kaiserin Galla Placidia, 1937;
    Die Kaiserin Theophano, 1940;
    Vorarbb. z. Kaiserin Theophano, 1941;
    Der Kaiser Otto III., 1951;
    Die Geschenke der Liebe, 1952.

  • Literatur

    F. Usinger, A. H. Rausch, in: Lit. Echo, 1923;
    A. Hratzky, H. B.s Lyrik u. Deutungen, Diss. Wien 1943 (ungedr.);
    W. H. Braun, Der Dichter H. B. u. seine Ahnen, in: Hess. Fam.kde. 2, 1952, Sp. 131-44 (P);
    R. Breuer, Dichtung u. Sprache im hist. Roman B.s, Diss. Bonn 1954 (ungedr.);
    H. B. in memoriam, hrsg. v. R. Italiaander, 1954 (W, L).

  • Autor/in

    Carl Enders
  • Empfohlene Zitierweise

    Enders, Carl, "Benrath, Henry" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 54 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118509152.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA