Lebensdaten
1807 bis 1881
Geburtsort
Leipzig
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Unternehmer ; Bankier
Konfession
-
Normdaten
GND: 117743437 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seyffertt, Wilhelm Theodor

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Zitierweise

Seyffertt, Wilhelm Theodor, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117743437.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm Gotthelf Ernst ( 1832), aus Eilenburg (Sachsen), Bankier, Bes. d. Bankhauses „Vetter & Co.“ in L.;
    M N. N.;
    N. N.;
    T Johanna Schulz (1836–58), Gertrud ( 1865).

  • Leben

    S. übernahm nach dem Tod des Vaters 1832 das Bankhaus „Vetter & Co.“ in Leipzig und baute es als Speditions- und Bankhaus aus. Er gehörte als Mitglied des Eisenbahn-Comités 1835 zu den Initiatoren der Leipzig-Dresdner Eisenbahn und 1841 der Sächs.Bayer. Eisenbahn. Schon im ersten Direktorium der „Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie“ vertreten, war er bei der Verstaatlichung 1876 dessen letzter Vorsitzender. 1838 gehörte er zu den Gründern der „Leipziger Bank“. Sein Vortrag über eine für das Kgr. Sachsen zu errichtende „Hypothekenbank der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt“ (ADCA) zu Leipzig vom Juli 1856 war Teil seiner Pläne, Leipzig zu einem überregionalen Zentrum des Geldmarktes zu machen. Im selben Jahr gründete er mit Gustav Harkort (1795–1865), Hans Caspar Hirzel (1798–1866), Carl Lampe (1804–89) und dem Leipziger Louis Sellier die ADCA, deren Verwaltungsrat er seit der Gründung angehörte. Die ADCA wurde, u. a. auf Initiative S.s, eine der überregionalen Banken, was die wirtschaftliche Entwicklung Leipzigs, u. a. durch die Finanzierung der Industrieansiedlung in Plagwitz, vorantrieb.

    1849–56 war S. Mitglied des Rates der Stadt Leipzig; seit 1843 Mitglied des Gewandhaus-Direktoriums; von ihm stammt der nicht realisierte Plan eines großen Konzerthauses auf dem vorderen Königsplatz. S. hinterließ in Leipzig bis heute prägende Spuren: In den 1830er Jahren kaufte er in Connewitz ein Landgut und ließ mehrere Bauernhäuser zu Landgütern umbauen. 1853 erwarb er nahe der Pleißenburg ein großes Gelände, das der Landschaftsgestalter Peter Joseph Lenné in einen Park umwandelte, den S. 1858 nach seiner verstorbenen Tochter Johanna benannte, 1865 zur öffentlichen Nutzung freigab und 1879 der Stadt stiftete. Nach dem Tod der zweiten Tochter 1865 gründete er die „Gertrud-Seyfferth-Stiftung“ mit einem Stiftungskapital in Höhe von 300 000 Talern, die|durch die Gesellschaft „Harmonie“ verwaltet und 1945 aufgelöst wurde.

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger d. Stadt Leipzig (1878); W. S.-Str. in Leipzig; Denkmal mit e. Postament v. H. Licht u. e. Marmorbüste v. M. zur Strassen (1896).

  • Literatur

    A. Liebmann, Acht J.zehnte im Dienste d. Wirtsch., Ein Lb. d. ADCA, Allg. Dt. Credit-Anstalt, 1938;
    125 J. Allg. Dt. Credit-Anstalt, 1981;
    Stadtlex. Leipzig (P);
    Qu
    Sächs. StA Leipzig, Bestand Allg. Dt. Creditanstalt, Bankbezirke Leipzig u. Döbeln.

  • Portraits

    Marmorbüste v. M. zur Strassen, 1896 (Leipzig, Johannapark), Abb. in: Stadtlex. Leipzig.

  • Autor/in

    Ulrich Heß
  • Empfohlene Zitierweise

    Heß, Ulrich, "Seyffertt, Wilhelm Theodor" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 298-299 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117743437.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA