Lebensdaten
1810 bis 1883
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Kleve
Beruf/Funktion
Stuhlfabrikant
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117740888 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kühne, Eduard

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Zitierweise

Kühne, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117740888.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Gottfried (* 1765), Brauer;
    M Dorothea Eleonore Luhne (* 1770); Verwandter Gustav (s. 2);
    - 1837 Margarete Constanze Nant aus Köln.

  • Leben

    K. absolvierte eine kaufmännische Lehre und trat 1831 in das Schiffahrtskontor seines Bruders in Hamburg ein. Dort war er als Kommis tätig und erwarb 1837 das Hamburger Bürgerrecht. Durch seine Heirat eröffneten sich für ihn Beziehungen nach Köln, dem Zentrum der einsetzenden Industrialisierung des rhein.-westfäl. Gebiets. 1842 siedelte er mit seiner Familie nach Köln über. Da er über einiges Vermögen verfügte und wohlhabende Verwandte hinter sich wußte, suchte er eine angemessene kaufmännische Tätigkeit. Eine Möglichkeit dazu eröffnete sich durch die Verbindung mit Jacob Mayer, einem gelernten Uhrmacher, der nach einem Aufenthalt in England mit der Herstellung von Gußstahl experimentierte. Mayer hatte 1839 über eine Zeitungsanzeige Eberhard Hoesch als Teilhaber für die Errichtung einer Hütte gewonnen. Der entsprechende Vertrag wurde jedoch 1842 wieder gelöst, da man sich über den Standort des geplanten Werkes nicht einigen konnte. An die Stelle von Hoesch trat daraufhin K. Am 6.12.1842 wurde zwischen K. und Mayer in Köln ein Vertrag geschlossen, der es Mayer erlaubte, seine finanziellen Beziehungen zu Hoesch zu lösen und eine Gußstahlfabrikation aufzubauen. K. sollte binnen eines Jahres 10 000 Taler und innerhalb zweier weiterer Jahre nochmals 5 000 Taler einbringen. Die beiden Teilhaber kamen überein, die technische Leitung Mayer und die „merkantilistische“ K. zu überlassen. Als Standort des neuen Werkes war die Gegend „bei Bochum und Essen“ vorgesehen.

    Anfang 1843 wurde in Bochum ein Grundstück erworben und bald darauf mit dem Bau einer Fabrik begonnen. Das Inventar der provisorischen Gußstahlfabrik, die Mayer in Nippes bei Köln errichtet hatte, wurde überführt. Neubauten und Ausstattung waren 1845 beendet, so daß die Gußstahlproduktion aufgenommen werden konnte. Die finanziellen Mittel der Firma „Mayer & Kühne“ waren von Anfang an knapp. Trotz der Mobilisierung weiteren Kapitals, u. a. 20 000 Taler Einlage von Gustav Kühne, einem Verwandten K.s, als stillem Teilhaber hielt die Ausweitung der finanziellen Basis nicht mit dem technischen Ausbau Schritt. Gustav Kühne widersetzte sich einer weiteren Expansion und kündigte seine Einlage. Ein neuer Geldgeber wurde in dem Kaufmann Richard Stürenberger-Jung aus Düsseldorf gefunden, dessen Einlage von 15 000 Talern zu einer Teilrückzahlung an Gustav Kühne und zum weiteren Ausbau verwendet wurde. Die finanzielle Lage verschlechterte sich aber weiter; der Bitte um Kapitalhilfe an die preuß. Regierung, später auch um Vorschuß auf eine Kapitalbeteiligung durch den preuß. Staat, blieb der Erfolg versagt.

    Um die technische und die finanzielle Entwicklung des Werkes ins Gleichgewicht zu bringen – der kaufmännische Leiter K. war dieser Aufgabe offensichtlich nicht gewachsen –, wurde die Firma unter maßgeblicher Beteiligung Kölner Banken 1854 in eine AG (Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation) umgewandelt, deren Leitung Louis Baare übernahm. K. trat in den Verwaltungsrat des Unternehmens ein, schied aber 1858 wieder aus, nachdem es wegen Vermögensauseinandersetzungen und Kompetenzstreitigkeiten zu Schwierigkeiten gekommen war. Er war hiernach noch in einigen unbedeutenden Stellungen, u. a. in|Duisburg, tätig. Das Vermögen, das er bei der Umgründung der Firma Mayer & Kühne erworben hatte, verlor er bei Spekulationen in Bergbaupapieren. Danach wurde er vom Bochumer Verein unterstützt. Er starb als armer Mann.

  • Literatur

    W. Däbritz, Bochumer Ver. f. Bergbau u. Gußstahlfabrikation in Bochum, 1934, S. 9-13, 38-42, 95;
    W. Bacmeister, Louis Baare, Ein westfäl. Wirtsch.führer aus d. Bismarckzeit, 1937, S. 31 f.

  • Autor/in

    Toni Pierenkemper
  • Empfohlene Zitierweise

    Pierenkemper, Toni, "Kühne, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 197 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117740888.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA