Lebensdaten
1878 bis 1953
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Mathematikhistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117713287 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Conrad
  • Müller, C. H.
  • Müller, Conrad Heinrich
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Zitierweise

Müller, Conrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117713287.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Simon Heinrich (* 1846) aus B., Buchhalter;
    M Dorette Oldekop;
    Bredeney b. Essen 1911 Martha Lampferhoff (1889–1967) aus Essen;
    1 S, 1 T Helga (1912–65), Dr. phil., Kunsthist., Stud.rätin in H.

  • Leben

    M. besuchte 1885-87 die Gemeindeschule in Westersode bei Stade und 1887-97 höhere Schulen in Lübeck, Brake und Stade. Nach der Reifeprüfung studierte er Mathematik und Naturwissenschaften in Freiburg (Breisgau) (1897/98), Berlin (1898/99) und Göttingen (1899–1903) sowie Sanskrit bei F. Kielhorn in Göttingen. In Berlin und Göttingen gehörte er dem mathematischen Seminar an. Sein weiterer Lebensweg wurde durch Felix Klein maßgeblich geprägt. M. war 1900/01 und 1902/03 Assistent an dessen mathematischer Modellsammlung und promovierte 1903 bei ihm mit „Studien zur Geschichte der Mathematik, insbesondere des mathematischen Unterrichts, an der Univ. Göttingen im 18. Jh.“ (1904), einer mustergültige Arbeit über die Entwicklung der Mathematik als Universitätsfach in der Tradition der von Klein betriebenen und angeregten Studien zur Geschichte des Mathematikunterrichts. M. war 1903-10 Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Göttingen. 1904 legte er die Lehramtsprüfung ab und habilitierte sich 1908 in Göttingen für Mathematik. 1910 wurde er auf den Lehrstuhl für Höhere Mathematik an der TH Hannover berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung (1948) wirkte. Er war an der Entwicklung der TH Hannover maßgeblich beteiligt; u. a. war er 10 Jahre lang Dekan der Fakultät für Natur- und Geisteswissenschaften und zweimal (1919-23, 1945-47) Rektor. M. war auch im Vorstand der Deutschen Mathematiker-Vereinigung tätig, u. a. als Schriftführer (1936–41).

    M. gehörte bei der Herausgabe der „Encyklopädie der mathematischen Wissenschaften“ zu Kleins engsten Mitarbeitern. Er war Schriftführer der für dieses Unternehmen eingesetzten Akademischen Kommission und redigierte zusammen mit Klein den 4. Band (Mechanik). Mit A. Timpe verfaßte er das Kapitel „Die Grundgleichungen der mathematischen Elastizitätstheorie“ (1906) und gab nach Kleins Tod (1925) die noch|fehlenden Faszikel heraus. Ausgehend von seinen Vorlesungen in Hannover, veröffentlichte er 1923 mit seinem Kollegen G. Prange ein „Lehrbuch der Mechanik“.

    In seinem Bemühen, die Mathematik in ihrem kulturellen Zusammenhang zu sehen, interessierte ihn besonders deren Geschichte. Einen Schwerpunkt bildete dabei die Mathematik Indiens, für die er durch sein Sanskrit-Studium die nötigen Voraussetzungen mitbrachte; er verfaßte Arbeiten zu den Śulvasûtra, zu den Schriften von Âryabhaṭa und Bhâskara und schrieb zahlreiche diesbezügliche Referate im „Jahrbuch über die Fortschritte der Mathematik“. Seit 1928 war er als Mitarbeiter der Leibniz-Kommission an der Berliner Akademie der Wissenschaften für die Bearbeitung der mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Schriften von Leibniz zuständig, dessen Nachlaß sich in der ehemals Kgl. Bibliothek in Hannover befand. Das von M. hinterlassene Manuskript blieb unveröffentlicht.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenbürger v. Hannover (1923) u. Ehrensenator d. TH Hannover (1931).

  • Werke

    Weitere W John Napier, Laird of Merchiston, u. d. Entdeckungsgesch. seiner Logarithmen, in: Die Naturwiss. 2, 1914, S. 669-76;
    Die Math. d. Śulvasûtra, in: Abhh. aus d. Math. Seminar d. Hamburg. Univ. 7, 1929, S. 173-204;
    Volumen u. Oberfläche d. Kugel b. Âryabhaṭa I., in: Dt. Math. 5, 1940, S. 244-55;
    Descartes' „Geometrie“ u. d. Begründung d. höheren Analysis, in: Sudhoffs Archiv 40, 1956, S. 240-58.

  • Literatur

    W. Quade, in: Jber. d. Dt. Mathematiker-Vereinigung 57, 1954, S. 1-5;
    Catalogusprofessorum 1831-1981, FS z. 150j. Bestehen d. Univ. Hannover. II, 1981 (P);
    Pogg. VI, VII a. – Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Menso Folkerts
  • Empfohlene Zitierweise

    Folkerts, Menso, "Müller, Conrad" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 448-449 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117713287.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA