Lebensdaten
1870 bis 1918
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Göttingen
Beruf/Funktion
Gynäkologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117694584 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jung, Philipp

Quellen(nachweise)

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Jung, Philipp, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117694584.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Julius (* 1822), Oberlandesgerichtsrat, S d. Holzamtschreibers Joh. Georg in F.;
    M Christina Böhm; Verwandter Georg (* 1898), Prof. d. Hals-Nasen-Ohrenheilkde.;
    - 1897 Luise Kemna ( 1967), Breslauer Kfm.-T;
    3 S, 3 T.

  • Leben

    Nach dem Medizinstudium in Heidelberg, München und Tübingen war J. unter E. Ponfick am patholog. Institut in Breslau tätig (1894-96); dort verschaffte er sich die pathologisch-anatomischen Grundlagen, die seinen späteren gynäkologischen Arbeiten besonderen Wert gaben. Nach einem weiteren Jahr in Breslau bei dem Gynäkologen J. Pfannenstiel ging J. 1897 nach Berlin an die Privatklinik von A. Martin, der sein Lehrer wurde, insbesondere in den vaginalen Operationsmethoden. 1899 folgte J. ihm nach Greifswald, habilitierte sich dort 1900 und wurde 1906 Titular- Professor. Er folgte 1908 einem Ruf nach Erlangen als Nachfolger von C. Menge. 1910 wurde er als Nachfolger von M. Runge nach Göttingen berufen. Dort war er Direktor der Univ.-Frauenklinik bis zu seinem Tode. J. starb 48jährig, nach langer Krankheit an den Folgen einer Infektion, die er sich während einer Operation zugezogen hatte. – Neben seiner Tätigkeit als akademischer Lehrer war J. „ein Meister der Technik auf dem Gebiet der vaginalen Operationen“ (W. Stoeckel). Die Strahlentherapie fand in seiner Klinik in ausgedehntem Maße Anwendung. Viele seiner Arbeiten befaßten sich mit der Anatomie und Pathologie des Beckenbindegewebes, den Vorgängen bei der Eiimplantation und dem Infektionsweg bei der Genitaltuberkulose. J. war außerdem Mitarbeiter verschiedener Lehr- und Handbücher seines Fachgebietes.

  • Werke

    u. a. Anatomie u. Physiol. d. Beckenbindegewebes, in: A. Martin, Hdb. d. weibl. Adnexorgane, 1906;
    Pathol. u. Therapie d. Frauenkrankheiten, 1906, (mit A. Martin);
    Btrr. z. frühesten Eieinbettung beim menschl. Weibe, 1909;
    Behandlung d. Entwicklungsstörungen d. weibl. Geschlechtsorgane, in: F. Penzoldt u. R. Stintzing, Hdb. d. ges. Therapie, 1912;
    Beckenbindegowebe u. Beckenbauchfell, in: C. Menge u. E. Opitz, Hdb. d. Gynäkol., 1913;
    Die Physiol. d. Wochenbettes, in: A. Döderlein, Hdb. d. Geburtshilfe, 1915.

  • Literatur

    Chronik d. Georg-August-Univ. f. d. J. 1909, S. 13, 1916/20, S. 9;
    W. Stoeckel, in: Zbl. f. Gynäkol. 42, 1918, S. 521-24 (W);
    A. Martin u. B. Zoeppritz, in: Mschr. f. Geburtshilfe 48, 1918, S. 157-62 (W, P);
    M. Wucherpfennig, Ph. J. u. Karl Reifferscheid, med. Diss. Göttingen 1950;
    G. B. Gruber, Göttinger Frauenkliniker 1751-1951 (Ms. in d. Univ.bibl. Göttingen);
    H. Martius, Die Univ.-Frauenklinik in Göttingen 1751-1951, 1951;
    Fischer.

  • Portraits

    Phot. in Univ.-Frauenklinik Göttingen;
    Univ.-bibl. Göttingen (P -Slg. Göttinger Professoren).

  • Autor/in

    Joachim Radke
  • Empfohlene Zitierweise

    Radke, Joachim, "Jung, Philipp" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 678 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117694584.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA