Lebensdaten
1842 bis 1901
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Professor für Maschinenbau
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117684295 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Radinger, Johann von

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Zitierweise

Radinger, Johann von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684295.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann R., Kaufm.;
    M N. N.;
    Maria Magdalena Himmelbauer ( 1926);
    2 S u. a. Ernst, Ing.;
    N Margarethe Straßer (* 1884, Viktor Kaplan, 1876–1934, Ing., s. NDB XI).

  • Leben

    Nach Abschluß der Oberrealschule besuchte R. 1859-63 die Maschinenbauschule des Wiener Polytechnischen Instituts. Während der Studienzeit arbeitete er in österr. und dt. Maschinenfabriken, 1865 auch bei „Cail u. Derosne“ in Paris. 1863 Assistent bei Adam v. Burg an der TH Wien, trat er 1866 als Konstrukteur in die Maschinenfabrik von Heinrich Daniel Schmid in Wien-Simmering ein. 1867 wurde er provisorischer, 1869 definitiver Adjunkt (Assistent) bei der neugeschaffenen Lehrkanzel für Maschinenbau bei Rudolf v. Grimburg, wo er er sich v. a. mit schnellaufenden Dampfmaschinen und hohen Kolbengeschwindigkeiten im Zusammenhang mit Dampfspannung, Expansion und den Massenwirkungen beschäftigte. Mit seinem Buch „Die Dampfmaschinen mit hoher Kolbengeschwindigkeit“ (1870, 31892) beeinflußte R. in den nächsten drei Jahrzehnten Konstruktion und Gestaltung von Dampfmaschinen, die er auch als Kunstwerke ansah. Seit 1868 war er als Dampfkesselprüfungs-Kommissär Berater des Handelsministeriums, 1898 wurde er Mitglied der Fachkommission des k. k. Staatsministeriums. Während dieser Zeit entwarf R. zahlreiche Dampfkessel und Maschinenanlagen als Einzelobjekte (z. B. Schiffsdampfmaschinen, Wasserräder) sowie ganze Fabriken, darunter Walzwerke, Dampfmühlen, Spinnereien, Sägewerke, Ziegelwerke, Metallwaren- und Petroleumfabriken, chemische Fabriken, Papier- und Lederwarenfabriken, Margarine- und Schokoladefabriken (u. a. Patronenfabrik in Wien-Simmering, Weberei Bujatti in Wien [1870], 1. Wiener Schuhwarenfabrik [1872], Ziegelwerksmaschinen in Hernals u. Wienerberg, Spinnerei Salcher in St. Pölten).

    1875 wurde R. als Nachfolger Grimburgs zum ao., 1879 zum o. Professor für Maschinenbau ernannt (1881-85, 1891/92 Rektor). In dem um diese Zeit einsetzenden Aufschwung der Maschinenindustrie, insbesondere auf dem Gebiete des Wärmekraftmaschinenbaus, gelang es R. hervorragend, die neuen Forschungsergebnisse und Erfahrungen den Studenten zu vermitteln und seine Lehrveranstaltungen ständig den neuen Entwicklungen im Maschinenbau anzupassen. Als offizieller Berichterstatter Österreichs verfaflte er wiss. Aufsätze über die Weltausstellungen in Paris 1867 und 1900, Wien 1873 und Philadelphia 1876. 1892 leitete er den Bau der maschinellen Einrichtungen der Hof- u. Staatsdruckerei, wofür er 1890 mit dem Orden der Eisernen Krone ausgezeichnet wurde; in Anerkennung der Neueinrichtung des Wiener Hauptmünzamtes wurde R. 1892 in den Adelsstand erhoben.|

  • Auszeichnungen

    Hofrat (1892); 1895-97 Präs. d. Österr. Ing.- u. Architekten-Ver.; korr. Mitgl. d. Österr. Ak. d. Wiss. (1900); Grabdenkmal v. J. Koch u. R. Weyr auf d. Zentralfriedhof, Wien.

  • Werke

    u. a. Die Regulatoren, in: Ber. über d. Weltausst. zu Paris 1867, hg. durch d. k. k. österr. Comité, 2. Bd., 1869, S. 165-93;
    Rotierende Expansionssteuerung f. Dampfmaschinen (Privilegium Nr. 22/08 v. 1872);
    Dampfkessel, Officieller Ausst.-Ber., hg. durch d. Gen.-Direction d. Weltausst. 1873, 1874;
    Dampfkessel u. deren Ausrüstung in d. Ver. Staaten v. Nord-Amerika, Dampfmaschinen u. Transmissionen in d. Ver. Staaten v. Nord-Amerika, in: Ber. über d. Weltausst. in Philadelphia 1876, 1877;
    Über d. Kraft-Vertheilung mit comprimirter Luft System V. Popp in Paris, 1889;
    Das Flugschiff v. Kress, 1898;
    Die Anwendung neuer Metalle im Maschinenbau als Ber. über d. Pariser Weltausst. 1900;
    Das Weib d. Polykrates, Dichtung, 1900;
    Der Äther u. d. Licht, 1901;
    Der Fühlhebel b. Wasserdruckproben, in: Zs. d. Dampfkesselunters.- u. Vers.-Ges., 1901, Nr. 7. |

  • Quellen

    Qu Teilnachlaß im Archiv d. Techn. Mus. Wien mit österr. Mediathek (P).

  • Literatur

    A. Riedler, in: VDI-Zs. 50, 1901, S. 1779-81 (P);
    G. Gerstel u. P. Zwiauer, in: Zs. d. Österr. Ing.- u. Architekten-Ver. 53, 1901, S. 827-30 (P);
    Die Enthüllung d. Denkmale vor d. TH, ebd. 55, 1903, S. 603;
    L. Czischek, in: Zur feierl. Enthüllung d. Denkmale vor d. k. k. TH in Wien S. 10-12 (Beil. z. Nr. 46/1903);
    Österr. Naturforscher u. Techniker, 1950, S. 135;
    Bll. f. Technikgesch. 27, 1965, S. 81 (P);
    Die k. k. TH in Wien 1815-1915, 1915, S. 466-|68 (P);
    A. Lechner, Gesch. d. TH Wien (1815–1940), 1942, S. 128-30;
    150 J. TH Wien 1815-1965, 1965, S. 252-56, 346 f. (P);
    BJ VI, 435 f. u. Tl.;
    C. Matschoß (Hg.), Männer d. Technik, 1925, S. 213;
    ÖBL;
    Hist. Lex. Wien.

  • Portraits

    Bronzebüste v. R. Kauffungen, 1903 (vor d. TH Wien).

  • Autor/in

    Reinhard Keimel
  • Empfohlene Zitierweise

    Keimel, Reinhard, "Radinger, Johann von" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 95-96 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117684295.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA