Lebensdaten
1852 bis 1918
Geburtsort
Neisse (Oberschlesien)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Dermatologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117669938 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Lesser, Edmund, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd117669938.html [18.11.2017].

CC0

  • Genealogie

    S Friedrich (* 1873), Dr. med., Dermatologe in B., 1933 emigriert (s. Fischer).

  • Leben

    L. studierte Medizin in Bonn, Berlin und Straßburg (Promotion 1876). Wie viele angehende Dermatologen seiner Zeit ging er zuerst zu F. v. Hebra nach Wien, dann wurde er Assistent bei dem Internisten Hermann Senator am Berliner Augusta-Hospital, danach bei dem Dermatologen Oscar Simon in Breslau, wo er seine Fachausbildung erhielt. 1882 übersiedelte er nach Leipzig, habilitierte sich im selben Jahr und gründete eine private Poliklinik für Haut- und Geschlechtskranke. 1899 wurde er als ao. Professor und Direktor der Dermatologischen Poliklinik nach Bern berufen, 1896 folgte er einem Ruf als ao. Professor nach Berlin; 1910 wurde er Honorarprofessor, 1911 erhielt er das erste Ordinariat für Dermatologie in Deutschland. Zunächst war er nur Leiter der Klinik für syphilitische Krankheiten der Charité, seit 1897 auch der Univ.-Poliklinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Erst 1902 konnte er die gesamte Klinik wieder vereinigen, nachdem Ernst Schweninger die Hautklinik aufgegeben hatte, die unter L.s Vorgänger Löwin für ihn hatte abgetreten werden müssen. In dieser Klinik entdeckten 1905 der Assistenzarzt Erich Hoffmann und der Zoologe Fritz Schaudinn die Spirochaeta pallida als Erreger der Syphilis. – L.s „Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten“ (1885) erschien zu seinen Lebzeiten in 13 Auflagen, es galt in der abgewogenen Klarheit und Prägnanz der Aussage als das zuverlässigste Lehrbuch des Faches. In weiteren Veröffentlichungen beschäftigte L. sich vorwiegend mit der Ätiologie, Pathologie und Therapie der Syphilis sowie mit den hygienischen und sozialen Folgen dieser Erkrankung, er war auch Mitbegründer der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Ferner schrieb er u. a. über den Herpes zoster, über Lepra, Tuberkulose, über Arzneiexantheme und über historische Fragen seines Fachgebietes, wie die Geschichte der Lepra, und besonders über die Frühgeschichte der Syphilis. Er war lange Zeit Vorsitzender der Berliner Dermatologischen Gesellschaft und Mitherausgeber des „Archivs für Dermatologie und Syphilis“. L. hatte als akademischer Lehrer die Fähigkeit, sein umfangreiches Wissen in einfacher und anschaulicher Weise zu vermitteln.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Klinik u. Poliklinik f. Haut- u. Geschlechtskrankheiten, in: M. Lenz, Gesch. d. d. Kgl. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Berlin III, 1910, S. 93-98. -
    Hrsg.: Enc. d. Haut- u. Geschlechtskrankheiten, 1900.

  • Literatur

    A. Blaschko, in: Dt. med. Wschr. 44, 1918, S. 751 f.;
    C. Bruhns, in: Berliner klin. Wschr. 55, 1918, S. 655 f.;
    A. Buschke, in: Dermatolog. Wschr. 67, 1918, S. 520-23;
    E. H(offmann), in: Dermatolog. Zs. 26, 1918, S. 65-70 (P);
    L. Pulvermacher, in: Zs. f. ärztl. Fortbildung 15, 1918, S. 358 f.;
    L. v. Zumbusch, in: Münchener med. Wschr. 65, 1918, S. 682;
    E. Hoffmann, in: Archiv f. Dermatol. u. Syphilis 113, 1912 (Festschr. z. 60. Geb.tag L.s), S. 5-7 (W-Verz., P);
    F. Blumenthal, in: Zs. f. Haut- u. Geschlechtskrankheiten 12, 1952, S. 397-99;
    E. Hoffmann, E. L. als Begründer e. gr. Dermatologen-Schule, ebd., S. 400-03;
    H. Lohe u. F. Blumenthal, in: Dermatolog. Wschr. 125, 1952, S. 457-59;
    F. Blumenthal, Die Entwicklung d. Wiss. v. d. Haut- u. Geschlechtskrankheiten an d. Friedrich-Wilhelms-Univ. zu Berlin v. d. Reichsgründung bis 1945, in: Studium Berolinense, 1960, S. 251-55;
    M. Stürzbecher u. G. Wagner, Die Vorgesch. d. Berufung v. E. L. an d. Charité, 1962;
    H.-H. Eulner, Die Entwicklung d. med. Spezialfächer an d. Universitäten d. dt. Sprachgebietes, 1970;
    Pagel;
    Fischer.

  • Autor

    Otto Winkelmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Winkelmann, Otto, "Lesser, Edmund" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd117669938.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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