Lebensdaten
1803 bis 1891
Geburtsort
Kleve
Sterbeort
Xanten
Beruf/Funktion
Arzt ; Naturwissenschaftler ; Techniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11763042X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sinsteden, Wilhelm Joseph

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Zitierweise

Sinsteden, Wilhelm Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11763042X.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Michael Franz Severin (1756–1849), aus Traar b. Krefeld, Geheimsekr. d. Malteserordens auf Malta, preuß. Dipl., Kreisdir. d. Kr. Kleve, Vf. v. „Malta's vorige u. jetzige Lage in pol. Hinsicht“, 1799, Gutsbes. in Graefenthal b. A., S d. Johann Adolph (1729–1820) u. d. Cäcilia Sieger (1715–1801);
    M Katharina Nolten (1772–1857);
    8 Geschw u. a. Johanna (1818–87, ⚭ Karl Wilhelm Christian de Wolff, 1816–75, Rr.gutspächter);
    1839 Cäcilie Weiß (1815–93), aus Berlin;
    2 S, 1 T Maria Katharina Agatha Wilhelmine (1850–85, ⚭ Maximilian Heinrich Joseph Sinsteden, 1851–1933, Gutsbes. in Graefenthal);
    E Gustav Adolph (* 1901), Gutsbes. in Graefenthal.

  • Leben

    S. besuchte Schulen in Köln und Kleve und wurde 1824 als Eleve in das Med.-chirurg. Seminar in Berlin aufgenommen, wo er u. a. bei Wilhelm Hufeland hörte. 1828 wurde er an der Univ. Berlin mit der Dissertation „Physico-medica sistens rationem gravitatem inter et vim vitalem“ zum Dr. med. promoviert. Seit 1827 als Unterchirurg an der Charité tätig, wurde S. 1828 Kompaniechirurg, 1832 Pensionärarzt und 1836 Stabsarzt am Med.-chirurg. Friedrich-Wilhelm-Institut. 1839 erfolgte seine Versetzung als Regimentsarzt zum Kürassierregiment Königin (Pommersches) Nr. 2 nach Pasewalk. S. nahm an den Kriegen gegen Dänemark 1848/49 und 1864, gegen Österreich 1866 und gegen Frankreich 1870/71 teil und ging danach als Generalarzt in den Ruhestand. Seit 1878 lebte er in Xanten.

    Neben seiner ärztlich-militärischen Berufstätigkeit arbeitete S. über naturwiss. Themen auf den Gebieten der Optik (Verständigung d. scheinbaren Widerspruchs zwischen d. Aufrechtsehen u. d. umgekehrten Netzhauteindrucke, in: Med. Ztg., hg. v. d. Vereine f. Heilkde. in Preussen, Jg. 11, 1842, Nr. 5 v. 2.2.1842, S. 19 f., Nr. 6 v. 9.2.1842, S. 23 f.) und Elektrizitätslehre. 1846–71 befaßte er sich vorwiegend mit magnet-elektrischen Maschinen (Generatoren). 1851 schlug er vor, Stahlmagnete durch Elektromagnete zu ersetzen und den induzierten Strom zur Erregung weiterer Elektromagnete zu nutzen. 1854 entdeckte S., daß durch die Ersetzung von massiven Eisenkernen durch Drahtbündel innerhalb der zu induzierenden Spulen die Leistungsfähigkeit gesteigert wird. Bei seinen systematischen Versuchen zur Strommessung bemerkte er an den Bleielektroden in der verdünnten Schwefelsäure an der negativen Elektrode eine Auflockerung des Bleis und an der positiven einen Überzug aus Bleioxid und gelangte so 1854 zur Konstruktion des Bleiakkumulators, mit dem er Funken erzeugen und Drähte schmelzen konnte. Eine wirtschaftliche Verwertung erfolgte jedoch noch nicht.

  • Werke

    Versuche über d. Grad d. Continuität u. d. Stärke d. Stroms e. größern magneto-elektr. Rotations-Apparats u. über d. eigenthüml. Wirkung d. Eisendrahtbündel in d. Inductionsrollen dieser Apparate, in: Ann. d. Physik u. Chemie 92, 1854, S. 1–21, S. 220–37;
    Über d. magnetisirende u. elektrolyt. Wirkung d. elektromagnet. Inductionsstroms, ebd. 101, 1857, S. 1–10.

  • Literatur

    ADB 34;
    O. Mahr, Die Entstehung d. Dynamomaschine, 1941, passim;
    K. J. Euler, S. – Planté – Tudor, Zur Gesch. d. Bleiakkumulators, in: K. Jäger (Hg.), Gespeicherte Energie, Gesch. d. elektrochem. Energiespeicher, 1994, S. 11–63 (P);
    Pogg. II–III;
    Matschoss, Technik;
    BLÄ;
    Lex. Elektrotechniker;
    W. Brose, Pasewalker Persönlichkeiten, 2006, S. 144–46 (P);
    zur Fam.:
    P. Krebs, Die Gesch. d. Dorfes, d. Hofes u. d. Sippe S., 1942, S. 104–06.

  • Autor/in

    Helmut Lindner
  • Empfohlene Zitierweise

    Lindner, Helmut, "Sinsteden, Wilhelm Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 470-471 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11763042X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Sinsteden: Wilhelm Joseph S., Arzt und Physiker, ist am 6. Mai 1803 in Cleve als Sohn des Kreisdirectors F. M. S. geboren. Er genoß theils Schul-, theils Privatunterricht, besuchte seit 1811 das Gymnasium in Köln, das er 1812 verließ, um sich privatim ausbilden zu lassen, besuchte von 1815 ab das Collegium, von 1819 ab das Gymnasium in Cleve, studirte seit 1823 in Berlin die Heilkunde als Eleve des kgl. medic.-chir. Friedrich-Wilhelm-Instituts, diente seit 1827 als Unterchirurg an der Kgl. Charité, seit 1828 als Compagniechirurg und erlangte im letztgenannten Jahre die Doctorwürde an der Berliner Universität mit der „Diss. sistens rationem gravitatem inter et vim vitalem“, wurde 1832 Pensionärarzt am obengenannten Institut, 1836 Stabsarzt ebendaselbst, 1839 als Regimentsarzt nach Pasewalk versetzt und machte als solcher den dänischen Krieg im Jahre 1848—49 mit. 1871 nahm er seinen Abschied mit dem Charakter als Generalarzt, lebte zunächst in Pasewalk und siedelte 1878 nach Xanten am Rhein über. S. ist Verfasser einer großen Reihe tüchtiger physikalischer Arbeiten auf dem Gebiet der Optik und der Electricitätslehre. Ein Verzeichniß derselben findet sich in Poggendorff's biogr.-litterarischem Handwörterbuch II, 939.

    • Literatur

      Vgl. noch biogr. Lexikon hervorr. Aerzte etc. von A. Hirsch und E. Gurlt V, 422.

  • Autor/in

    Pagel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pagel, Julius Leopold, "Sinsteden, Wilhelm Joseph" in: Allgemeine Deutsche Biographie 34 (1892), S. 401 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11763042X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA