Lebensdaten
1898 bis 1981
Geburtsort
Potsdam
Sterbeort
Fort Lauderdale (Florida, USA)
Beruf/Funktion
Astrophysiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117608351 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Rolf
  • Müller, Hans Rolf
  • Müller, R.

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Zitierweise

Müller, Rolf, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117608351.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (s. 1);
    M Johanna Schulteß;
    1) Potsdam 1932 Eleonore Vespermann (1889–1970), Schausp., T d. Georg Droescher (1854–1945), Schausp., Regisseur u. Intendant d. Kgl. Oper in Berlin (s. Eisenberg; Kosch, Theater-Lex.; Brümmer), u. d. Caroline Reinike (1898–1924), Schausp., 2) Degerndorf/Inn 1971 Carola Thimm (1901–91), Photographin;
    1 T, 1 Stief-S, 1 Stief-T.

  • Leben

    Nach dem Studium der Astronomie, Mathematik, Physik, Meteorologie und Philosophie in Berlin promovierte M. 1924 bei Paul Guthnick mit „Untersuchungen über den Veränderlichen R Aquilae“. Danach wurde er Assistent und 1930 Observator am Astrophysikalischen Observatorium Potsdam. 1926 nahm er an einer Sonnenfinsternisexpedition nach Sumatra teil. 1928 wurde ihm die Leitung der Südstation des Potsdamer Instituts in La Paz (Bolivien) übertragen, an der die Spektraldurchmusterung der Kapteynschen Eichfelder des Südhimmels durchgeführt wurde. Nach der Rückkehr aus Südamerika (1931) widmete er sich der Erforschung der veränderlichen Sterne und der Dunkelwolken der Milchstraße. Außerdem entwickelte M. Verfahren zur astronomischen Ortung prähistorischer Kultanlagen; auf dieses Problem war er durch Studien an indian. Kultstätten in Bolivien gestoßen. Er führte ähnliche Untersuchungen auch in Deutschland aus und wurde bald zu einem der führenden Fachleute auf diesem Gebiet. Den 2. Weltkrieg verbrachte M. vom ersten bis zum letzten Tag im Militärdienst, konnte sich aber dennoch 1941 habilitieren. 1945 hielt er sich kurze Zeit an der Sternwarte Hamburg-Bergedorf auf; 1946 wurde er von der amerikan. Besatzungsmacht zum Leiter des Sonnenobservatoriums auf dem Wendelstein (Oberbayern) ernannt und behielt diese Position auch, als das Observatorium 1949 dem Land Bayern als Zweigstelle der Universitätssternwarte München übergeben wurde. Auch nach dem 1963 erfolgten Eintritt in den Ruhestand blieb M. ständig wissenschaftlich tätig. Er hat in Lauf seines Lebens zahlreiche Kult- und Grabstätten aus vorgeschichtlicher Zeit untersucht und hat als einer der ersten deutlich darauf hingewiesen, daß Schlußfolgerungen über eine absichtliche astronomische Ausrichtung von Gräbern oder Kultstätten nach den Himmelsrichtungen erst zulässig sind, wenn solche Zusammenhänge an einer großen Zahl von Objekten nachgewiesen sind. M. war auch sehr um die Popularisierung der Astronomie bemüht. 1931-45 war er einer der Herausgeber der Zeitschrift „Die Sterne“. Bis in sein hohes Alter hat er astronomische Vorträge vor interessierten Laien gehalten.|

  • Auszeichnungen

    Roberts-Klumpke-Preis (1932).

  • Werke

    Zahlr. Aufsätze u. a. in: Astronom. Nachrr. (1928–33), Zs. f. Astrophysik (1931–54), Observatory (1950–54);
    Der Himmel üb. d. Menschen d. Steinzeit, 1970;
    Sonne, Mond u. Sterne üb. d. Reich d. Inka, 1972.

  • Literatur

    F. Litten, Astronomie in Bayern, Diss. München 1981;
    F. Schmeidler, in: Die Sterne 58, 1982, S. 109-11 (P);
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Felix Schmeidler
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmeidler, Felix, "Müller, Rolf" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 336 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117608351.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA