Lebensdaten
1878 bis 1918
Geburtsort
Wiener-Neustadt
Sterbeort
Innsbruck
Beruf/Funktion
Bergsteiger ; Chirurg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117599581 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Saar, Günther Freiherr von
  • Saar, Günther von

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Zitierweise

Saar, Günther Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117599581.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1837–85, österr. Frhr. 1883, kath.), k. u. k. Oberstlt., S d. Heinrich v. S. (1799-1863), aus Krakau, Kreishptm. in Przemysel, k. u. k. HR,|u. d. Mathilde Smolka (1805–80), aus Lemberg;
    M Marie (1853–1919, ev.), T d. Eduard Rr. v. Liszt (1817–79), Dr. iur., k. k. Gen.prokurator b. Obersten Ger.- u. Cassationshof in Wien, Mitgl. d. judiciellen Staats-Prüfungs-Commission, österr. Orden d. Eisernen Krone (s. ÖBL; NDB 14*), u. d. Karoline Pickbart (1827–54);
    Ov Rudolf (1843–92, österr. Frhr. 1883), k. u. k. Oberstlt.;
    Om Franz Rr. v. Liszt (1851–1919), o. Prof. f. Strafrecht in Berlin (s. NDB 14);
    Wien 1905 Klementine (Titty) Angerer (* 1885, ev.), aus Dobřis (Böhmen);
    2 S, 2 T.

  • Leben

    S. studierte nach dem Gymnasialbesuch in Wien 1897-1902 in Graz Medizin und hatte anschließend Assistentenstellen in Graz, Prag und Wien inne. 1911 habilitierte er sich in Graz für das Fach Chirurgie und wechselte 1912 an die Univ. Innsbruck, wo er 1917 ao. Professor wurde. Im Balkankrieg 1913 leitete er ein Feldspital, geriet 1914 als Bataillonsarzt in russ. Kriegsgefangenschaft und war nach der Rückkehr aus Sibirien 1916-18 „Korps-Konsiliarchirurg“ an der Isonzofront.

    Schon als Gymnasiast unternahm S. Bergtouren in der Hohen Tatra, den Karnischen und den Julischen Alpen sowie in den Dolomiten. In seiner Grazer Zeit gelangen S. (meist mit Viktor Wolf-Glanvell) führerlose Neutouren in den Ennstaler Alpen, im Hochschwab sowie in den Dolomiten (u. a. erste führerlose Süd-Nord-Überschreitung d. Antelao). In den Karnischen Voralpen erschloß S. mehr als 30 neue Kletterführen. Seine kühne Erstbesteigung des Campanile di Val Montanaia 1903 beendete die Zeit der Gipfelerstersteigungen in den Ostalpen.

    Seit 1899 Mitglied im „Österr. Alpenklub“, unternahm S. 30 Erstbesteigungen, darunter zehn Gipfel in Spitzbergen. Seine über 60 Neutouren in den Ost- und Westalpen zeigen bereits den Übergang vom Erstbesteigungszum Schwierigkeitsalpinismus mit der Lösung selbstgesetzter alpinsportlicher Probleme an. Als Skipionier erschloß S. die Skitourengebiete von Mürzzuschlag und Murau und bestieg 1901 den Großvenediger erstmals mit Skiern. S., der 1902-13 einer der führenden österr. Bergsteiger war, starb während einer Grippeepidemie.

  • Werke

    Die Nordwand d. Hochtors im Gesäuse, in: Dt. Alpenztg. 1901, Nr. 42/43, S. 11-13;
    Neue Touren in d. Geislergruppe, ebd. 1902/03, H. 19, S. 173-81;
    Die Ostwand d. Monte Rosa, ebd. 1909, H. 13, S. 1-6;
    Aus d. Fanis-Tofana-Gruppe, in: Österr. Alpenztg. 1899, S. 259-67;
    Schneeschuhfahrten in d. Umgebung v. Murau in d. Steiermark, ebd. 1902, S. 257-64, 269-73, 281-86;
    Der Däumling im Gosaukamm, ebd. 1914, S. 177-84;
    Eine Überschreitung d. Kl. u. Gr. Aiguille du Dru, ebd. 1917, S. 80-85;
    Zur Erschließung d. Karn. Voralpen, in: Zs. d. Dt. u. Österr. Alpenver. (DÖAV) 1905, S. 383-400, 1906, S. 380-96, 1907, S. 301-23, 1908, S. 322-38 (mit K. Domenigg);
    Die Berge um d. Klaas-Billen-Bay, ebd. 1909, S. 109-35;
    Eine Schneeschuhfahrt auf den Großvenediger, in: Mitt. d. DÖAV 1901, S. 32-34;
    Eine Überschreitung d. Aletschhorns, ebd. 1910, S. 16 f.;
    med. Fachpubll. u. Nachrufe auf Alpinisten.

  • Literatur

    H. Reinl, in: Österr. Alpenztg. 1919, S. 50-54;
    Mitt. d. DÖAV 1919, S. 155;
    A. Hess (Hg.), Saggi sulla psicologia dell'alpinista, 1914, S. 506-09 (P);
    Petermanns Mitt. 65, 1919, S. 25;
    Wiener Ztg. v. 13.12.1918;
    ÖBL;
    zur Fam.:
    Gotha. Geneal. Tb. d. Freiherrl. Häuser 67, 1923, S. 540 f.

  • Autor/in

    Peter Grimm
  • Empfohlene Zitierweise

    Grimm, Peter, "Saar, Günther Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 316-317 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117599581.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA