Lebensdaten
1594 bis 1637
Geburtsort
Torgau (Sachsen)
Sterbeort
Meißen
Beruf/Funktion
Mediziner ; Mathematiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117591122 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Jacob

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Aus dem Register von NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Müller, Jacob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591122.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Fabian, Ratsherr in T.;
    M Anne Bornitius, Wwe d. Georg Horst, Baumeister in T.;
    Stief-B Gregor Horst (1578–1636), Prof. d. Med. in Gießen (s. Jöcher; Strieder);
    1619 Elisabeth (1597–1670), T d. Ger.schultheißen u. hess. Oberzollschließers Johann Becker in Lohra b. Marburg;
    7 S, u. a. Christoph Helfrich (1621–91), Ing. u. Baumeister zu Gießen (s. ThB), Ernst (1627–81), hess. Hofstaats- u. Rgt.prediger, Assessor d. Konsistoriums in Gießen (s. Strieder; Jöcher-Adelung), 6 T;
    Schwieger-S Georg Wenthen (1614–61), Lehrer d. Math., Prediger in Kirdorf (s. Strieder);
    E Johann Ernst (1653–1723), Baumeister (s. ThB); Nachfahre Johann Helfrich v. M. (s. 2).

  • Leben

    M. besuchte seit 1609 das Pädagogium in Gießen. 1614 wurde er in Wittenberg immatrikuliert. Dort und an der Univ. Gießen studierte er Mathematik und Medizin. 1617 wurde er mit einer Arbeit „De natura motus animalis… ex principiis physicis, medicis, geometricis et architectonicis deducta“ in Gießen promoviert. 1618 übernahm er dort die Professur für Mathematik. Als 1625 die Universität nach Marburg verlegt wurde, erhielt M. die|Stelle eines Professors der Medizin und Mathematik (1635 Rektor). 1631 begleitete M. den Prinzen Friedrich, Bruder des Landgf. Georg II. von Hessen-Darmstadt, als Leibarzt nach Frankreich und Italien. Als Hessen-Darmstadt 1637 Truppen nach Sachsen schickte, machte M. den Feldzug als Kriegsrat und Artilleriedirektor mit, starb dabei aber an einer fiebrigen Erkrankung.

    Neben seiner Universitätstätigkeit bekleidete M. die Stelle eines Kammerrats und hessendarmstädt. Oberbaumeisters. U. a. geht der Kanzleibau der Darmstädter Residenz für Landgf. Georg II. (1629, 1715 abgebrannt) im wesentlichen auf M.s Pläne zurück. Als Baumeister der Landgrafen entwarf er ein Brunnen- und Pumpwerk zur Wasserversorgung der Residenz. Ebenso sollte Schloß Waldeck bei Bad Wildungen mit einer Wasserleitung versehen werden, wobei ein Höhenunterschied von 120 Metern mittels eines Druckbehälters und eines Pumpwerks überwunden werden mußte. Die bereits begonnenen Arbeiten wurden infolge des 30jährigen Krieges nicht zuende geführt. M. war auch Zeichner und Kupferstecher; 57 Kupferstiche veröffentlichte sein Schwiegersohn Georg Wentenius („Selbst erfundene unnd mit eygner Hand gegrabene Emblemata“, 1640). M.s Vielseitigkeit spiegelt sich in seinen Schriften: In seiner Dissertation erklärt er das Wesen der Bewegung der Lebewesen aus physikalischen, medizinischen, geometrischen und architektonischen Prinzipien. Neben medizinischen Werken verfaßte er eine „Disputatio physico astronomica de Cometis“ (1630) und Handbücher zur Geometrie („Compendium geometricum“, 1619) und Arithmetik („Arithmetices compendium“, 1631). In der „Praxis Geometrica Universalis“ (1621), die auch eine Sinus-, Tangens- und Sekans-Tafel enthält, lehrt M. die Berechnung von Drei- und Vierecken mit Hilfe der Trigonometrie und wendet dieses Wissen dann auf die Vermessungspraxis an (Bestimmung von Höhen und Abständen; Triangulation). Die „Sciographia solis“ (1618) beschreibt ausführlich die Herstellung und den Gebrauch der Sonnenuhren und geht auf den Sonnenlauf und die Zeitmessung ein.

  • Literatur

    Jöcher;
    Jöcher-Adelung;
    Strieder;
    W. Diehl, Der Kanzleibau Georgs II. am Darmstädter Residenzschloß, e. Werk d. Prof. d. Med. u. Math., auch Artilleriedir. J. M., in: Hess. Chron. 7, 1918, S. 129-36;
    P.-G. Franke u. A. Kleinschroth, in: Hydraulik u. Wasserbau, 1991, S. 34 (P);
    Pogg. II;
    ThB.

  • Autor/in

    Menso Folkerts
  • Empfohlene Zitierweise

    Folkerts, Menso, "Müller, Jacob" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 312-313 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117591122.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA