Lebensdaten
1771 bis 1843
Geburtsort
Kirchosten/Niederelbe
Sterbeort
Darmstadt
Beruf/Funktion
Wasserbauingenieur
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117579084 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kroencke, Claus

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Kroencke, Claus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117579084.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1729–86), Landwirt, aus alter Bauern- u. Deichgrafenfam.;
    M Margaretha (1735–84), T d. Kauf- u. Handelsmanns Johann v. Rönn u. d. Mette Gätcken;
    Darmstadt 1800 Friederike (1777–1846), T d. Gen.stabsmedikus Dr. Georg Reuling (1739-99) u. d. Luise Elisabeth Koch;
    1 S, 2 T, u. a. Adelheid ( Wilhelm Curtmann, 1802–71, Dir. d. Lehrerseminars in Friedberg, s. ADB IV), Sophie Luise Ernestine Frieder. ( Joh. David Frdr. Lotheißen, 1796–1859, Präs. d. Hofgerichts in D. u. Präs. d. 2. Kammer);
    E Ferdinand Lotheißen (1833–87), Lit.- u. Kulturhist. (s. ADB 52).

  • Leben

    K. studierte in Hamburg an der Handelsakademie und in Göttingen. In der hzgl. Bibliothek in Gotha befaßte er sich intensiv mit Werken und Karten über den niederländ. Wasserbau. 1796 kam er zusammen mit dem Wasserbauingenieur Karl Friedrich Wiebeking zur Rheinbauinspektion nach Darmstadt. 1801/02 war er Professor in Gießen, u. a. für Wasser-, Straßen-, Mühlen-|und Brückenbaukunst. 1802 wurde K. als Nachfolger Wiebekings, der nach Österreich ging, Steuerrat und Rheinbauinspektor. Er sorgte alsbald für den Hochwasserschutz und die Binnenentwässerung des Hess. Rieds. „Innerhalb weniger Jahre verwandelten sich unter seiner Regie Sümpfe in fruchtbaren Boden, viele tausend Morgen nasse Wiesen in saftige Weiden und vorzügliches Ackerland“, heißt es in einer zeitgenössischen Chronik. Kurze Zeit gehörte er als Deputierter der Stadt Darmstadt dem ersten hess. Landtag an. 1822 wurde er zum Oberbaudirektor ernannt und ein Jahr später zum Regierungskommissar für den Rheindurchstich bestellt, für dessen Durchführung er sich vor allem mit seinem Werk „Über die Durchgrabung der Erdzunge am Geyer zur besseren Leitung des Rheins zwischen Worms und Oppenheim“ (1826) einsetzte. Er leitete selbst die Bauarbeiten (1828/29) und legte ausführliche Folgemaßnahmen fest, so z. B. die Anlage von Leitdämmen, den Bau von Winterdämmen mit einheitlicher Höhe und Weidenanlagen am Altrhein. So wurde durch den Rheindurchstich ein ausgezeichneter Hochwasserschutz erzielt und für die aufkommende Dampfschiffahrt eine Entwicklungsmöglichkeit geschaffen. K. arbeitete auch entscheidend an den Bestimmungen eines Maß- und Gewichtssystems für Hessen mit; ferner widmete er sich dem Steuerwesen, z. B. den Grundsätzen einer gerechten Besteuerung, und behandelte die Errichtung von Witwen- und Waisenkassen. 1838 trat er in den Ruhestand. Seine technischen Erkenntnisse waren lange Zeit richtungweisend für den Wasserbau: Ersatz von Faschinen durch Steinböschungen, Durchführung von Wasserstands- und Strömungsmessungen und Hochwasserprognosen. Mit dem bad. Oberwasserbaudirektor Joh. Gottfried Tulla hat er fast 30 Jahre lang einen regen brieflichen Gedankenaustausch betrieben, der in seinen Werken Niederschlag gefunden hat.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Gießen 1827).

  • Werke

    Weitere W zahlr. Veröff. (auch Überss. aus d. Französ. u. Holländ.) üb. Gewässerkde., Wasserbau, Landwirtsch., Steuerwesen u. Volkswirtsch. s. Scriba.

  • Literatur

    J. G. Büsch, Übersicht d. ges. Wasserbaues, 1796;
    NND 1843, S. 1177-81 (W-Verz.);
    Verhh. d. 2. Kammer d. Landstände d. Ghzgt. Hessen, 1820 ff.;
    J. A. Amelung, Abhh. üb. d. Wasserbau, 1845;
    Denkwürdigkeiten aus d. Dienstleben d. Hessen-Darmstädt. Staatsmin. H. Du Bos du Thil, 1921;
    Die Land-Dämme im Ghzgt. Hessen, 1882;
    W. Sbrzesny, C. K. als Beispiel d. Ing.ausbildung gegen Ende d. 18. Jh., 1938;
    H. Schulz, C. K., in: Wasser u. Boden, 1972, S. 109-12 (P);
    Gesch.bll. Kr. Bergstraße, 1972, S. 46-57 (P).

  • Autor/in

    Helmut Schulz
  • Empfohlene Zitierweise

    Schulz, Helmut, "Kroencke, Claus" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 58 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117579084.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA