Lebensdaten
1822 bis 1889
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Forsteck bei Kiel
Beruf/Funktion
Fabrikant ; Meeresforscher
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 117559237 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meyer, Heinrich Adolph

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Zitierweise

Meyer, Heinrich Adolph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117559237.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Christian (s. 1);
    Marie Louise Toberentz aus H.; kinderlos.

  • Leben

    Mit 16 Jahren trat M. in die Firma des Vaters ein und lernte frühzeitig alle Abteilungen der damals größten und modernsten Fabrik Hamburgs kennen, bevor er 1841 in die Vereinigten Staaten geschickt wurde. Dort gründete er 1842 ein kleines Tochterunternehmen, das Fischbein für den amerikan. Markt verarbeiten sollte. Nach drei Jahren Aufenthalt in den USA kehrte er 1844 nach Hamburg zurück. Als der Vater 1848 starb, übernahm M. gemeinsam mit dem Schwager Friedrich Traun die Leitung der Hamburger Fabrik, in die wenige Jahre später auch der jüngere Bruder Heinrich Christian eintrat. 1864 schied M. aus der gemeinsam betriebenen Firma aus und gründete in Hamburg eine Fabrik für Elfenbeinprodukte, die in ihrer Art einzigartig war und große Karawanen ins Innere Afrikas entsandte. 1873 nahm M. seinen Schwager Heinrich Westendarp in die Geschäftsleitung auf und übergab ihm 1889 den Betrieb.

    Neben seiner erfolgreichen Arbeit als Fabrikant war M. auch politisch tätig. So gehörte er 1848/49 der Verfassungsgebenden Versammlung für Hamburg an und war 1877-81 für den schleswig-holstein. Wahlkreis 3 Abgeordneter im Deutschen Reichstag, wo er der Fraktion des Fortschritts angehörte. Doch das eigentliche Interesse M.s gehörte der Meereskunde. Obwohl er kein ordentliches Hochschulstudium absolviert hatte, schrieb er bemerkenswerte Bücher über den Tierbestand der Kieler Bucht sowie über die hier vorkommenden Schnecken und Muscheln. In späteren Jahren beschäftigte er sich mehr und mehr mit den physikalischen Eigenschaften des Meeres und stellte dabei fest, daß die Temperatur und der Salzgehalt der Ostsee alljährlich erheblichen Schwankungen ausgesetzt waren, von denen auch der Fischbestand dieses Binnenmeeres abhing. Da es vorher noch keine vergleichbaren Untersuchungen gegeben hatte, auf die sich M. hätte stützen können, war er gezwungen, ein vollkommen neues Beobachtungs- und Meßverfahren zu entwickeln. Aus diesem Grunde richtete er sieben von ihm finanzierte Beobachtungsstationen von Kiel bis Helsingör in Dänemark ein und unternahm zwei kleinere Forschungsreisen in den Belt. Die notwendigen Instrumente zur Messung der Temperatur und des Salzgehaltes in Tiefenschichten des Ostseewassers wurden von M. selbst entwickelt Es handelte sich dabei um einfache, später nach ihm benannte Schöpfflaschen, in denen sich mit Hartgummi ummantelte Thermometer befanden. Überraschend einfach war auch ein von ihm konstruierter Behälter zum Transport von Heringseiern, der 1880 auf einer Fischereiausstellung vorgestellt wurde. M. hatte nämlich beobachtet, daß die Entwicklung des Herings durch niedrige Wassertemperaturen erheblich verlangsamt werden konnte, und deshalb seinen Behälter mit Eis gekühlt. – Als der preuß. Staat 1869 eine Kommission zur Untersuchung deutscher Meere ins Leben rief, wurde M. zu deren Vorsitzenden gewählt. Darüber hinaus war er Mitglied des Verwaltungsrates des Zoologischen Gartens in Hamburg|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Kiel 1866).

  • Werke

    Die Hinterkiemer od. Opistobranchia d. Kieler Bucht, 1865 (mit K. Möbius);
    Fauna d. Kieler Bucht, 1865;
    Unterss. üb. physikal. Verhältnisse d. westl. Theiles d. Ostsee, 1871;
    Die Prosobranchia u. Lamelibranchia d. Kieler Bucht, 1872 (mit K. Möbius);
    Zur Physik d. Meeres, Beobachtungen üb. Meeresströmungen, Temperatur u. specif. Gewicht d. Meereswassers während d. Nordseefahrt vom 21. Juli bis 9. September 1872, 1874;
    Period. Schwankungen d. Salzgehaltes im Oberflächenwasser d. Ostsee u. d. Nordsee, 1885.

  • Literatur

    Erinnerungen an Dr. H. A. M. nach seinen eigenen Aufzeichnungen, 1890, darin: G. Karsten, Wiss. Thätigkeit H. A. M.s, u. A. Hänel, Am Sarge, Abschiedsworte;
    Schröder;
    E. Alberti, Lex. d. Schleswig-Holstein-Lauenburg. u. Eutin. Schriftst. v. 1866-1882, 1886/86.

  • Autor/in

    Dieter Rednak
  • Empfohlene Zitierweise

    Rednak, Dieter, "Meyer, Heinrich Adolph" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 294 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117559237.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA