Lebensdaten
1867 bis 1938
Geburtsort
Strakonitz (Böhmen)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
medizinischer Chemiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117540277 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fürth, Otto Ritter von

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Zitierweise

Fürth, Otto Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117540277.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Rr. v. F. (seit 1880, 1822-92), Fabrikbes., Reichsrats- u. Landtagsabgeordneter, S d. Wolf F., Fabrikbes. in St.;
    M Wilhelmine (1836–1904), T d. Phil. Forchheimer, Fabrikbes.;
    Om Eduard Forchheimer ( 1889), Numismatiker (s. NDB V*);
    B Emil (1863–1911), Dr. iur., Advokat u. Politiker, Mitgl. d. Wiener Gemeinderates;
    Vt Phil. Forchheimer ( 1933), Hydrauliker (s. NDB V);
    Wien 1900 Margarete (* 1876, Cousine 2. Grades), T d. Gustav Rr. v. Grünebaum (1829–1905), Eisenbahn-Ing., stellv. Gen.-Insp. d. österr. Eisenbahnen, u. d. Charlotte Forchheimer;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    F. studierte Medizin und Naturwissenschaften in Wien, Prag, Heidelberg und Berlin, bevor er 1894 in Wien zum Dr. med. univ. promoviert wurde. Seine Lehrzeit verbrachte er bei P. Hofmeister in Prag und Straßburg. Hier erreichte er 1899 die Venia legendi für medizinische Chemie. 1905 kehrte F. nach Wien zurück; 1906 übernahm er als Extraordinarius die Leitung der chemischen Abteilung des physiologischen Institutes; 1917 erhielt er den Titel und Charakter eines ordentlichen Professors. 1929 übernahm er als Ordinarius die Lehrkanzel für medizinische Chemie an der Wiener Universität. 1938 wurde er in den Ruhestand versetzt. – F. hat nahezu alle Gebiete der physiologischen Chemie durch seine Arbeiten gefördert und bereichert, stets bedacht, damit der praktischen Medizin zu dienen. Er gehörte zu den ersten, die sich der Erforschung der Hormone widmeten. Es sei hier an seine Darstellung des Nebennierenmarkhormons, dem er den Namen Suprarenin gab, erinnert. Die Vorarbeiten reichen bis 1897 zurück. Seine Untersuchungen über Jodothyrin, über Cholin, über die Zusammensetzung der menschlichen Galle und ihren Einfluß auf die eiweißspaltenden Fermente, über Fettresorption, über fermentative Melaninbildung sind Marksteine in der Entwicklung seines Sonderfaches. Von großem Interesse waren auch seine früh einsetzenden Studien über die Chemie des Muskelgewebes, über die Gerinnung der Bluteiweißkörper und deren Beziehung zur Totenstarre, über die Quellungs- und Entquellungsvorgänge bei dieser. Von ihm und Charnass stammt eine Methode der Milchsäurebestimmung.

  • Werke

    W u. a. Vgl. ehem. Physiol. d. niederen Tiere, 1903;
    Melanine u. sonstige Farbstoffe, in: Hdb. d. Biochemie d. Menschen u. d. Tiere, hrsg. v. C. Oppenheimer, I, 1909, 21924;
    Chemie d. Muskelgewebes, ebd. II, 2, 1909, 21925;
    Probleme d. physiol. u. pathol. Chemie, 2 Bde., 1912/13;
    Kolloidchemie d. Muskels, ihre Beziehungen zu d. Problemen d. Kontraktion u. d. Starre, in: Ergebnisse d. Physiol. 17, 1919;
    Träume auf d. Asphodelosinsel, Ein philos. Trostbüchlein in Versen, 1920;
    Lehrb. d. physiol. u. pathol. Chemie, 2 Bde., 1925-28;
    Chemie d. Hormonorgane u. ihrer Hormone, Nierenartige Exkretionsorgane Wirbelloser, in: Hdb. d. normalen u. pathol. Physiol., 1929/30.

  • Literatur

    E. Glaser, in: Wiener Med. Wschr. 87, 1937, S. 1185 (P);
    F. Wessely, in: Wiener klin. Wschr. 59, 1947, S. 754;
    F. Lieben, ebd. 60, 1948, S. 377 (P);
    Fischer;
    BLÄ;
    ÖBL;
    Pogg. VI, VII a.

  • Autor/in

    Marlene Jantsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Jantsch, Marlene, "Fürth, Otto Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 701 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117540277.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA