• Genealogie

    V Franz (österr. Ritter 1854, Frhr. 1875, 1814-84), k. k. FML u. Artillerie-Dir. in Graz;
    M Emilie (* 1817), T d. Baumeisters Florian Jilg in Teschen;
    Teschen 1883 Maria Elisabeth (* 1854), T d. Zuckerbäckers Ferdinand Schabenbeck in Teschen u. d. Maria Köffler.

  • Leben

    Nach Absolvierung der Technischen Militärakademie in Wien wurde H. als Leutnant der Festungsartillerie zugeteilt und 1879-81 an die chemische Fachschule der TH Wien kommandiert. Schon als Student entwickelte er Methoden zur Analyse von Fettsäuren und Wachsen (Hüblsche Jodzahl). Als eifriger Schüler des Photochemikers J. M. Eder kam er mit Hauptmann G. Pizzighelli, dem Vorstand der photographischen Anstalt des technischen und administrativen Militär-Comité, dem Verfasser der bekannten „Anleitung zur Photographie“, in Verbindung. Gemeinsam arbeiteten sie ein in England patentiertes Kopierverfahren mit Platinsalzen mit vielen Neuerungen aus. Die Schrift „Platinotypie“ (1882) brachte ihnen die goldene Voigtländer-Medaille ein. 1885 wurde H. als Hauptmann zum Artilleriestab und im|gleichen Jahre an das Militärgeographische Institut versetzt und der Technischen Gruppe zugeteilt, die unter Leitung von Oberstleutnant O. Volkmer, einem erfahrenen Fachmann und Verfasser reproduktionstechnischer Schriften, stand. H. fiel unter anderem die Mitarbeit an Reproduktion und Druck der österreichischen Spezialkarte 1:75 000 zu. Seinen Auftrag, unter Ausschaltung der zeitraubenden und unsicheren manuellen Methoden und Einschränkung von Lithographie und Kupferstich neue photographische Verfahren einzuführen, hat er hervorragend ausgeführt. 1894 wurde er als Nachfolger Volkmers Vorstand der Technischen Gruppe des Instituts.

    H. war zugleich Gelehrter und Organisator. Im Rahmen der Reproduktionstechnik betrieb er eingehende Studien über Photogalvanographie, photographische Emulsionsschichten, Farbphotographie, Absorptionsband und Farben der Pigmente, Sensibilisation, Farb- und Autochromplatten und über viele Spezialthemen. Er konstruierte ein Graukeilsensitometer mit farbigen Lichtfiltern. 1909 führte er den Offsetdruck in Österreich ein. Als gegen Ende des 19. Jahrhundert die photographische Terrainaufnahme erprobt wurde, hat H. ihr sofort seine Unterstützung zugewandt. 1891-94 führte er erfolgreiche Versuche mit der Einschneide-Photogrammetrie durch, die daraufhin eine ständige Einrichtung der österreichischen Landesaufnahme wurde. Als C. Pulfrich in Jena den Stereokomparator baute, von dem eines der ersten Exemplare 1903 in das Militärgeographische Institut kam, förderte H. die Stereophotogrammetrie, was 1907 zur Erfindung des Stereoautographen durch den Institutsangehörigen, Oberleutnant Eduard von Orel, und damit zur automatischen Kartierung von Bildmeßaufnehmen führte, die heute bei Luftaufnahmen in allen Ländern angewendet wird. 1910 schuf H. die Photogrammetrie-Abteilung des Instituts, die sich unter Orels Leitung glänzend entwickelte. 1913 trat H. in den Ruhestand, wurde aber noch 1918/19 Kommandant des Instituts. 1920-24 begab er sich nach Brasilien, um dort nach österreichischem Muster eine kartographische Anstalt einzurichten.|

  • Auszeichnungen

    Mitbegr. d. Österr. Ges. f. Photogrammetrie, Ehrenmitgl. zahlr. in- u. ausländ. Fachvereinigungen, Dr. sc. techn. h. c. (TH Wien 1918).

  • Werke

    Weitere W u. a. Methode z. Unters, d. Fette, in: Dinglers polytechn. Journal 353, 1884;
    Die photogrammetr. Terrainaufnahme, in: Mitt. d. Mil.-geograph. Inst., 1900;
    Die stereoskop. Terrainaufnahme, ebd., 1904;
    Die photograph. Reproduktionsverfahren, 1898;
    Die Theorie u. Praxis d. Farbenphotogr. mit Autochromplatten, 1909, 51921;
    Die photograph. Lichtfilter, 1910, 31927;
    Die orthochromat. Photogr., 1920;
    Farbenphotogr., 1929 (mit L. Grebe u. E. J. Wall).

  • Literatur

    Keßler, in: Photograph. Korr., 1928, S. 101 f. (P);
    E. Dolezal, Bildmessung u. Luftbildwesen, 1932, S. 49-51;
    J. M. Eder, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien 82, 1932;
    E. Kurzel-Runtscheiner, in: Österr. Naturforscher, Ärzte u. Techniker, 1957, S. 163-65 (P);
    Pogg. VI;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Fritz Manek
  • Empfohlene Zitierweise

    Manek, Fritz, "Hübl, Arthur Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 714 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117539139.html#ndbcontent

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