• Genealogie

    V Leopold Otto (* 1838), Rechtsanwalt u. Notar in B., Kaufm.-S;
    M Hulda (* 1841), T d. Zimmermanns Carl Dehben;
    N. N.;
    4 S, 1 T.

  • Leben

    F. studierte Medizin in Würzburg, Leipzig und Berlin. Nach Promotion und Approbation (Berlin 1887), widmete er sich der Bakteriologie. Er nahm an einem von R. Koch geleiteten bakteriologischen Kursus teil, volontierte am Hygienischen Institut der Universität Berlin, wurde 1891 Assistent an der Wissenschaftlichen Abteilung des Institutes für Infektionskrankheiten und erfreute sich einer hohen Wertschätzung Kochs. Er erforschte und bekämpfte gefährliche menschliche Infektionskrankheiten: in Bonn und Solingen war er mit der Cholerabekämpfung, in Portugal mit der Erforschung der Menschenpest, in Italien der Malaria und in Trier mit der Typhusdiagnostik beschäftigt. 1897 erhielt er den Professortitel, 1899 wurde er Vorstand der Wissenschaftlichen Abteilung am Institut für Infektionskrankheiten und 1908 ordentlicher Professor der Hygiene an der Tierärztlichen Hochschule in Berlin. Ungefähr 40 wissenschaftliche Arbeiten, die die verschiedensten Fragen aus Gebieten der Hygiene und Bakteriologie behandeln, sind entstanden. Das Bemühen um die Erforschung der Erreger der Infektionskrankheiten tritt besonders hervor. – Unter primitivsten Bedingungen führte F. mit F. Löffler zuerst in Berlin und später in Greifswald Untersuchungen über die Entstehung der Maul- und Klauenseuche, wohl der wirtschaftlich bedeutungsvollsten Infektionskrankheit des Rindes, durch. 1898 glückte der Nachweis, daß der Erreger ein filtrierbares Virus ist. Beide Forscher leiten damit die virologische Ära ein, der wir die Entdeckung zahlreicher Viren als Verursacher von Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier verdanken. F. arbeitete unermüdlich an der morphologischen Darstellung des Erregers der Maul- und Klauenseuche mittels des Hellfeld-Mikroskopes und glaubte, den Erreger auf toten Nährböden vermehren zu können. Hierin hat er sich geirrt, denn die mikroskopische Darstellung ist bis heute selbst mit dem Elektronenmikroskop nicht möglich gewesen, und die Züchtung bedurfte des lebenden Gewebes einer Zellkultur. Beachtung haben ferner noch Arbeiten gefunden, die sich auf die Morphologie und Züchtung des Lungenseuchenerregers erstreckten, eines Bakteriums, das zur Gruppe der pleuropneumonieähnlichen Organismen (PPLO) gehört und, da es in verschiedenen Spielarten bei Mensch und Tier vorkommt, aktuelles Interesse besitzt. – Geheimer Medizinalrat.

  • Werke

    W u. a. Zur Frage d. Reinzüchtung d. Amöben, in: Zbl. f. Bakteriol., Abt. I, 21, 1897, S. 926-32;
    Summar. Ber. üb. d. Ergebnisse d. Unters. d. Komm. z. Erforschung d. Maul- u. Klauenseuche b. d. Inst. f. Infektionskrankheiten in Berlin, ebd. 22, 1897, S. 257-59;
    Morphol. d. Lungenseuchenerregers, Ber. für d. Sitzung d. Mikrobiolog. Ges. am 7.4.1924, ebd. 76, 1924, S. 381;
    Ber. d. Komm. z. Erforschung d. Maul- u. Klauenseuche b. d. Inst. f. Infektionskrankheiten in Berlin, in: Berliner tierärztl. Wschr., Mitt. f. Veterinärbeamte, Ser. 7, 1899, Nr. 1 (mit F. Löffler);
    Die Entdeckung d. Maul- u. Klauenseuchenerregers, Ber. üb. d. Sitzung d. Berliner Mikrobiolog. Ges. v. 7.4.1924, ebd. 40, 1924, S. 185-87;
    Der Erreger d. Maul- u. Klauenseuche, ebd., S. 341-43;
    Unters, üb. d. Dürener Rinderseuche, ebd., S. 171-76;
    Die Morphol. d. Lungenseuchenerregers, e. mikrophotogr. Studie, in: Archiv f. wiss. prakt. Tierheilkde. 49, 1923, S. 34-48, 273-82;
    Die Morphol. u. Kultur d. Maul- u. Klauenseuchenerregers, ebd. 51, 1924, S. 99-122 (mit H. Dahmen);
    Über d. Züchtung u. Morphol. d. Maul- u. Klauenseuchenerregers, in: Dt. tierärztl. Wschr. 32, 1924, S. 365-68 (mit dems.).

  • Literatur

    K. Bierbaum, in: Tierärztl. Rdsch. 34, 1928, S. 505 (P).

  • Autor/in

    Hans Hartwigk
  • Empfohlene Zitierweise

    Hartwigk, Hans, "Frosch, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 664 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11753871X.html#ndbcontent

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