Lebensdaten
1859 bis 1913
Geburtsort
Oels
Sterbeort
Marburg/Lahn
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 117538205 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsch, Paul Ernst Moritz
  • Fritsch, Paul
  • Fritsch, Paul Ernst Moritz

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Zitierweise

Fritsch, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117538205.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Ledig.

  • Leben

    F. promovierte als Schüler A. Baeyers 1884 in München und war zunächst in der chemischen Industrie tätig. 1889 kam er als Assistent an das Chemische Institut der Universität Breslau, 1890 nach Rostock. 1893 habilitierte er sich in Marburg, war dort zunächst Assistent am Chemischen Institut und ab 1896 am Pharmazeutisch-chemischen Institut (1899 Professortitel). 1902 ging F. zunächst nach München, dann nach Berlin. 1908 kehrte er nach Marburg zurück. – F. ist bekannt durch Arbeiten auf dem Gebiet der heterocyclischen Verbindungen, insbesondere durch die auf ihn und C. Pomeranz zurückgehende Synthese des Isochinolins, von dem sich wichtige Alkaloide und Arzneistoffe ableiten. Die aus aromatischen Aldehyden und Aminoacetaldehydacetal leicht sich bildenden Benzalaminoacetale schließen bei Gegenwart von Schwefelsäure den Isochinolinring. Die Bedeutung der Fritsch-Pomeranz-Synthese liegt in ihrer breiten Anwendbarkeit; sie erlaubt sehr verschiedenartig substituierte Isochinoline direkt und in meist guten Ausbeuten zu gewinnen. F. hat ferner entdeckt, daß 1,1-Diaryl-2-halogen-äthylene bei der Einwirkung von Basen unter Abspaltung von Halogenwasserstoff in Diaryl-acetylene übergehen. Der Mechanismus dieser bemerkenswerten Umlagerung war bis in die neueste Zeit Gegenstand theoretischer und experimenteller Untersuchungen.

  • Literatur

    R. Adams, in: Organic Reactions VI, New York 1951;
    R. C. Elderfield, in: Heterocyclic Compounds IV, ebd. 1952;
    V. Franzen, in: Chemiker-Ztg. 82, 1958, S. 220;
    Pogg. IV, V.

  • Autor/in

    Horst Böhme
  • Empfohlene Zitierweise

    Böhme, Ernst, "Fritsch, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 629 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117538205.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA