Lebensdaten
1838 bis 1910
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Clausthal (Harz)
Beruf/Funktion
Physiker ; Physikhistoriker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117536873 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gerland, Anton Werner Ernst
  • Gerland, Ernst
  • Gerland, Anton Werner Ernst

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Zitierweise

Gerland, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536873.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Balthasar (1795–1861), kurhess. Gen.-Major, Organisator d. kurhess. Artillerie, verdient um d. Bau d. Main-Weser-Bahn, 1848-50 Führer d. liberalen Offz.korps (s. L), S d. Joh. Wilh., Hofwagnermeister in K., u. d. Weißbinders-T Anna Cath. Rudolph;
    M Wilhelmine, T d. Cornelius Grandidier (1757–1826), aus Hugenottenfam., Obermedizinaldir., kurhess. Leibarzt (s. BLÄ), u. d. Jeanette Du Ry (T d. Simon Ludw. Du Ry, 1799, Architekt, s. NDB IV);
    Om Joh. Ludw. Grandidier (1810–78), Arzt (s. BLÄ); Stief-O Carl Anton Henschel ( 1861), Inh. d. Henschel-Maschinenfabrik in K.;
    B Georg (s. 3), Otto (1835–1922), Rechtsanwalt in Schmalkalden, Polizeidir. in Hildesheim, Heimatforscher (s. L), Wilhelm (s. Gen. 2);
    Halb-B Ferdinand (1829–1900), Artillerie-Offz., dann Leiter d. Henschel-Maschinenfabrik in K.;
    Vt Wilhelm (William) (1831–1915), Industrie-Chemiker (s. Pogg. III-V);
    Kassel 1876 Henriette (* 1846), T d. Hptm. Doussin;
    T Margarete (⚭ Hellmuth v. Steinwehr, 1874–1951, Physiker, Physikochemiker);
    N Ernst (s. 2), Heinrich (s. 4), Karl (1875–1947), Prof., Dir. d. Landwirtsch.kammer f. d. Prov. Westfalen (s. Kürschner, Gel.-Kal.).

  • Leben

    G. studierte zunächst an der höheren Gewerbeschule zu Kassel und – nach praktischer Tätigkeit – am Polytechnikum zu Karlsruhe, wo er unter anderem unter F. Redtenbacher Maschinenbau trieb. Dann wandte er sich 1859, seinen stärker hervortretenden theoretischen Neigungen folgend, dem Studium von Mathematik und Physik in Marburg zu (Lehramtexamen 1863, Promotion 1864 bei A. Wüllner). Nach Hilfslehrerjahren am Gymnasium in Kassel (1863–67) führte er physikalische Arbeiten bei Wüllner an der Universität Bonn aus (1867), wirkte dann als Assistent von P. L. Rijke am physikalischen Institut der Universität Leiden und habilitierte sich hier in Physik. Nachdem er am Kriege 1870/71 teilgenommen hatte, wurde er 1872 Lehrer der Mathematik und Physik an der höheren Gewerbeschule in Kassel. Seit 1888 wirkte er als Dozent, seit 1892 als Professor für Physik und Elektrotechnik an der Bergakademie Clausthal. – G. trat zunächst mit experimentellen Untersuchungen in Physik und Pflanzenphysiologie hervor. Aber schon in dem an alten wissenschaftlichen Instrumenten reichen Leiden mag er Anregungen zu geschichtlichen Arbeiten empfangen haben, denen er sich dann besonders in Kassel widmete, zumal eine wissenschaftliche Forschertätigkeit in der Experimentalphysik dort nicht möglich war. Auch in Clausthal setzte er seine historischen Arbeiten fort, die ihm guten Ruf verschafften. So liegt G.s Hauptleistung im Gebiete der Geschichte der exakten Naturwissenschaften und Technik. In dieser damals noch wenig gepflegten Wissenschaft wirkte er zum Teil richtungweisend. Er stellte historisch-kritische Untersuchungen über spezielle Gegenstände, besonders über physikalische Apparate an, schrieb aber auch treffliche zusammenfassende Werke, wie „Geschichte der physikalischen Experimentierkunst“ (1899, mit F. Traumüller) und „Geschichte der Physik“ (Abteilung 1: bis zum Ausgange des 18. Jahrhunderts, postum 1913, herausgegeben von H. von Steinwehr). Besonders wertvoll sind auch seine Arbeiten über Leibniz und D. Papin: „Leibnizens und Huygens' Briefwechsel mit Papin, nebst der Biographie Papins“ (1881, Nachtrag 1883) und „Leibnizens nachgelassene Schriften physikalischen, mechanischen und technischen Inhalts“ (1906).

  • Werke

    Weitere W u. a. Licht u. Wärme, 1883;
    Die Anwendung d. Elektrizität b. registrierenden Apparaten, 1887;
    Gesch. d. Physik, 1892.

  • Literatur

    Chronik d. Bergak. Clausthal, 1909/10, S. 42-60 (W);
    H. Geitel, in: Naturwiss. Rdsch. 25, 1910, S. 247 f.;
    R. Rothe, E. G. z. Gedächtnis, 1910 (W);
    S. Günther, in: Mitt. z. Gesch. d. Med. 10, 1911, S. 14-20;
    BJ XV (Tl. 1910, L);
    Pogg. III-V. - Zur Gesamtfam.:
    Dt.GB 54;
    - zu V Balthasar:
    R. Friderici, in: Lb. aus Kurhessen u. Waldeck II, 1940, S. 139-49 (L);
    - zu B Otto:
    M. Reinhardt, ebd., S. 162-68 (L).

  • Autor/in

    Friedrich Klemm
  • Empfohlene Zitierweise

    Klemm, Friedrich, "Gerland, Ernst" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 303 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117536873.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA