Lebensdaten
1839 bis 1925
Geburtsort
Kassel
Sterbeort
Mailand
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117530247 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Körner, Guglielmo
  • Körner, Wilhelm
  • Körner, Guglielmo

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Zitierweise

Körner, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117530247.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Wilhelm (1795–1864), Hof- u. Münzgraveur (s. ThB), S d. Hof- u. Münzgraveurs Wilhelm (1764–1833) in K. (s. ThB) u. d. Maria Luise Heister;
    M Sophie (1805–61), T d. Mühlenbes. Georg Küch in Simmershausen u. d. Catharina Elisabeth Pruesamusca;
    1) Mailand 1874 Emilia (1854–85), 2) ebd. 1886 Erminia (1865–1918), beide T d. Ing. Achille Pavesi in M. u. d. Ernesta Castelli;
    5 S, 2 T aus 1), 3 S, 2 T (?) aus 2).

  • Leben

    Nach dem Besuch der Höheren Gewerbeschule in Kassel ging K. 1859 nach Gießen und wurde nach nur einjährigem Studium bei Heinrich Will zum Dr. phil. promoviert, bei dem er als Assistent bis 1864 tätig war. Danach arbeitete er bis 1867 im Laboratorium von Kekulé in Gent mit Unterbrechung durch einen halbjährigen Aufenthalt bei W. Odling in London (1865). Die Notwendigkeit, sich nach einem schweren Anfall von Gelenkrheumatismus in einem wärmeren Klima zu erholen, zwang K., sich von Kekulé zu trennen und nach Italien überzusiedeln, wo ihn Stanislao Cannizzarro in sein Institut in Palermo aufnahm. Gleich nach Gründung der „Scuola Superiore di Agricoltura“ erhielt K. 1870 dort den Lehrstuhl für organische Experimentalchemie, 1875-1922 mit Lehrauftrag an der eben gegründeten TH Mailand. 1880 ließ er sich in Italien naturalisieren und amtierte 1899-1914 als Direktor der Landwirtschaftlichen Hochschule. – K.s Lebenswerk wurde bestimmt von Kekulés 1865 veröffentlichter Benzoltheorie, deren wichtigste Aussagen er experimentell zu verifizieren suchte. Er führte seinen Beweis in 3 Stufen: Zunächst untermauerte er seit 1865 mit Arbeiten über Benzolderivate die allgemeine Vermutung, daß es nur 3 Gruppen von Stellungsisomeren am Benzol gibt, und führte dabei 1866 die Präfixe ortho-, meta- und para- in die Nomenklatur der aromatischen Verbindungen ein („Über die Bestimmung des ehemaligen Ortes bei den aromatischen Verbindungen“, 1866-74). Dann demonstrierte er 1869 in einer umfangreichen Arbeit, daß alle substituierbaren Wasserstoffatome im Benzol gleichwertig sind. Und schließlich zeigte er 1874, daß man und wie man die Stellung der Substituenten am Benzolkern chemisch ermitteln kann. Er führte dabei di- in trisubstituierte Benzolderivate über und umgekehrt und schloß aufgrund seines umfangreichen Materials (unter anderem 126 neue Verbindungen durch eigene Synthesen) aus der Zahl der jeweiligen Isomere auf ihre Stellung. Kekulés Benzolformel übernahm K. übrigens nicht, sondern vermutete, daß die 6 C-Atome in zwei Ebenen zu je 3 Atomen angeordnet sein müßten. – Neben diesen Untersuchungen veröffentlichte er Arbeiten über Pyridin, dessen Konstitution er 1869 ermittelte, über Asparaginsäure (1880) und über Alkaloide, zum Beispiel aus der Angosturarinde (1883). 1882 synthetisierte er – unabhängig von Oskar Hinsberg – das Chinoxalin.

  • Werke

    Weitere W Faits pour servir à la détermination du lieu chimique dans la série aromatique, in: Bull. Ac. Royale de Belgique 24, 2. Ser., 1867, S. 166-85;
    Fatti per servire alla determinazione del luogo chimico nelle sostanze aromatiche, in: Giornale di Scienze Naturali ed Economiche di Palermo 5, 1869, S. 208-56;
    Studi sull'isomeria delle cosidette sostanze aromatiche a sei atomi di carbonio, in: Gazzetta Chimica Italiana 4, 1874, S. 305-446;
    L'Industria chimica in Italia nel cinquant. (1861-1910), 1919.

  • Literatur

    R. Anschütz, in: Ber. d. dt. Chem. Ges. 59, 1926, S. 75-111 (vollst. L-Verz., P);
    L'Opera classica di Guglielmo Koerner (Festschr. z. 50j. Dr.-Jubil.), 1910;
    J. B. Cohen, in: Journal of the Chemical Society (London) 127, 1925, S. 2975 f.;
    E. Menozzi, in: Chimica Industriale ed Applicata 7, 1925;
    L. Berzolari, in: Reale Ist. Lombardo Rendinconti 58, 1925;
    M. P. Crosland, Historical Studies in the Language of Chemistry, 1962, S. 329-31;
    Pogg. V, VI (L);
    Dt.GB 65 (P).

  • Autor/in

    Hans-Werner Schütt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schütt, Hans-Werner, "Körner, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 391 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117530247.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA