Lebensdaten
1839 bis 1900
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Biologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117530182 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Frank, Albert Bernhard

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Frank, Albert Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117530182.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Bernh., aus Osseg/Böhmen, Kastellan beim Kaufm.ver. in D.;
    M Caroline Agnes Wolfram;
    N.N.;
    1 T.

  • Leben

    F. studierte ab 1861 in Leipzig Naturwissenschaften, vor allem Botanik bei G. H. Mettenius und H. G. Reichenbach. 1865 promovierte er in Leipzig, wurde Kustos des dortigen Universitätsherbariums, habilitierte sich 1867 und wurde 1878 außerordentlicher Professor. In dieser Zeit beschäftigte er sich neben anatomischen hauptsächlich mit reizphysiologischen Fragen. Die Begriffe Transversalgeotropismus und -heliotropismus stammen von ihm. 1881 wurde F. als Professor für Pflanzenphysiologie an die Landwirtschaftliche Hochschule Berlin berufen. Hier fesselte ihn zunächst die Bindung des freien Stickstoffs durch die Pflanzen. Seine Ansichten über die Wurzelknöllchen der Leguminosen sind freilich heute überholt, nicht jedoch seine Gedanken zur Mykorrhiza, deren Name auch von ihm geprägt wurde. – Da F. sich immer mehr pflanzenpathologischen Problemen zuwandte, benannte er seine Wirkungsstätte in „Institut für Pflanzenphysiologie und Pflanzenschutz“ um. Im Auftrage des Ministeriums für Landwirtschaft bearbeitete er zunächst Krankheiten der Süßkirsche, die im Obstbaugebiet an der Unterelbe aufgetreten waren. Später dehnte er seine Untersuchungen auch auf die Schädigungen anderer Kulturpflanzen aus wie Rüben, Getreide, Kartoffeln, wobei er selbst bis in das Gebiet der Zoologie vordrang. Bestrebt, die Ergebnisse seiner Arbeiten rasch nutzbar zu machen, unterhielt er eine enge Bindung mit der Praxis. Mit der Zeit entwickelte F. eine rege beratende Tätigkeit auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes und schuf damit die ersten Anfänge der heute in umfassender Weise von den zahlreich bestehenden Pflanzenschutzämtern mit ihren Außenstellen wahrgenommenen Aufgabe. F. war auch ein glänzender akademischer Lehrer. 1899 wurde er als Vorsteher der neu errichteten Biologischen Abteilung für Land- und Forstwirtschaft an das Kaiserliche Gesundheitsamt (heute Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft) berufen. – Geheimrat.

  • Werke

    W u. a. Über d. Entstehung d. Intercellularräume d. Pflanzen, 1867;
    Btrr. z. Pflanzenphysiol., 1868;
    Pflanzentabellen z.… Bestimmung d. höheren Gewächse Nord- u. Mitteldtld.s, 1869, 71897;
    Die Krankheiten d. Pflanze, 1880, 23 Bde., 1895 f.;
    Grundzüge d. Pflanzenphysiol., 1882;
    Wandtafeln f. d. Unterricht in d. Pflanzenphysiol., 1889 (mit A. Tschirsch);
    Über d. Pilzsymbiose d. Leguminosen, 1890;
    Lehrb. d. Pflanzenphysiol., 1890, 21896;
    Pflanzenschutz, Slg. v. Arbb. d. Dt. Landwirtsch. Ges., 1892, 21896 (mit P. Sorauer);
    Lehrb. d. Botanik…, 2 Bde., 1892 f.;
    Pflanzenkde. f. niedere u. mittlere Landwirtsch.schulen, 1894;
    Kampfbuch gegen d. Schädlinge unserer Feldfrüchte, 1897;
    Schildlausbuch, 1900 (mit F. Krüger);
    ca. 200 Veröff. aus d. Gebieten d. Anatomie, Physiol. u. Pathol. d. Pflanzen. – Bearb. u. Neuhrsg. u. a.: J. Leunis, Synopsis d. drei Naturreiche, T. 2, Botanik (= Synopsis d. Pflanzenkde.), 2u. 31877-83/86;
    ders., Schul-Naturgesch., Botanik, 9-121877-1900;
    Analyt. Leitfaden f. d. ersten wiss. Unterricht in d. Naturgesch., Botanik, 8-111878-95.

  • Literatur

    F. Krüger, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 19, 1901, S. (10)-(36) (ausführl. W-Verz.);
    ders., in: Dt. Landwirtsch. Presse 27, 1900, S. 993 (W, P);
    Die Kgl. Landwirtsch. Hochschule in Berlin, Festschr., 1906, S. 150;
    Quante, in: BJ V, S. 257-60 (W, L, u. Tl. 1900, L).

  • Autor/in

    Ulrich Berger-Landefeldt
  • Empfohlene Zitierweise

    Berger-Landefeldt, Ulrich, "Frank, Albert Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 338-339 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117530182.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA