Lebensdaten
1841 bis 1902
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Bankier ; Politiker
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11752512X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hinrichsen, Siegmund

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Zitierweise

Hinrichsen, Siegmund, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11752512X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Moritz (1804–78), Schreib- u. Rechenlehrer a. d. Stiftungsschule v. 1815 in H. (isr. Freischule f. arme jüd. Jungen, d. z. vaterländ. Gesinnung u. zum Abbau jüd. Eigentümlichkeiten erzogen werden sollten; seit 1853 nahm sie auch christl. Schüler auf), S d. Hoflieferanten Samson Ruhen ( 1806) in Schwerin u. d. Schönchen Aron;
    M Jette (1819–66), T d. Levin Wulff (1785–1870), Uhrgehäusemacher in H., u. d. Male Hinrichsen;
    Ur-Gvv Abraham Aaron, Hofmedailleur in Schwerin;
    Vt Marcus Wolf (s. 1);
    Hamburg 1871 Rebecca Pullen gen. Behrens (1850–1927), T d. George Pullen u. d. Margaret MacClean; kinderlos.

  • Leben

    H. empfing seine Schulbildung in der fortschrittlichen Stiftungsschule. Im Anschluß daran absolvierte er eine Banklehre und war dann bei der Norddeutschen Bank – zuletzt als Prokurist – beschäftigt. 1879 machte er sich mit einem Kompagnon selbständig und gründete die Privatbank Hardy & H. Die Firma gehörte zu den kleineren Unternehmungen ihrer Art, die vornehmlich für einen begrenzten Kundenkreis im hamburger Börsengeschäft wirkte. Neben seiner beruflichen Tätigkeit versah der durch|ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, liberale Gesinnung und ausgleichendes Wesen ausgezeichnete H. viele Ehrenämter, so als Mitglied und zeitweiliger Präses der Handelskammer Hamburg, als Vorsitzender der Freihafenlagerhausgesellschaft und als Mitglied, ab 1894 Präses des Vorstandes der Stiftungsschule von 1815, in welcher Eigenschaft er sich intensiv für Anton Rées Idee einsetzte, durch Simultanerziehung bei Kindern unterschiedlichen Glaubens, Herkommens und Standes besseres Verständnis füreinander zu erreichen und so bestehende soziale und religiöse Schranken abzubauen. Kunstsinn und Bibliophilie führten den Bankier in den Kreis Hamburger Kunstfreunde um Alfred Lichtwark. Im Mittelpunkt von H.s Wirken stand jedoch seine politische Tätigkeit in der Hamburger Bürgerschaft, in die er 1871 gewählt wurde und deren Fraktion „Linkes Zentrum“ er sich anschloß. Wortgewandt, humorvoll, umsichtig, zielstrebig und organisatorisch begabt, wurde er von Anfang an zur allgemeinen Geschäfts- und Verhandlungsführung des Parlamentes hinzugezogen. Ab 1872 amtierte er als Schriftführer, 1880-92 als 1. Vizepräsident und wurde schließlich 1892 zum Präsidenten gewählt. Dieses Amt übte er bis zu seinem Tode aus, der ihn während einer Bürgerschaftssitzung ereilte. Im Laufe seiner bürgerschaftlichen Tätigkeit setzte sich H. mit den großen politischen Fragen auseinander, die sich für Hamburg aus Reichsgründung, Zollanschluß, Choleraepidemie und so weiter ergaben, und wirkte nachhaltig an der Entscheidung vieler Sachfragen unter anderem aus dem Bereich der Verfassung und allgemeinen Verwaltung, des Geld- und Währungswesens sowie des Schul- und Kulturlebens mit.

  • Literatur

    A. Lichtwark, in: Jb. d. Ges. Hamburg. Kunstfreunde VIII, 1902;
    BJ VII;
    Hist.-biograph. Bll. 7, 1905/06, 6. Lfg.

  • Portraits

    Gem. (Hamburg, Handelskammer);
    Büste (ebd., Rathaus, Bürgerschaftsfoyer);
    Phot. in: Die Hamburger Freihafen-Lagerhausges. 1885-1910, 1910.

  • Autor/in

    Hans-Dieter Loose
  • Empfohlene Zitierweise

    Loose, Hans-Dieter, "Hinrichsen, Siegmund" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 189 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11752512X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA