Lebensdaten
1867 bis 1944
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Konzentrationslager Theresienstadt
Beruf/Funktion
Jurist
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117518743 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Magnus, Julius

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Magnus, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117518743.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus Berliner Familie.

  • Leben

    M. war nach dem Studium in Berlin und der juristischen Ausbildung Rechtsanwalt und Notar in Berlin. Im April 1915 wurde er maßgebender Schriftleiter der „Juristischen Wochenschrift (JW), des Organs des Deutschen Anwaltvereins. Unter seiner Schriftleitung erlangte die JW, die zunächst nur ein Berufsorgan von bescheidenem Umfang gewesen war, durch ihren breitgefächerten Inhalt sowie die Veröffentlichung bedeutender Beiträge und einer großen Zahl von Gerichtsentscheidungen (insbesondere des Reichsgerichts) internationale Geltung; sie wurde die führende juristische Fachzeitschrift, weit verbreitet im deutschsprachigen Raum, aber auch in den angrenzenden Ländern. 1928 gründete M. die Zeitschrift „Archiv für Urheber-, Film- und Theaterrecht“ (Ufita) und wurde deren Mitherausgeber. 1930 wurde ihm an der Univ. Berlin ein Lehrauftrag für Urheber- und Patentrecht erteilt.

    M. redigierte die JW nach der nationalsozialistischen Machtergreifung noch bis zum Heft 17 vom 29.4.1933. Danach wurde er nicht mehr erwähnt, ohne daß in der JW selbst eine Notiz über sein Ausscheiden veröffentlicht wurde. Lediglich in der „Deutschen Juristenzeitung“ (DJZ) vom 5. 5. fand sich in der Rubrik „Personalien“ die Bemerkung, M. habe „seine Tätigkeit als Schriftleiter der JW, die er 18 Jahre lang geleitet hatte, eingestellt“. Bei der Tagung vom 18.5.1933 wurde der Deutsche Anwaltverein in den „Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen“ (BNSDJ) „eingegliedert“. Im Juli 1933 wurde M. das Notariat entzogen, im September auch der Lehrauftrag an der Univ. Berlin. Ebenso schied M. aus der Herausgeberschaft der Zeitschrift „Ufita“ aus. 1939 emigrierte er in die Niederlande. Dort arbeitete er an einem großangelegten Wörterbuch der Rechtssprache in 14 Sprachen und einer Sammlung von Rechtssprichwörtern. Doch verhinderten die brutalen nationalsozialistischen Verfolger die Vollendung der Arbeiten. Nur ein kleiner Teil des Manuskripts blieb erhalten. Im Sommer 1943 wurde M. in das KZ Westerbork (Niederlande) verschleppt, sodann nach grausiger Irrfahrt über das KZ Bergen-Belsen Anfang 1944 in das KZ Theresienstadt eingeliefert. Dort starb er im Sommer 1944 den Hungertod.|

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c., Dr. rer. pol. h. c. (Univ. Frankfurt a. M. u. Heidelberg).

  • Werke

    u. a. Reformbestrebungen auf d. Gebiet d. gewerbl. Schutzrechtes, 1899;
    Kommentar z. Gesetz üb. d. Schutz d. Warenbezeichnungen, 1909 (mit Freund);
    Das Dt. Warenzeichenrecht, 1924, 61933 (mit F. Jüngel);
    Tabellen z. Internat. Recht (Zivilprozeßrecht, Staatsangehörigkeitsrecht, Urheberrecht), 1926-30;
    Die Notlage d. dt. Anwaltschaft, 1928. -
    Hrsg.: Die höchsten Gerichte d. Welt, d. Reichsgericht z. 50j. Bestehen vom Dt. Anwaltverein gewidmet, 1929;
    Festschr. f. Martin Drucker, 1934 (Neudr. 1983);
    - Mithrsg.: Rechtsvergleichendes Hdwb. f. d. Zivil- u. Handelsrecht d. In- u. Auslandes, 1929 ff.

  • Literatur

    H. Göppinger, Die Verfolgung d. Juristen, 1963;
    F. Ostler, Die dt. Rechtsanwälte 1871-1971, 1971;
    E. D. Hirsch-Ballin, Gewerbl. Rechtsschutz u. Urheberrecht, 1948, S. 169;
    M. Hachenburg, in: NJW 1949, S. 402;
    ders., Lebenserinnerungen e. Rechtsanwalts u. Briefe aus d. Emigration, 1978;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931;
    Rhdb. (P);
    BHdE II.

  • Autor/in

    Horst Göppinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Göppinger, Horst, "Magnus, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 674 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117518743.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA