Lebensdaten
1865 bis 1924
Geburtsort
Baldenburg (Westpreußen)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Generalmajor
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117518506 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Maercker, Georg L. R.
  • Maercker, Ludwig Rudolf Georg
  • Maercker, Georg
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Zitierweise

Maercker, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117518506.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor, Kreisrichter;
    M Ida Rehbein;
    Vt Albert Plehn (1861–1935), Prof., Tropenhygieniker, Chefarzt d. Krankenhauses am Urban in Berlin (s. Kürschner, Gel.-Kal. 1931; Fischer), Friedrich Plehn (1862–1904), Tropenhygieniker (s. Fischer);
    - Elsbeth Lindner.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Progymnasiums in Löbau und der Kadettenanstalten Culm und Lichterfelde trat M. 1885 in das Infanterie-Rgt. Nr. 21 in Thorn ein. 1888 ging er jedoch zur deutschen Pflanzergesellschaft nach Ostafrika und schloß sich 1889 der kurz zuvor errichteten Schutztruppe Wissmann an; ein Jahr später brachte er das erste deutsche Truppenkommando nach Deutsch-Südwestafrika. Nach Absolvierung der Kriegsakademie (1891–94) wurde M. zur Festlegung der Trasse der Anatolischen Eisenbahn nach Kleinasien abkommandiert, um anschließend bis 1898 Dienst beim Großen Generalstab zu leisten. Dem schloß sich eine Verwendung bis 1902 beim Gouvernement Kiautschou an, gefolgt von einer zweijährigen Dienstzeit als Kompaniechef beim Infanterie-Rgt. Nr. 41 in Tilsit. 1904-07 abermals bei der Schutztruppe in Südwestafrika als Generalstabsoffizier, wurde M. im Hererofeldzug schwer verwundet. Nach kurzer Dienstzeit beim Kommando der Schutztruppen in Berlin – inzwischen zum Major befördert – kehrte er nach Südwestafrika zurück, wo er bis 1910 als Kommandeur des Nordbezirks (Hereroland) verblieb. Diese mannigfaltigen Erfahrungen in Übersee ließen M. nicht nur zu einem engagierten Verfechter der Kolonialbewegung nach 1918 werden (u. a. in der Deutschen Kolonialgesellschaft, 1922 wurde er Mitbegründer und 1. Präsident des Deutschen Kolonialbundes), sondern formten ihn auch zu einer geistig aufgeschlossenen Persönlichkeit und einem vielseitig einsetzbaren Offizier.

    1910 wieder in die preuß. Armee zurückgetreten, war der am 22.4.1914 zum Oberst beförderte M. bei Ausbruch des 1. Weltkriegs Kommandant von Borkum. Erst seit August 1915 (mit der Ernennung zum Kommandeur des 2. Kurhess. Infanterie-Rgt. Nr. 82) sowie seit Januar 1916 (als Kommandeur verschiedener Infanterie-Brigaden) nahm er an den Kampfhandlungen des 1. Weltkriegs teil. In der Somme-Schlacht 1916 schwer verwundet, erhielt er nach seiner Genesung das Kommando über die 214. Infanterie-Brigade, mit der er im August 1917 in der Flandernschlacht focht. Am 18.8.1917 wurde M. zum Generalmajor befördert und kurz darauf mit dem Orden Pour le mérite ausgezeichnet. Seit Januar 1918 Kommandeur der 214. Infanterie Division, nahm er an der Schlacht um Armentières teil, wofür er namentlich im Heeresbericht erwähnt wurde und das Eichenlaub zum Pour le mérite erhielt.

    Bereits Anfang Dezember 1918 stellte M. aus den Verbänden seiner alten Division eines der ersten und schlagkräftigsten Freikorps auf, das „Freiwillige Landesjägerkorps“. Die hierbei entwickelten Prinzipien – Beschwerdeordnung, Disziplinarwesen, Institution der Vertrauensleute und der Berufsschulen – waren wegweisend; sie sollten die Strukturen der kommenden Reichswehr mitprägen. Zunächst in Berlin eingesetzt, übernahm M.s Korps im Februar 1919 den Schutz der Deutschen Nationalversammlung in Weimar. Die Truppe, inzwischen auf Brigadestärke angewachsen, erwies sich in den Bürgerkriegskämpfen 1919 als loyales Instrument der Reichsregierung, so vor allem bei der Niederschlagung der kommunistischen Aufstände in Mitteldeutschland. Der Verband wurde am 3.5.1919 als Kader der Reichswehrbrigade 16 in die vorläufige Reichswehr übernommen und M. am 1.11.1919 zum Befehlshaber des Wehrkreises IV (Dresden) ernannt. Seine vermittelnde und somit nicht eindeutig loyale Haltung gegenüber der Reichsregierung während des Kapp-Lüttwitz-Putsches führte am 8.4.1920 zu seiner Verabschiedung.

  • Werke

    Der Aufstand in Dt.-Ostafrika u. d. Wissmann'sche Schutztruppe, 1890;
    Unsere Schutztruppe in Ostafrika, 1893;
    Kriegführung in Ostafrika, in: Beiheft z. Mil.-Wbl. 1894, S. 149 ff.;
    Unsere Kriegsführung in Dt.-Südwestafrika, 1908;
    Am Naukluft-Gebirge, in: Dt. Kolonialbl. 1910, S. 657-61;
    Vom Kaiserheer z. Reichswehr, Gesch. d. freiwilligen Landesjägerkorps, Ein Btr. z. Gesch. d. dt. Rev., 31922 (P);
    Wie d. dt. Kolonien erworben wurden, in: Unvergessenes Heldentum, Das Kolonisationswerk d. dt. Schutztruppe u. Marine, hrsg. v. Dt. Kolonialkrieger-Bund, 1924, S. 7-13.

  • Literatur

    F. Crasemann, Freikorps M., Erlebnisse u. Erfahrungen e. Freikorpsoffz. seit d. Rev., 1920 (P);
    K. Brammer, Vfg.-Grundlage u. Hochverrat, Nach stenogr. Verhandlungsberr. u. amtl. Urkk. d. Jagow-Prozesses, 1922;
    E. v. Salomon (Hrsg.), Das Buch v. dt. Freikorpskämpfer, 1938 (P);
    F. W. v. Oertzen, Die dt. Freikorps 1918–23, 31938 (P);
    F. L. Carsten, Reichswehr u. Pol. 1918–33, 1964;
    H. Schulze, Freikorps u. Republik 1918–20, 1969;
    R. Wohlfeil, Heer u. Republik, in: Hdb. z. dt. Mil.gesch. 1648-1939, hrsg. v. Mil.geschichtl. Forschungsamt, III, 1970;
    E. Guth, Der Loyalitätskonflikt d. dt. Offizierskorps in d. Rev. 1918–20, 1983;
    H. Möller, Gesch. d. Ritter d. Ordens „pour le mérite“ im Weltkrieg, 2 Bde., 1935;
    Altpr. Biogr.

  • Autor/in

    Joachim Niemeyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Niemeyer, Joachim, "Maercker, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 638 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117518506.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA