Lebensdaten
1870 bis 1935
Geburtsort
Waßmannsdorf Kreis Teltow
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Prähistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117513539 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kiekebusch, Albert

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Zitierweise

Kiekebusch, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117513539.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1819–1901), Landwirt, S d. Landwirts Martin Peter in W. u. d. Marie Luise Stabrow;
    M |Auguste (1833–99), T d. Juweliers Daniel Traugott Kolshorn (1814–79) in Züllichau u. d. Auguste Osterwald;
    Berlin 1900 Lucie (1878–1944), T d. Georg Kolshorn (1841–1923), Oberfeuerwerker im Gaide-Artillerie-Rgt., u. d. Clara Jurchen;
    1 S, 1 T, u. a. Ingeborg Mertins-K. (* 1912), Dr. phil., Archäologin.

  • Leben

    K. war seit 1890 Volksschullehrer, holte 1904 in Berlin das Abitur nach und studierte dort anschließend Vorgeschichte, Geschichte, deutsche Literatur und Philosophie. Er promovierte 1908 bei Kossinna, dessen Einfluß trotz späterer Gegensätze auch weiterhin wirksam blieb. Er hielt dessen Methode für richtig, übte aber Kritik an der Darstellungsweise sowie an der Ausschließlichkeit der Schlußfolgerungen. Bald nach der Promotion wurde K. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Märkischen Museum in Berlin, an dem er bis zum Ende seines Berufslebens blieb, seit 1922 als Abteilungsdirektor. Seit 1910 hielt er Vorlesungen und Führungen an der Freien Hochschule, die später mit der Humboldtakademie vereinigt wurde. 1929 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Berlin und wurde 1932 Honorarprofessor. Sein Hauptanliegen war es, die Vorgeschichte breitesten Kreisen, vor allem Lehrern und Schülern, zugänglich zu machen. Dementsprechend wurden die vorgeschichtlichen Sammlungen im Märkischen Museum zu einer Volksbildungsstätte neu aufgestellt, wobei das Material nach dem damals neu aufgekommenen Prinzip in „Schausammlung, Lehrsammlung und Speicher“ aufgeteilt wurde. Er gründete 1923 eine Studiengesellschaft für wissenschaftliche Heimatkunde und schon 1915 ein Seminar zur Ausbildung von Hilfskräften für die Erforschung märkischer Vorzeit und Verbreitung vorgeschichtlicher Kenntnisse. K. veranstaltete auch Lehrgänge für Lehrer aller Schularten, Schulführungen und Wanderausstellungen in Berliner Schulen. Von seiner Grabungstätigkeit ist vor allem die Freilegung des bronzezeitlichen Dorfes Buch bei Berlin (1910–14) zu nennen. Er hat mit der kurz zuvor entdeckten Methode der Auswertung von Erdverfärbungen nicht nur in Buch beachtliche Erfolge erzielt, sondern überhaupt die vorgeschichtliche Siedlungsforschung in der Mark sehr gefördert. Außer der Dissertation beziehen sich alle seine Aufsätze auf die Mark Brandenburg: Grabungsberichte oder Veröffentlichungen bemerkenswerter Funde. Seine Erfahrungen bei der Öffentlichkeitsarbeit im Märkischen Museum verwertete er mehrfach in volkspädagogischen Aufsätzen.|

  • Auszeichnungen

    1. Vorsitzender d. Ges. f. Heimatkde. u. Heimatschutz in d. Mark Brandenburg, seit 1921.

  • Werke

    u. a. Der Einfluß d. röm. Kultur auf d. germanische im Spiegel d. Hügelgräber d. Niederrheins, 1908 (Diss.);
    Ein german. Reitergrab v. Neukölln b. Berlin, in: Prähist. Zs. 4, 1912, S. 395-403;
    Die Vorgesch. d. Mark Brandenburg, in: Landeskde. d. Prov. Brandenburg 3, 1912, hrsg. v. E. Friedel u. R. Mielke, S. 347-459, umgearb. f. Lehrer u. Schüler u. d. T. Bilder a. d. märk. Vorzeit, 1916;
    Die vorgesch. Abt. d. Märk. Mus. als Bildungs- u. Lehranstalt, in: Museumskde. 16, 1920, S. 1-17;
    Die Ausgrabung d. bronzezeitl. Dorfes Buch b. Berlin, 1923;
    Das Königsgrab v. Seddin, 1928;
    Vorgesch. im öff. Unterricht, in: M. Ebert, Reallex. 14, 1929, S. 200-16.

  • Literatur

    H. Kügler, in: Brandenburgia 39, 1930, S. 2-12 (Bibliogr., P);
    Die Feier d. 60. Geb.tages v. Dr. K., ebd., S. 105-28;
    F. Solger, Dem Gedächtnis A. K. u. Rob. Mielkes, ebd. 44, 1935, S. 34-38, (mit bibliograph. Nachtrag S. 57 f.);
    C. Umbreit, in: Mannus 27, 1935, S. 247-49;
    K. Hohmann, in: Nachrr.bl. f. Dt. Vorzeit 11, 1935, S. 97-100 (P);
    H. Gummel, Forschungsgesch. in Dtld., 1938, S. 429;
    J. Filip, Enzyklopäd. Hdb. z. Ur- u. Frühgesch. Europas I, 1966, S. 598.

  • Autor/in

    Clara Redlich
  • Empfohlene Zitierweise

    Redlich, Clara, "Kiekebusch, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 576 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117513539.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA