Lebensdaten
1827 bis 1912
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Schierstein/Rhein bei Wiesbaden
Beruf/Funktion
Sektfabrikant
Konfession
-
Normdaten
GND: 117451541 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Söhnlein, Johann Jacob
  • Söhnlein, Johann Jakob

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Söhnlein, Johann Jacob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117451541.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Gerhard (1791–1838), Bendermeister;
    Stief-V N. N.;
    M Clara Rosina Ettersberger (1789–1832); mehrere Stief-B gründeten mit S. 1865 d. „Rheingauer Schaumwein-Fabrik“ in Schierstein;
    – ⚭ Anna Maria Höser (1828–1911), aus W.;
    3 S Julius (1856–1942), Ing., seit etwa 1900 in Eberswalde, Erfinder, konstruierte Verbrennungsmaschinen, u. a. 1892 einen d. ersten Zweitaktmotoren (s. Nassau. Biogr.), Heinrich (1858–1942), Ziviling., Kaufm. in W., Friedrich (1860–1948, ⚭ Emmy Junker, 1870–1918, aus St. Petersburg, T e. amerik. Bierbrauers), in Oberjosbach, preuß. KR, Konsul, beide 1900 Nachf. v. S. in d. Ltg. d. „Rheingold – Söhnlein & Co., Rheingauer Schaumweinkellerei AG“ (s. Wenzel), 1 T Mathilde Götz (* 1857), zuletzt in d. Nervenheilanstalt Kiedrich; Stief-B d. Ehefrau Friedrich Poths-Wegner (1840/44–um 1917), Kaufm., Journ., Schriftst. in W., 1897 in München (s. Kosch, Lit.-Lex.; Nassau. Biogr.);
    E Kurt (1894–1985), Bühnenbildner, 1959 Ausstattungsleiter d. Niedersächs. Staatstheaters in Hannover, 1961–85 Gründer u. Leiter d. Theatermus. ebd. (s. L); wohl Ur-E Rainer (* 1941), Regisseur.

  • Leben

    Nach einer kaufmännischen Lehre in der Frankfurter Weingroßhandlung Foltz-Eberle gründete S. zusammen mit Heinrich Wilhelm Leopold Dennemann 1850 in Frankfurt/M. unter der Firma „Söhnlein & Dennemann“ eine Tabak- und Zigarrenhandlung mit eigener Zigarrendreherei. 1852 zeigten sie die Gründung einer Cayar-Matten-Fabrik und –Handlung in Frankfurt/M. an, 1855 verlegten sie ihre Aktivitäten nach Schierstein, wo sie die „Nassauische Gesellschaft für Tabakbau und Zigarren-Fabrikation“ ins Leben riefen. 1864 war S. maßgeblich an der|Gründung des „Vorschußvereins zu Schierstein“ beteiligt. Ein Jahr später gründete er gemeinsam mit Dennemann, seinen drei Stiefbrüdern sowie zwei weiteren Geldgebern aus Mainz und Wiesbaden die Aktiengesellschaft „Rheingauer Schaumwein-Fabrik“ mit Sitz in Schierstein. S., seit 1867 Direktor der Gesellschaft, wurde zu einem der Pioniere auf dem Gebiet des Markenwesens. Der Durchbruch auf dem hart umkämpften Sektmarkt gelang ihm nicht zuletzt mit der Schöpfung einer der ersten dt. Markenbezeichnungen, der Sektmarke „Rheingold“, die er 1877 ins dt. Markenregister eintragen ließ. Der Markenname leitete sich von der gleichnamigen Oper Richard Wagners ab, dessen Bekanntschaft S. zu Beginn der 1860er Jahre gemacht hatte. Als am 13.8.1876 die Bayreuther Festspiele mit dem Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ eröffnet wurde, vollzog Wagner werbewirksam die offizielle „Weihung“ des Rheingold-Sekts. 1876 gründete S. in Reims gemeinsam mit dem Stiefbruder seiner Frau, dem Kaufmann und Schriftsteller Friedrich Poths-Wegner, die Firma „Söhnlein & Co.“, die seit 1882 auch eine Fabrikationsstätte in Wiesbaden unterhielt. 1899 fusionierten beide Unternehmen zur „Söhnlein & Co. Rheingauer Schaumweinkellerei AG“, die 1907 in „Rheingold – Söhnlein & Co. Rheingauer Schaumweinkellerei AG“ umbenannt wurde. Seit 1900 zog sich S. sukzessive aus dem Unternehmen, das zur führenden Sektkellerei Deutschlands avanciert war, zurück. Nach seinem Tod übernahmen seine Söhne Wilhelm Heinrich und Friedrich Wilhelm die Leitung der Geschäfte. 1922 erfolgte die Umfirmierung in „Söhnlein Rheingold AG“. Mit der Einführung der preisgünstigeren Sektmarke „Söhnlein Brillant“ 1964 wurden breite Konsumentenschichten erschlossen. 1987 fusionierte das Unternehmen, in zwischen in eine KG umgewandelt, mit der Sektkellerei „Henkell & Co.“ zu „Henkell & Söhnlein Sektkellereien KG“, Wiesbaden-Biebrich.

  • Werke

    W zu Kurt: Erinnerungen an Siegfried Wagner u. Bayreuth, Mit e. Anh.: Siegfried Wagners Briefe an K. S., hg. v. P. P. Pachl, 1980.

  • Literatur

    Chronik d. Söhnlein Rheingold KG Sektkellerei Wiesbaden-Schierstein 1864–1964;
    Rheingold, Erinnerungen an d. Rheingauer Schaumweinkellerei Söhnlein & Co. Schierstein im Rheingau 1896;
    M. Weisser, Söhnlein Rheingold, Künstler. Werbung f. d. Sect 1879–1929, 1980;
    BJ 18, Tl.;
    P. Claus, Persönlichkeiten d. Weinkultur dt. Sprache u. Herkunft, 1991;
    Nassau. Biogr.;
    Qu
    Archiv d. Henkell & Söhnlein Sektkellerei KG, Wiesbaden;
    zu Kurt:
    B. Weber u. C. Niemann, K. S., Bühnenbilder, Ausst.kat. Theatermus. u. -archiv d. Niedersächs. Staatstheater, Hannover 1994;
    Kosch, Theater-Lex.;
    Nassau. Biogr.

  • Portraits

    Ölgem. u. Fotogrr. (Wiesbaden, Archiv d. Henkell & Söhnlein Sektkellerei KG).

  • Autor/in

    Ulrich Eisenbach
  • Empfohlene Zitierweise

    Eisenbach, Ulrich, "Söhnlein, Johann Jacob" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 529-530 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117451541.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA