Lebensdaten
1863 bis 1915
Geburtsort
Pedua (Estland)
Sterbeort
Ahrenshoop
Beruf/Funktion
Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117440779 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Seeberg, Oskar Theodor Alfred
  • Seeberg, Alfred
  • Seeberg, Oskar Theodor Alfred

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Zitierweise

Seeberg, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117440779.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Reinhold (s. 1);
    St. Petersburg 1900 Marie (1880–1953), T d. Reinhold v. Walter (1840–1909), Dr. phil., 1875–1901 Pastor an d. St. Katharinen-Kirche in St. Petersburg, Oberkonsistorialrat (s. Dt.balt. Biogr. Lex.), u. d. Emilie Pallisen; kinderlos;
    N Erich (s. 3).

  • Leben

    S. absolvierte das Abitur am Alten Gymnasium in Reval und studierte 1883–89 Theologie in Dorpat, wo ihn v. a. sein Bruder Reinhold wissenschaftlich prägte. Seit 1889/90 war er als Hilfsprediger in Dorpat und Reval sowie als Lehrer an einem Dorpater Mädchengymnasium tätig. 1891 wurde er aufgrund der Arbeit „Die Auferstehung Jesu bei Paulus“ zum Dr. theol. promoviert und erhielt gleichzeitig die venia legendi. Nach Studienaufenthalten in Erlangen und Leipzig bekam er 1895 eine ao. Professur in Dorpat, 1897 ein Ordinariat (Dekan 1905–08, Rektor 1914). 1908 nahm er einen Ruf nach Rostock, 1914 einen nach Kiel an. Seine methodisch auf die Positivität des sich kraft religiöser und theol. Plausibilität durchsetzenden Gemeindebekenntnisses zur Person Christi und zu seinem Werk basierenden neutestamentlichen Studien weisen motivische Parallelen zu Reinholds neoidealistischer „modern-positiver“ Theologie auf. S. suchte – darin von seinem Bruder beeinflußt und dessen dogmengeschichtliche Methode seinerseits beeinflußend – in der Religion den Ursprung bekenntnismäßiger Urformen der Christenheit. Aufgrund seiner konsequenten Hinwendung zur mündlichen Tradition des Urchristentums und zu dem formelhaften Überlieferungsgut im Neuen Testament, die er in seinem wichtigsten Werk „Der Katechismus in der Urchristenheit“ (1903, 21909, Nachdr. mit e. Einf. v. F. Hahn 1966) in bezug auf die christl. Sittenlehre, die älteste Glaubensformel und die Taufparadosis vollzog, gilt S. als Wegbereiter der formgeschichtlichen Methode. Im vorpaulinischen apostolischen Lehrstück von „Christi Person und Werk nach der Lehre seiner Jünger“ (1910) fand S. den Ansatzpunkt für die Bearbeitung des lebhaft diskutierten Problems disparater Protologien des Christentums („Paulus u. Jesus“).

  • Werke

    Die Taufe im NT, 1905, 21913;
    Die Didache d. Judentums u. d. Urchristenheit, 1908.

  • Literatur

    Reinhold Seeberg, D. A. S. weiland o. Prof. in Kiel, 1916;
    Th. Kaufmann, Die Harnacks u. d. S.s (s. L zu 1);
    Dt.balt. Biogr. Lex.;
    RGG2;
    LThK3;
    BBKL IX (W, L).

  • Empfohlene Zitierweise

    Kaufmann, Thomas, "Seeberg, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 136 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117440779.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA