Lebensdaten
1807 bis 1885
Geburtsort
Blankenburg (Harz)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Außenminister ; Hausminister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117323772 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schleinitz, Alexander Gustav Adolph Freiherr von (bis 1879)
  • Schleinitz, Alexander Graf von
  • Schleinitz, Alexander Gustav Adolph Freiherr von (bis 1879)
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Zitierweise

Schleinitz, Alexander Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117323772.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Frhr. (1756–1837), braunschweig. Min.resident in Wien, Präs. d. Konsistoriums u. Oberappellationsger. in Wolfenbüttel (s. Fam.art.), S d. Hans Christoph (1709–82), braunschweig. Geh. Legationsrat, Min., u. d. Wilhelmine v. Westernhagen (1727–1802);
    M Barbara v. Hochstetter (1768–1819), aus Wien;
    Stief-M N. N. Fürstin v. Hatzfeld-Trachenberg;
    Ov Carl Anton Wilhelm Frhr. (1751–1807), seit 1795 Präs. d. Kammerger. zu Berlin (s. Fam.art.);
    B Wilhelm Frhr. (1794–1856, braunschweig. Frhr. 1853), 1830-56 braunschweig. Justizmin., 1830 u. 1848-56 Außenmin., 1831-48 Innenmin., Julius Frhr. (1806–65), 1850-64 Reg.präs. in Bromberg u. 1864/65 in Trier (beide s. Fam.art.);
    Trachenberg 1865 Marie (Mimi) (1842–1912), T d. Ludwig August v. Buch (1801–45), Dipl.; kinderlos.

  • Leben

    S. studierte 1825-28 Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und Berlin. Anschließend war er Auskultator am Stadtgericht Berlin, seit 1831 Referendar am dortigen Kammergericht. 1932 wechselte er zur Regierung nach Magdeburg, danach zum Landratsamt in Quedlinburg. Seit 1835 Attache in Kopenhagen, erhielt er 1836 das Diplomatische Examen und wirkte fortan als Legationssekretär in Kopenhagen, seit 1838 in St. Petersburg, seit 1840 in London. 1841 Wirklicher Legationsrat, kam S. als Vortragender Rat in das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten (seit 1845 Wirkl. Geh. Legationsrat). 1847 zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Konstantinopel ernannt, verblieb er jedoch als 1. Rat im Ministerium und amtierte vom 19.6. bis 25.6.1848 als Außenminister. Danach ging er als preuß. Gesandter nach Hannover, zugleich akkreditiert in Braunschweig, Oldenburg und Lippe-Detmold. Im Mai 1849 führte er die Verhandlungen mit Dänemark, die den Waffenstillstand von Malmö zum Ergebnis hatten. Abermals übernahm er das Außenressort (21.7.1849-26.9.1850). Wegen seiner Differenzen mit Joseph Maria v. Radowitz über die Unionspolitik reichte er im Herbst 1850 seinen Rücktritt ein und verließ das Außenministerium als Wirklicher Geheimer Rat. Es folgte die erneute Ernennung zum Gesandten in Hannover bei gleichzeitiger Beurlaubung. Seit Jan. 1851 mit Wartegeld zur Disposition gestellt, lebte er bis 1858 als Privatier, u. a. längere Zeit in Koblenz, wo er als Vertrauter des Prinzen von Preußen, des späteren Ks. Wilhelm I., und seiner Gemahlin Augusta galt und zu den Mitbegründern und Autoren des „Preuß. Wochenblatts“ gehörte. Nach dem Regierungswechsel im Herbst 1858 war er vom 6.11.1858 bis Okt. 1861 erneut Außenminister, setzte während des Italien-Krieges 1859 auf Neutralität gegenüber Österreich und übernahm danach bis zu seinem Tode das Ministerium des Kgl. Hauses.

    S.s längere Amtszeiten als Außenminister waren von den Kontroversen um die Deutschland- und Außenpolitik Preußens belastet. Seine Politik der freien Hand seit 1859 basierte auf dem Konzept der bewaffneten Neutralität und Vermittlung, führte allerdings zu nur geringem Erfolg und letztendlich nach glückloser Amtsführung und gesundheitlichen Problemen im Okt. 1861 zu seinem Rücktritt. Obwohl Bismarck in ihm, und besonders in dem Salon seiner Frau Mimi ein Zentrum der höfischen Opposition sah, genoß S. bis an sein Lebensende größtes Vertrauen bei Wilhelm I.

  • Auszeichnungen

    Preuß. Kammerherr (1840).

  • Literatur

    Bismarcks Briefwechsel mit d. Min. Frhr. v. S. 1858-1861, 1905;
    Rößler-Franz: Kosch, Biogr. Staatshdb.;
    Biogr. Hdb. Preuß. Abg.haus II;
    Braunschweig. Biogr. Lex.;
    T. Bringmann, Hdb. d. Diplomatie 1815-1963, 2001; D. Grypa, Der Diplomat. Dienst d. Kgr. Preußen (1815–1866) (in Vorbereitung);|

  • Quellen

    Qu GStA Preuß. Kulturbes. Berlin-Dahlem, III. HA, 2.4.1. I Nr. 214; Personalakte: PA AA Nr. 13284-13285.

  • Portraits

    Brustbild v. A. v. Menzel, Blei, Wasser- u. Deckfarbe, vor 1864, Abb. in. H. v. Tschudi (Hg.), Adolph v. Menzel, Abb. seiner Gem. mit Studien, S. 345, Abb. 516;
    W. Hubatsch, Grundriß z. dt. Verw.gesch., XII, nach S. 290;
    E. Berner, Gesch. d. Preuß. Staates, 21896, S. 665 (mit falscher Bildunterschr.).

  • Autor/in

    Bärbel Holtz
  • Empfohlene Zitierweise

    Holtz, Bärbel, "Schleinitz, Alexander Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 58 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117323772.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA