Lebensdaten
1866 bis 1936
Geburtsort
Rostock
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 117184411 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Scheel, Karl Franz Christian
  • Scheel, Karl
  • Scheel, Karl Franz Christian
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Zitierweise

Scheel, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184411.html [22.09.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Bäckermeister;
    M N. N.

  • Leben

    S. bezog nach dem Abitur 1885 die Universität seiner Heimatstadt und setzte das Studium der Physik an der Univ. Berlin u. a. bei Hermann v. Helmholtz (1821–94) und August Kundt (1839–94) fort. Unmittelbar nach der Promotion bei Johann Pernet (1845–1902) über „Die Ausdehnung des Wassers mit der Temperatur mittels des thermometrischen Verfahrens“ trat er 1890 in die Ksl. Normal-Eichungskommission ein und 1891 in die Physikalisch-Technische Reichsanstalt (PTR) über, wo er 1904 vom „Hilfsarbeiter“ zum „Mitglied“ aufstieg. 1931 wurde er als Oberregierungsrat pensioniert.

    Aufbauend auf seiner Doktorarbeit, führte S. eine Serie von Präzisionsbestimmungen der Wärmeausdehnung unterschiedlicher Substanzen durch, die er bei Temperaturen bis herab zu der des flüssigen Wasserstoffs vornahm. Diese Untersuchungen bildeten einen wichtigen Teil des Temperaturmeßprogramms der PTR. Seit 1904 widmete er sich auch der Messung kleinster Drucke sowie der spezifischen Wärmen von Gasen, wobei ihm allerdings der Abfall der Wasserstoffwerte bei tiefen Temperaturen entging, der 1912 von Arnold Eucken (1884–1950) beobachtet wurde. Immerhin stellte er mit Wilhelm Heuse (1878–1961) 1913 beim Wasserstoff Schwankungen der Werte bei gleicher Temperatur fest, die 1929 von Karl-Friedrich Bonhoeffer und Paul Harteck als zeitliche Änderung des Temperaturgleichgewichts zwischen Ortho- und Parawasserstoff gedeutet wurden.

    Internationales Ansehen erlangte S. durch seine publizistische Tätigkeit. Als 1899 die „Physikalische Gesellschaft zu Berlin“ in die „Dt. Physikalische Gesellschaft“ (DPG) überging, wurde er Mitglied der Redaktion, 1900 Chefredakteur von deren Zeitschrift „Fortschritte der Physik“, die er 1902 durch ein neues Berichtsorgan über die gesamte dt. und internationale physikalische Literatur ergänzte (Berr. d. DPG). 1902 übernahm er auch die Redaktion der „Verhandlungen der DPG“ und schließlich 1919 auch die der „Zeitschrift für Physik“. Alle diese Tätigkeiten übte er bis zu seinem Tod aus. Eine ähnliche Bedeutung wie die „Zeitschrift für Physik – damals das weltweit führende physikalische Fachjournal – erlangte das 1926-33 in 24 Bänden erschienene „Handbuch für Physik“, das S. zusammen mit dem Experimentalphysiker Hans Wilhelm Geiger (1882–1945) herausgab. Darin enthalten waren fast ausschließlich Artikel dt. oder in Deutschland wirkender Physiker, die die Ergebnisse des „goldenen Zeitalters der Physik“, namentlich der Atomphysik, zusammenfaßten.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Reg.rat (um 1915); Prof.; Dr.-Ing. E. h. (TH Stuttgart 1929); Silberne Leibniz-Medaille d. Preuß. Ak. d. Wiss. (1931).

  • Werke

    zahlr. Art. in wiss. u. techn. Zss.;
    Grundlagen d. prakt. Metronomie, 1911;
    Hg.:
    Landolt-Börnstein, Physikal.-chem. Tabellen, 51923 (mit W. A. Roth);
    Physikal. Hdwb., 1924 (mit A. Berliner).

  • Literatur

    E. Brüche, in: Dt. Senioren d. Physik (Bildnis-Slg.), 1936;
    H. Ebert, in: Zs. f. techn. Physik 17, 1936, S. 65 f.;
    ders., in: Zs. f. Physik 104, 1936, S. I-III (P);
    ders., in: Physikal. Verhh. 3, 1952, S. 3-5;
    W. Grotrian, in: Verhh. d. DPG 17, 1936, S. 32-35;
    E. Lamla, in: Zs. f. physikal. u. chem. Unterr. 50, 1937, S. 29-31;
    E. Dreisigacker u. H. Rechenberg, K. S., Ernst Brüche u. d. Publikationsorgane, in: Physikal. Bll. 51, 1995, Nr. 1, S. F 135-42 (P);
    Pogg. IV-VII a.

  • Autor/in

    Helmut Rechenberg
  • Empfohlene Zitierweise

    Rechenberg, Helmut, "Scheel, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 605-606 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117184411.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA