Lebensdaten
1716 bis 1801
Geburtsort
Wolfenbüttel
Sterbeort
Jena
Beruf/Funktion
Naturforscher
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117145068 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Büttner, Christian Wilhelm

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Zitierweise

Büttner, Christian Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117145068.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Christian, Hofapotheker in Wolfenbüttel, S des Joh., Prediger zu Bodenwerder;
    M Christiana, T des Kaufm. Nic. Wilh. Ulrich; ledig.

  • Leben

    B., von Hause aus Apotheker, hatte sich ohne schulgerechtes Studium ein umfassendes Wissen von Naturgeschichte, Anthropologie, Ethnographie und Linguistik angeeignet. 1755 ernannte ihn die philosophische Fakultät in Göttingen zum Magister, und er hielt als königlicher Commissair Vorlesungen. 1758 wurde er außerordentlicher Professor, 1762 außerordentliches Mitglied der Societät der Wissenschaften, 1763 ordentlicher Professor. 1783 ging er als sachsen-weimarischer Hofrat nach Jena. - B. hielt wohl als erster in Deutschland ein geschlossenes Kolleg über Naturgeschichte. Veröffentlicht hat er nur wenig. Seine Bedeutung lag in der Wirkung seiner Kenntnisse und originellen Ideen, die er bereitwilligst mitteilte, auf seine Zeitgenossen, diese zu mancher Arbeit anregend. Beim Vergleich von Sprachen und Schriften verschiedener Völker schienen ihm jene so viele verwandtschaftliche Züge aufzuweisen, daß er daraus wie auch aus anthropologischen Befunden unter Verzicht auf die Lehre von der unbedingten Konstanz der Form die Entwicklung der verschiedenen Rassen aus einer Grundform ableiten zu können glaubte - in einer Zeit, in der der Gedanke einer allgemeinen Entwicklung der Tiere aus einfacheren Formen nur gelegentlich andeutungsweise anklingt, und entgegen der oft vertretenen Ansicht mehrerer Schöpfungsakte für die verschiedenen Rassen. Durch diese seine gleichzeitig auch von Buffon vertretene Auffassung von der Einheit des Menschengeschlechtes wurde B. insbesondere der Anreger J. F. Blumenbachs. 1773 überließ er der Göttinger Universität seine noch vom Großvater Ulrich stammende Naturaliensammlung, die den Grundstein für eine Reihe von Göttinger Sammlungen bildete.

  • Werke

    Vergleichungstafeln d. Schriftarten verschiedener Völker in d. vergangenen u. gegenwärt. Zeiten, 2 Bde., 1771-81.

  • Literatur

    J. St. Pütter, Versuch einer ak. Gelehrtengesch. v. d. Georg-Augustus-Univ. zu Göttingen I, 1765, S. 184, II, 1788, S. 84;
    W. Rotermund, Das gelehrte Hannover I, 1823, S. 312;
    Ch. M. Wieland, Neuer teutscher Merkur 10, 1801, S. 156 ff.;
    F. Schlichtegroll, Nekrolog d. 19. Jh. 1, 1802, S. 211 ff.;|
    E. Ehlers, Göttinger Zoologen, in: Festschr. d. Göttinger Ges. d. Wiss., 1901, S. 393 ff.;
    H. Plischke, Die ethnographische Slg. d. Univ. Göttingen, 1931, S. 11 ff,;
    B. Quantz, Vom Naturalienkab. z. zool.-zootom. Inst. d. Göttinger Univ., in: Göttinger Leben 8, 1933. Nr. 26;
    G. v. Seile, Die Georg-August-Univ. zu Göttingen, 1937, S. 96 u. ö.

  • Portraits

    Bildnis v. Konr. Westermayer (Aula d. Univ. Göttingen).

  • Autor/in

    Hildegard Stumpf
  • Empfohlene Zitierweise

    Stumpf, Hildegard, "Büttner, Christian Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 6 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117145068.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA