Lebensdaten
1758 bis 1823
Geburtsort
Flörsheim/Main
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 117140716 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schütz, Christian Georg genannt der Vetter
  • Schüz, Christian Georg II.
  • Schütz, Christian Georg
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Zitierweise

Schütz, Christian Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117140716.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann(es) Peter (1718–70), Acker- u. Weinbauer in Flörsheim, S d. Christian Georg (1679–1742), Acker- u. Weinbauer in Flörsheim, u. d. Barbara Neumann (1680–1754);
    M Maria Barbara Simon (* 1719), aus Flörsheim;
    Ur-Gvv Caspar ( 1707), Acker- u. Weinbauer in Flörsheim (s. Gen. 1); – ledig; Verwandter Christian Georg I. (s. 1).

  • Leben

    S. kam mit 12 Jahren, nach dem Tod des Vaters, bei seinem Frankfurter Oheim Christian Georg (s. 1) in die Lehre. Seine Autobiographie („Umriß meines Lebens“) legt den Lebensweg bis etwa 1810 genau dar. Demnach studierte S. 1779 auf seiner ersten Rheinreise die Kunstsammlungen von Köln und Düsseldorf. Im Rheintal, wie in den folgenden Jahren bei Wanderungen durch den Taunus, zeichnete er nach der Natur, was fortan zur Grundlage seines Schaffens wurde. 1788 bereiste S. wiederum den Rhein, die Mosel und die Lahn; 1789 lernte er das Elsaß und die Schweiz bis Neuchātel und Fribourg kennen. 1790 war er abermals in der Schweiz, u. a. im Berner Oberland, und besuchte den oberital. Lago Maggiore. Vier Jahre darauf weilte S. in Göttingen und Kassel, und 1799 lud ihn ein „Graf von Westphalen“ zu einer mehrmonatigen Reise durch Mittel- und Norddeutschland ein. Im folgenden Jahr konnte S. die thüring. Residenzen Meiningen, Eisenach und Gotha besuchen und in Weimar die Bekanntschaft mit „vortrefflichen und gelehrten Männern“ machen.

    In Frankfurt lebte S. als „Permissionist“ (Fremder mit Aufenthaltsberechtigung); Bürgerrecht oder Beisassenschutz blieben ihm zeitlebens verwehrt. Er arbeitete in der Werkstatt der Malerfamilie, die nach dem Tod des älteren Schütz von dessen Sohn Johann Georg geführt wurde. Trotz Fleiß und Talent gelang S. letztlich nie der künstlerische Durchbruch. Seit 1804 schuf er Vorlagen zu graphischen Folgen und illustrierten Reisebeschreibungen, u. a. für den Verleger Friedrich Wilmans und Johann Isaac v. Gerning. 1808, mit der Gründung der Frankfurter „Museumsgesellschaft“ (nicht des Städels) stand S. deren Klasse für Malerei und bildende Künste vor, und 1809 übertrug ihm Ghzg. Karl Theodor v. Dalberg die Verwaltung und Restaurierung der aus säkularisiertem Kirchenbesitz stammenden, mittelalterlichen Gemälde. Der Vorwurf, S. habe hierbei sieben Tafeln von Hans Holbein d. Ä. (Teile d. Hochaltars aus d. Frankfurter Dominikanerkirche, seit 1866 im Städelschen Kunstinst. Frankfurt) unterschlagen und verkauft, konnte nie endgültig geklärt werden. Über die letzten Lebensjahre des Malers sind kaum Details bekannt.

    In seinen Ölgemälden, später oft auch großformatigen Aquarellen fand S. früh den Weg von einer idealisierenden Landschaftsauffassung hin zu einer frischen und unmittelbaren Aneignung der Wirklichkeit, bisweilen sogar zu einem morphologischen Verständnis der Landschaft (Feldberg mit Brunhildisstein, 1810, Hist. Mus. Frankfurt), das bereits auf Romantik und Realismus im 19. Jh. verweist. Die nach S. gestochenen, betont atmosphärischen Rheinansichten leiteten die „Rheinromantik“ ein und wirkten prägend auf die illustrierte Reiseliteratur der folgenden Jahrzehnte.

  • Werke

    ein Werkkat. liegt bisher nicht vor; zu Werken in öff. Slgg. s. H. F. Schweers, Gem. in dt. Museen, Bd. 2, 1982, S. 903 f.;
    graph. Arbb.: Zeichnungen in Feder, Pinsel, Kreide, Aquarell, Tempera, u. a. in Flörsheim/M., Heimatmus.; Frankfurt/M., Goethe-Mus., Hist. Mus., Städelsches Kunstinst.; Nürnberg, German. Nat.mus.; Wien, Graph. Slg. Albertina; Wiesbaden, Mus.;
    Stichwerke nach Vorlagen v. S.:
    (Aloys Schreiber u. Nicolaus Vogt) Voyage pittoresque sur le Rhin (…), 1804/07;
    (diess.) Mahlerische Ansichten d. Rheins v. Mainz bis Düsseldorf (…), 1805/06;
    Folge v. 12 Rheinlandschaften, 1810;
    Johann Isaac v. Gerning, Die Heilquellen d. Taunus, Ein didakt. Gedicht (…), 1818;
    ders., A picturesque tour along the Rhine (…), 1820;
    Die Rheingegenden v. Mainz bis Cöln in vier und zwanzig Ansichten (…), 1822;
    Autobiogr.:
    K. Simon, C. G. S. der Vetter, „Umriß meines Lebens“, in: Archiv f. Frankfurts Gesch. u. Kunst, 4. Folge, Bd. 2, 1929, S. 124-46;
    Autographen:
    Briefe u. a. an L. Harrison u. Christian Prestel (Frankfurt/M., Freies Dt. Hochstift;
    Marbach/Neckar, Schiller-Nat.mus. u. DLA).

  • Literatur

    ADB 33;
    H. S. Hüsgen, Artistisches Magazin (…), 1790, S. 390-94;
    A. Kirchner, Nekr. auf C. G. S. den Vetter, in: Iris, Nr. 34, 27. April 1823;
    Ph. F. Gwinner, Kunst u. Künstler in Frankfurt am Main (…), 1862, S. 33-35 u. 320-23;
    H. Weizsäcker, Die Kunstschätze d. ehem. Dominikanerklosters in Frankfurt am Main (…), Textbd., 1923, S. 47-49;
    Christian Georg S. d. Ä. 1718-1791, Ein Frankfurter Landschaftsmaler d. Goethezeit, bearb. v. P. Maisak, Ausst.kat. Freies Dt. Hochstift – Frankfurt Goethe-Mus. 1991, S. 35 f.;
    Christian Georg S. d. Ä., bearb. v. K. Wettengl, Ausst.kat. Heimatmus. Flörsheim/M., Hist. Mus. Frankfurt/M. 1992, S. 95 f., 102 f.;
    Michael Schmitt, Die Illustrierten Rhein-Beschreibungen (…), 1996, Kat. Nr. 84, 229, 230, 273 et passim;
    B. Mosler, Benedikt Beckenkamp 1747-1828, 2003, S. 53 f.;
    ThB;
    Frankfurter Biogr.;
    Nassau. Biogr. (z. T. fehlerhaft); – zur Fam.:
    W. G. Simmank, Auf den Spuren d. Malerfam. S., in: Geneal. Jb. 16/17, 1977, S. 49-97, hier S. 59-66.

  • Portraits

    vier Skizzen u. Karikaturen v. L. E. Grimm, Bleistift bzw. Feder in Braun, 1820 (Frankfurt, Städelsches Kunstinst. u. Privatbesitz), weitere Angaben u. zwei Abb. in: I. Koszinowski u. V. Leuschner, Ludwig Emil Grimm, Zeichnungen u. Gem., Bd. 2, 1990, S. 284 f., Werkverz. Nr. K 54 a bis K 57.

  • Autor/in

    Gerhard Kölsch
  • Empfohlene Zitierweise

    Kölsch, Gerhard, "Schütz, Christian Georg" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 657-658 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117140716.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA