• Genealogie

    V Aaron;
    M Ad. Haßbaum;
    1902 Elizabeth, T d. Phineas Cowan, brit. Oberstlt.;
    1 T Mary (* 1904).

  • Leben

    O. begann 1878 nach dem Besuch des Gymnasiums in Frankfurt/Main mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Univ. Göttingen, wo er sich u. a. bei Rudolf v. Ihering mit Fragen des Römischen Rechts beschäftigte. Dann folgte ein Wechsel zunächst nach Berlin, 1880 nach Heidelberg, wo er völkerrechtliche Vorlesungen bei Johann Caspar Bluntschli besuchte. Noch im selben Jahr ging er nach Göttingen und promovierte mit einem Thema zum Wechselrecht. 1882 folgte kurzzeitig ein medizinisches Studium erneut in Heidelberg und eine Zeit als Gerichtsreferendar in Neuwied. 1883 wechselte O. nach Leipzig und befaßte sich bis 1885 bei Karl Binding insbesondere mit strafrechtlichen Fragen. 1885-89 war er Privatdozent an der Univ. Freiburg (Br.), 1889-92 lehrte er dort als ao. Professor. Hauptgegenstand seiner Forschungstätigkeit in dieser Zeit waren insbesondere Fragen des Strafprozeßrechts. 1891 erhielt O. einen Ruf auf die Professur für öffentliches Recht, namentlich Völkerrecht, nach Basel, wo er bis 1905 der Fakultät angehörte. 1895 verlegte er seinen Hauptwohnsitz nach London und ließ sich 1900 dort einbürgern. 1902 wurde er Lecturer in International Law an der London School of Economics and Political Science; 1906 wurde er beauftragt, Vorlesungen über Kriegsrecht für brit. Offiziere zu halten. O. blieb bis 1908 in London, bevor er einen Ruf als Whewell Professor of International Law an der Univ. Cambridge annahm.

    O. ist insbesondere durch sein zweibändiges Völkerrechtslehrbuch „International Law, A treatise“ (1905/06, 21912) bekannt geworden. Das Werk setzte insbesondere durch die umfassende Aufarbeitung der relevanten Staatenpraxis und richterlicher Entscheidungen Maßstäbe für die Zukunft. Er war ferner Mitgründer und bis zum Beginn des 1. Weltkrieges Mitherausgeber der „Zeitschrift für Völkerrecht“, eine Tätigkeit, die kurz nach Kriegsbeginn ihr Ende fand, zumal er im Mai 1915 öffentlich die Versenkung des unter amerik. Fahne fahrenden Schiffes „Lusitania“ durch ein deutsches U-Boot kritisiert hatte. O. kann als einer der führenden Völkerrechtler seiner Zeit bezeichnet werden. Er wandte sich gegen Ende des Krieges auch den rechtlichen Fragen des Völkerbundes zu, mit dem er Hoffnungen auf eine friedlichere Zukunft verband.|

  • Auszeichnungen

    Associate (1908) u. volles Mitgl. (1911) d. Inst. de droit Internat.; Mitgl. d. Real Ac. de Jurisprudencia, Madrid (1912); ausw. Mitgl. d. American Inst. of Internat. Law (1916).

  • Werke

    Weitere W Internat. Incidents. 1909, 21911;
    Die Zukunft d. Völkerrechts. 1911;
    The Panama Canal Gonflict, 1913, 21913;
    The League of Nations and its Problems, 1919;
    The Science of Internat. Law, Its Task and Method, in: American Journal of Internat. Law 1908, S. 313 ff.;
    Le caractère essentiel de la Soc. des Nations, in: Rev. Genérale de Droit Internat. Public 1919, S. 234 ff.

  • Literatur

    C. Gregory, in: American Journal of Internat. Law 14, 1920, S. 229 ff.;
    K. Strupp, in: Zs. f. Völkerrecht XI, 1920, S. 645 f.;
    H. Held, in: Niemeyers Zs. f. Internat Recht XXIX, 1921, S. 187 f.;
    E. Whittuck, British Yearbook of Internat. Law 1, 1920/21, S. 1 ff.;
    R. Roxburgh, Vorwort zu: Internat. Law, A treatise, 31920 (W-Verz., Ausw.bibliogr.).

  • Autor/in

    Andreas Zimmermann
  • Empfohlene Zitierweise

    Zimmermann, Andreas, "Oppenheim, Lassa" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 566 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117137340.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA