Lebensdaten
1863 bis 1934
Geburtsort
Bonn
Sterbeort
Bonn
Beruf/Funktion
altkatholischer Bischof
Konfession
katholisch,altkatholisch
Normdaten
GND: 117134708 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moog, Georg

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Weitere Erwähnungen in der NDB/ADB

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Moog, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117134708.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp (1838–64), Schriftsetzer in B., S d. Georg (um 1807–44), Buchdrucker in B., u. d. Johanna Hollweg (um 1814-um 1862);
    M Wilhemina (* 1835), T d. Samuel Brieger (* um 1801), Goldarbeiter in B., u. d. Theresia Magnier (um 1805–43);
    B Joseph (* 1867), 1898-1927 alt-kath. Pfarrer in Dortmund;
    Gertrud (1865–1931), T d. Johann Baptist Baum (* um 1832), Angestellter b. d. Colonia-Versicherung in Köln, u. d. Theresia Scherf (* um 1835);
    2 S, 1 T, u. a. Ernst (1891–1930), Dr. theol., erhielt 1914 v. seinem Vater d. Priesterweihe, seit 1920 Regens d. bischöfl. Seminars in B., 1922-30 alt-kath. Pfarrer in Krefeld.

  • Leben

    Nachdem sich seine Eltern 1870-72 zur alt-kath. Opposition gegen das Vaticanum I bekannten, studierte M. 1881-84 in Bonn bei H. Reusch, J. Langen u. A. Menzel an der mehrheitlich alt-kath. Kath.-Theologischen Fakultät. Er wurde 1884 Priester und Vikar (später Pfarrverweser) in Köln und im selben Jahr Lizenziat der Theologie in Bern, 1888 Pfarrverweser in Dortmund. 1898 wurde er zum Pfarrer der alt-kath. Gemeinde in Krefeld gewählt. Seit 1903 gehörte er der Synodalrepräsentanz als ordentliches Mitglied an; 1907 wurde er Professor für neutestamentliche Exegese am alt-kath. bischöflichen Seminar in Bonn. Er verfaßte für die „Revue Internationale de Théologie“ zahlreiche exegetische, homiletische und kirchenhistorische Beiträge sowie Buchbesprechungen. Bischof J. Demmel ernannte ihn 1911 zum Generalvikar und übertrug ihm 1912 die gesamte bischöfliche Verwaltung. Im selben Jahr wurde M. in Krefeld zum Weihbischof konsekriert; im Oktober 1912 wählte ihn die Synode mit verhältnismäßig knapper Mehrheit zum Bischof-Koadjutor mit Recht der Nachfolge, seit November 1913 war er nach dem Tod seines Vorgängers Bischof. Als Bischof hielt M. weiter exegetische Vorlesungen und veröffentlichte kirchenhistorische Beiträge in der „Internationalen Kirchlichen Zeitschrift“. In Hirtenbriefen und Predigten setzte er sich für die Ausbildung eines eigenen Klerus ein. Einen Schwerpunkt seines Wirkens bildete die Linderung der Not während und nach dem 1. Weltkrieg und in der folgenden Inflation. Die in den zwanziger Jahren unter seiner Leitung abgehaltenen Synoden betrieben die erste bedeutende Umgestaltung des alt-kath. Kirchenrechts. 1920 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, 1928 Landesbezirke (Landessynoden) gegründet. 1931 fanden in Bonn Unionskonferenzen aller alt-kath. Kirchen mit den anglikan. und orthodoxen Kirchen statt. M. vertrat in beiden Konferenzen die deutsche Alt-Katholische Kirche; die in Deutschland schon 1883 beschlossene Zulassung der Anglikaner zum Empfang der Eucharistie wurde zur offiziellen Interkommunion erweitert und auf alle Kirchen der Utrechter Union ausgedehnt. In Hirtenbriefen setzte er sich 1926 für die ökumenische Bewegung, 1929 für die Trennung von Religion und Politik, 1933 für das Anliegen einer deutschen kath. Nationalkirche ein. Diese sah er als ein nur in der Freiheit zu verwirklichendes Ziel an, ohne jede Gleichschaltung auf internationaler oder politischer Ebene. Die alt-kath. Kirche habe von Anfang an die Ausscheidung der Politik aus der Religion, die deutsche Art in Glauben und Leben der Kirche und die Verständigung mit der ev. Glaubensrichtung als ihre Grundsätze angesehen. In einer schwierigen Zeit konnte M. mit Festigkeit und Treue die Grundanliegen der alt-kath. Bewegung weiterführen. Seine Hirtenbriefe lassen Vertrautheit mit dem biblischen Text und geistliche Ausrichtung erkennen; sie enthalten aber wenige Erneuerungsimpulse. M.s historische Arbeiten dienen vor allem der Bekanntmachung von Quellen, die für die alt-kath. Position von Bedeutung sind. – Dr. theol. h. c. (Bern 1908).

  • Werke

    Über d. in d. Kaiseredikten bis z. J. 311 betreffs d. Christen festgestellten Normen, Diss. Bern 1884;
    Die homilet. Verwertung d. zweiten Korintherbriefes, in: Revue Internationale de Théologie,|1903, S. 722-40;
    Jesuitenbriefe (1547–61), ebd., 1904, S. 66-83, 441-61, 574-92, 1905, S. 461-77;
    Wahrheit, Licht, Leben u. Liebe b. Johannes, ebd., 1905, S. 76-86;
    Joh. Van Neerkassel u. sein „Amor Poenitens“, ebd., 1907, S. 603-21, 1908, S. 14-37, 279-97, 507-31;
    Die „Röm. Briefe vom Konzil“, in: Internat. Kirchl. Zs., 1915, S. 209-19;
    Die kirchl. Reformen Josefs II., ebd. 1917, S. 83-92;
    Der Emser Kongress, ebd., 1918, S. 141-65, 225-51;
    J. F. v. Schulte, d. dt. van Espen, ebd. 1928, S. 232-36;
    Zur 1500-J.feier d. 3. allg. Konzils in Ephesus, ebd. 1932, S. 1-17;
    Hirtenbriefe, Amtl. Kirchenbl. IV-VII, 1912-34.

  • Literatur

    Altkath. Volksbl. 1935, S. 1-4, 13-15, 61 f.;
    RGG;
    BBKL.

  • Autor/in

    Christian Oeyen
  • Empfohlene Zitierweise

    Oeyen, Christian, "Moog, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 66 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117134708.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA