Lebensdaten
1491 bis 1579
Geburtsort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Nürnberger Kaufmann ; Losunger
Konfession
katholisch,evangelisch
Normdaten
GND: 117130028 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Imhof, Andreas
  • Imhof, Endres
  • Imhoff, Endres
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Zitierweise

Imhoff, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117130028.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans (s. 3);
    - 1) 13.9.1518 Ursula (1501–25), T d. Georg Schlauderspach ( 1512), aus Graz, Ratsherr in Steyr, seit 1497 Genannter d. Gr. Rats in Nürnberg, Kaufmann und Bergunternehmer, u. d. Magdalena Voit, 2) 13.2.1526 Magdalena (1506–58), Wwe d. Ratskonsulenten Dr. Peter Totzler, T d. Ratsherrn Thomas Reich in N. u. d. Magdalena Koberger (T d. Druckers Anton K., 1513);
    9 K aus 2);
    N Willibald (s. 4).

  • Leben

    I. wurde schon frühzeitig von einem Schreib- und Rechenmeister unterrichtet. Später besuchte er die Lateinschule bei St. Lorenz. 1504-08 war er in der Lehre bei dem reichen Seidenhändler Jeronymo de Piero in Venedig. Weitere Auslandsaufenthalte folgten: 1509 Italien (Mailand, Florenz, Rom, Bari, Neapel) und Albi; 1510-14 Aquila; 1515-21 Lyon, Spanien, Portugal. Auf seinen Reisen kam es auch zu Zwischenfällen, z. B. 1509 Gefangennahme durch plündernde venezian. Söldner in Padua, Ende 1510 bis Anfang 1511 schwere Erkrankung in Bari. 1519 trat er in die Familiengesellschaft der Imhoff ein. Als Gesellschafter war I. bis 1525 in Italien und Südfrankreich in den Zentren des Safranhandels tätig. Nach dem Tode Peters d. Ä. 1528 wurde die alte Gesellschaft aufgelöst. I. gründete zusammen mit 7 weiteren Mitgliedern der Familie die neue Handelsgesellschaft „Endres Imhoff und Mitverwandte“ und übernahm auch deren Leitung. Hierbei kamen ihm nicht nur seine überdurchschnittlichen geistigen Fähigkeiten, seine Besonnenheit, Klugheit und Tatkraft zugute, sondern es machten sich auch die Erfahrungen, die er während seines langen Auslandsaufenthaltes gewonnen hatte, aber auch seine Vorsicht in Finanzangelegenheiten bezahlt. Er setzte durch, daß die Imhoffsche Gesellschaft noch zu einer Zeit mit Safran und Gewürzen handelte, in der sich die Mehrzahl der großen Handelshäuser auf den Geldhandel konzentrierte. Seit 1547 tätigte I. Finanzgeschäfte größeren Stils, da ein deutlicher Nachfragerückgang an Safran, Gewürzen und Metallen ein Umdenken erforderte. Hierbei handelte es sich um Kreditgewährungen gegenüber angesehenen Handelshäusern und Städten sowie um den Kauf von Hofbriefen. Philipp II. von Spanien erhielt 1547 von I. einen Kredit in Höhe von 26 300 Livres, Hzg. Albrecht von Bayern 1554 einen von insgesamt 15 000 Goldgulden. 56 Jahre gehörte I. dem Rat der Stadt Nürnberg an. 1523 wurde er zum „Jungen Bürgermeister“ berufen, 1530 sogar zum „Älteren Bürgermeister“, eine Auszeichnung, die bis zu diesem Zeitpunkt einem 39jährigen noch nicht widerfahren war. In der Weihnachtswoche 1532 verlieh man ihm das Ehrenamt eines Stadtsiegelbewahrers. Seit 1544 war er 2. Losunger (Steuerherr, Stadtkämmerer). Im gleichen Jahr wurde er zum „Dritten obersten Hauptmann“ gewählt. Er hatte das Kriegswesen zu leiten und begann sogleich mit der Verbesserung der städt. Befestigungen. Ebenfalls 1544 erhob man ihn zum „Zweiten obersten Hauptmann“. In seine Amtszeit fällt auch die Errichtung der Akademie in Altdorf, der er eine stattliche Geldsumme stiftete. Im Alter von 73 Jahren wurde er Erster Losunger.

    I. war ein großer Förderer des Kulturlebens der Stadt (Albrecht Dürer, Hans Sachs). Ferner trat er als Gesetzgeber in Erscheinung, z. B. als Verfasser von Polizeivorschriften (u. a. über Vogelschutz, 1526; über die Abhaltung von Hochzeiten, 1543; über das Schwingen auf den Jungfrauenhöfen, 1550; über das Witwentrauerjahr, 1560; über Frauenhäuser, 1562). Schriftstellerisch betätigte er sich bereits seit 1514. In jenem Jahr schrieb er den Triffasband. Er verfaßte Reiseberichte, Selbstbiographien, Familien- und Stammbücher, Gebetbücher sowie ein kaufmännisches Geheimbüchlein.

  • Literatur

    ADB 14;
    Johs. Müller, E. I. d. Ä., Ein Charakterbild a. d. Zeit d. Hochblüte d. Nürnberger Handels, in: Fränk. Kurier Nürnberg, Unterhaltungsbl. 2, 4, 6, 1908;
    ders., Die Geschäftsreisen u. Gewinnanteile E. I.s d. Ä. 1508–25. in: VSWG 13, 1916, S. 153 ff.;
    W. Schultheiß, Der Nürnberger Großkaufm. u. Diplomat A. I. u. s. Zeit (1491–1579), in: Mitt. a. d. Stadtbibl. Nürnberg 6, H. 1, 1957, S. 3-12; s. a. L zu 4).

  • Autor/in

    Dietmar Trautmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Trautmann, Dietmar, "Imhoff, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 148 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117130028.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA