Lebensdaten
1727 bis 1814
Geburtsort
Esslingen
Beruf/Funktion
Maler ; Porträtmaler ; Direktor der Malerakademie in Nürnberg
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 117126748 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ihle, Johann Eberhard
  • Ihle, J. E.
  • Ihle, Joh. Eberhard
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Zitierweise

Ihle, Johann Eberhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117126748.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus württ. Malerfam. (s. ThB);
    V Joh. Jakob (1702–74), Porträtmaler in E., S d. Malers Eberhard (1677–1726) in E. u. d. Maria Magdalena Götz;
    M Anna Margarita (1702–85), T d. Steuereinnehmers Tobias Zolles in E.;
    Ov Jeremias (1704–61), Maler, Eberhard Gottlieb (1711–55), Porträtmaler;
    B Jeremias Gottlieb (1731-n. 1759), Maler in E., Daniel Friedrich (1734–84), Porträtmaler, seit 1756 in N. tätig, Philipp Jakob (1736|- n. 1790), Porzellan- und Theatermaler in Ludwigsburg, seit 1772 in Mömpelgard, Tobias (1745–97), Porträtmaler (alle s. ThB);
    - Nürnberg 1756 Maria Helena (1727–1814), T d. Carl Wilhelm Friedmann ( 1758, isr., dann ev.), aus Krakau, Gold- u. Perlenstidcer in Gostenhof, u. d. Anna Dor. Damm (Daun?); kinderlos.

  • Leben

    I. lernte bei seinem Vater. 1749 ging er auf die Wanderschaft mit dem Ziel Wien, wo ihm von einem Frhr. v. Palm Unterstützung versprochen worden war, doch erreichte ihn schon in Nürnberg die Nachricht vom Tode des Gönners. So ließ sich I. auf den Rat des Direktors der Nürnberger Malerakademie, Joh. Justin Preißler, in Nürnberg nieder und besuchte häufig die Akademie (1751 Mitglied). Er entfaltete in Nürnberg eine reiche künstlerische Tätigkeit und wurde hier in den 1750er und 60er Jahren einer der meistbeschäftigten Porträtisten. 1756 erwarb er das Nürnberger Bürgerrecht. 1771 wurde I. zum Direktor der Nürnberger Malerakademie, der ältesten Deutschlands, ernannt. Es gelang ihm, diese in einer für die Reichsstadt politisch und wirtschaftlich sehr schweren Zeit mit Geschick in ihrem Bestand zu erhalten. 1811 trat er in den Ruhestand.

    I.s künstlerische Tätigkeit umfaßt die Zeit vom Rokoko bis zum Klassizismus. Er war ein tüchtiger Zeichner und auch als Maler vor allem in technischer Hinsicht ein Meister. Zwar schuf er u. a. große Familientafeln, Tier-, Galanteriestücke und Kopien, doch war seine eigentliche Domäne das Bildnis. An sich ein Realist, hatte er die Gabe, den psychologischen Ausdruck der Physiognomien seiner Modelle zu erfassen. Zeitgenossen bewunderten seinen Fleiß, die Ähnlichkeit seiner Bildnisse und die Feinheit seines Pinsels. Mit Recht gilt er als der bemerkenswerteste Nürnberger Bildnismaler der 2. Hälfte des 18. Jh.

  • Werke

    Gem. u. a. Nürnberg (German. Nat.mus., Stadtbibl., Stadtmus., Privatbes.), München, Esslingen. - Schrr.:
    Abgenötigte Ehrenrettung sowohl gegen d. gedr. Aufsatz im Mus. f. Künstler als gegen e. Nachr. in d. Allg. Lit.ztg., 1788;
    Gründl. Zeichenkunst f. junge Leute u. Liebhaber aus allen Ständen …, 1794 (mit J. M. Preißler), 2u. d. T. Anweisung z. gründl. Zeichenkunst f. junge Leute, T. I, 1803 (mit 60 Musterzeichnungen).

  • Literatur

    G. A. Will, Die Gesch. d. Nürnberg. Malerak., 1762;
    J. P. Goeschel, Die Kunstgewerbeschule in Nürnberg, 1862;
    W. Schwemmer, Bildende Kunst d. Barock, in: G. Pfeiffer, Nürnberg, Gesch. e. europ. Stadt, 1971, S. 356, Abb. 224;
    G. A. Will u. Ch. K. Nopitsch, Nürnberg. Gel.lex., 1805;
    ThB. - Ausstellungskataloge d. Frank. Gal. Nürnberg:
    Nürnberger Bildnisse a. 4 Jhh., 1954;
    Kunstwerke aus Nürnberger Privatbes., 1959;
    Barock in Nürnberg, Anz. d. German. Nat.mus., 1962.

  • Portraits

    Selbstbildnisse (Öl), 1754 (Nürnberg, Stadtbibl.), 1812 (ebd., Privatbes.);
    Kreidezeichnung v. G. P. Zwinger, 1811, im Goldenen Buch d. Ak. (Nürnberg, Ak. d. bild. Künste), Abb. in: Die Ak. d. bildenden Künste, 1940.

  • Autor/in

    Wilhelm Schwemmer
  • Empfohlene Zitierweise

    Schwemmer, Wilhelm, "Ihle, Johann Eberhard" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 125 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117126748.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA