Lebensdaten
1889 bis 1945
Geburtsort
Karlsruhe
Sterbeort
bei Lanzenhain Kreis Lauterbach (Oberhessen)
Beruf/Funktion
Geologe ; Paläontologe
Konfession
evangelisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 117062332 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hummel, Karl

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Zitierweise

Hummel, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117062332.html [16.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Max (1855–1910), Baurat, Architekt, Prof. a. d. Baugewerbeschule in K., S d. Bauunternehmers Ludwig in K. u. d. Theresa Kun;
    M Amalia (1865–1931), T d. Dr. Karl König (1838–85), Chemiker u. techn. Dir. d. Farbwerke Hoechst, u. d. Frieda Stoll;
    Ur-Gvm Karl Phil. Jak. Koenig (1804–88), Konsistorialrat u. 1. Stadtpfarrer in Speyer, Botaniker, Vf. e. Botan. Führers durch d. Rheinpfalz (1841);
    Tante-m Luisa K. ( Adolf Haeuser, 1857–1938, Vors. d. Vorstands d. Farbwerke Hoechst, dann Stellv. Vorsitzender d. Verwaltungsrats d. IG Farben);
    Schw Marie Luise ( Otto Schmidt, * 1894, Prof. d. Chemie in Heidelberg);
    - Karlsruhe 1914 Leonie (* 1891), T d. Karl Ludowici (1863–96), Teilhaber d. Ziegelwerke in Jockgrim/Pfalz, u. d. Marie Just; Schwägerin Wilhelma ( Julius Wilser, 1888–1949, Prof. d. Geol.); 3 S (⚔), 2 T.

  • Leben

    H. wandte sich nach zweisemestrigem Studium der Medizin (1909/10) in Freiburg und München mit ganzer Hingabe dem der Geologie und Paläontologie zu und promovierte 1913 in Freiburg bei W. Deecke. Die kaum begonnene wissenschaftliche Laufbahn als Assistent unterbrach der Weltkrieg 1914–18, den er als Leutnant der Feldartillerie und als Kriegsgeologe mitmachte. Nach seiner Rückkehr aus dem Felde war er zunächst wieder als Assistent in Freiburg tätig, ging im Frühjahr 1920 an das Geologische Institut der Univ. Gießen, wo er – weiterhin in der Eigenschaft eines wissenschaftlichen Assistenten – 1920 Privatdozent und 1924 apl. ao. Professor wurde. Als „persönlicher Ordinarius“ übernahm er im Nov. 1934 die Leitung des Gießener Instituts (1936 planm. o. Professor). Am 2. Weltkrieg nahm er 1940-43 als Artillerieoffizier und als Wehrgeologe teil. Er fiel kurz vor Beendigung der Kampfhandlungen.

    Der Themenkreis von H.s zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen reicht von tektonischen Untersuchungen (Elsgau/Berner Tafeljura, Wetterau, Vogelsberg, Rhön), Arbeiten über Vulkanismus, Stratigraphie, Sedimentbildungsvorgänge, Lagerstättengeologie (Braunkohle, Erdöl, Erze, Phosphatgesteine) hin bis zu paläontologischen Beiträgen (Invertebratenfaunen, Tertiärschildkröten). H. ist der Schöpfer des Begriffes Halmyrolyse (1922), worunter die untermeerische Verwitterung, Mineralzerstörung und -neubildung verstanden wird. Erwähnenswert erscheinen ferner die stets sachlich geführten Auseinandersetzungen mit der Hörbigerschen Welteislehre, auf deren vielfältige Fehlschlüsse und sonstige Irrtümer er immer wieder aufmerksam zu machen suchte.

  • Werke

    Die Tektonik d. Elsgaues (Berner Tafeljura), in: Berr. d. naturforsch. Ges. z. Freiburg i. Br. 20, 1913/14;
    Die Entstehung eisenreicher Gesteine durch Halmyrolyse, in: Geolog. Rdsch. 13, 1922;
    Landoberflächen u. Täler d. Vogelsberges in d. Pliozänzeit, ebd. 31, 1940;
    Die Oxford-Tuffite d. Insel Buru u. ihre Fauna (Geolog. Ergebnisse d. Reisen K. Deningers in d. Molukken), in: Palaeontographica, Suppl. IV, 1923;
    Argonnen u. Champagne (= Die Kriegsschauplätze 1914–18, geolog. dargest., H. 5), 1923;
    Gesch. d. Geol., 1925;
    Die Schildkrötengattung|Trionyx im Eozän v. Messel b. Darmstadt u. im aquitan. Blättersandstein v. Münzenberg in d. Wetterau, in: Abhh. d. Hess. Geolog. Landesanstalt 8, H. 2, 1927;
    Die fossilen Weichschildkröten (Trionychia), in: Geolog.-Paläontolog. Abhh. NF 16, 1929;
    Die tekton. Entwicklung e. Schollengebirgslandes (Vogelsberg u. Rhön), in: Fortschritte d. Geol. u. Paläontol. 8, H. 24, 1929;
    Oberflächennahe Intrusionen u. Trümmerlaven in d. südalpinen Mitteltrias, ebd. 11, 1932;
    Grünerden Südtirols u. sonstige halmyrolyt. Eisensilikate, in: Chemie d. Erde 6, 1931;
    Sedimente indones. Süßwasserseen, in: Archiv f. Hydrobiol., Suppl.-Bd. 8, 1931;
    Zur Stratigraphie u. Faziesentwicklung d. südalpinen Mitteltrias, in: Neues Jb. f. Mineral., Geol. u. Paläontol., Beil.-Bd. 68 B, 1932;
    Trionychia fossilia, in: Fossilium Catalogus I Animalia, T. 52, 1932;
    Das Problem d. Halmyrolyse u. s. Bedeutung f. d. Bildung v. Erzlagerstätten, in: Berr. d. Freiberger Geolog. Ges. 14, 1933;
    Schildkröten aus d. mitteleozänen Braunkohle d. Geiseltales, in: Nova Acta Lopoldina NF 2, 1935.

  • Literatur

    Pogg. VII a. - Zu Om A. Haeuser:
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Florian Heller
  • Empfohlene Zitierweise

    Heller, Florian, "Hummel, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 55 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117062332.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA