Lebensdaten
1892 bis 1929
Geburtsort
Königsberg (Preußen)
Sterbeort
Berlin-Charlottenburg
Beruf/Funktion
Luftfahrtpionier ; Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117049867 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hünefeld, Günther Freiherr von

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Zitierweise

Hünefeld, Günther Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117049867.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Julius (1854–1927), preuß. Major, S d. Fridolin, auf Neu-Gehland/Ostpreußen, u. d. Hulda v. Hanstein;
    M Elsbeth Lachmann (1862–1946), aus jüd. Fam.; ledig.

  • Leben

    Das kurze Leben H.s war überschattet von ständigem Kampf gegen Krankheiten. Gerade deshalb beseelten ihn Tatendrang und Wagemut. In der Auseinandersetzung mit seinem Schicksal entfalteten sich seine dichterische Begabung und sein Leistungswille. Nach einigen philosophisch-literarischen Studien an der Universität Berlin widmete er sich zunächst schriftstellerischen und künstlerischen Tätigkeiten. Daneben begeisterte ihn die Fliegerei. Aufträge in der Auslandskulturarbeit führten ihn während des 1. Weltkriegs nach anfänglichem kurzem Fronteinsatz und Verwundung auf den Balkan. Dank seiner natürlichen Geschicklichkeit im Umgang mit fremden Völkern erledigte er die Aufgaben des Auswärtigen Amts so gut, daß er 1916 als Vizekonsul nach Maastricht berufen wurde. In Holland betreute er ab Ende 1918 den deutschen Kronprinzen im Exil. 1920 kehrte er nach Deutschland zurück und gelangte nach Bremen. Hier berief ihn der Norddeutsche Lloyd 1923 zu seinem Presse- und Propagandachef. Die neue Stellung bot ihm Gelegenheit, seine Überzeugung von der Notwendigkeit vielfältiger friedlicher Beziehungen zwischen den Völkern in die Tat umzusetzen.

    Das Ziel, die Völker der Welt einander nahezubringen, glaubte er auch durch die allmählich aufstrebende Verkehrsluftfahrt erreichen zu können. So entstand in ihm die Idee, mit Hilfe des Flugzeugs die Möglichkeit eines neuen Verkehrsweges zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent aufzuzeigen. Vor allem galt es damals zu beweisen, daß ein Flugzeug den Nordatlantik auch in der meteorologisch schwierigeren Ost-West-Richtung überqueren könne. Mit Ausdauer, Wagemut und Organisationstalent gelang ihm die Vorbereitung des ersten Nordatlantikflugs von Osten nach Westen. Als der eigentliche geistige Initiator führte er ihn zusammen mit dem Nachtflugleiler der Deutschen Lufthansa, Hermann Köhl, und dem irischen Fliegeroffizier James Fitzmaurice (1898–1965) vom 12.-13.4.1928 durch. Die einmotorige Junkers W 33 „Bremen“ benötigte für diesen historischen Flug auf der Strecke von Baldonnel (Irland) nach Greenly Island (Labrador) 36 ½ Stunden. Obgleich der Flug noch nicht die Möglichkeit eines regelmäßigen Nordatlantikflugverkehrs bewies – dies tat erst die Deutsche Lufthansa in ihrer Versuchsreihe 1936-38 –, eröffnete er doch die reale Perspektive eines durch die moderne Technik zu verwirklichenden schnellen Austausches zwischen dem amerikanischen und dem europäischen Kontinent.

    Dieselbe Zielsetzung, über Kontinente hinweg Luftstraßen zu fremden Völkern zu bahnen, trug H.s Ostasienflug, der ihn als Künder einer künftigen internationalen Luftfahrt in einer Junkers W 33 vom 18.9.-18.10.1928 von Berlin nach Tokio führte.

  • Werke

    Die Symphonie d. Einsamen, 1923;
    Die Stunde d. Entscheidung (3 Einakter), 1926;
    Die Furcht vor d. Glück (Schauspiel), 1927;
    Das Karnevalskonzert (Komödie), 1926;
    Unser Ozeanflug, 1928 (mit H. Köhl u. f. Fitzmaurice, P);
    Mein Ostasienflug, 1929;
    Gedichte, 1929.

  • Literatur

    F. Walter, Trutz Tod! Des jungen H. Werden u. Weg, 1929 (P);
    ders., H., ein Lehen d. Tat, 1930 (P);
    DBJ XI;
    Kosch, Lit.-Lex. (W);
    Brem. Biogr. 1912–62, 1969.

  • Autor/in

    Gert Behrsing
  • Empfohlene Zitierweise

    Behrsing, Gert, "Hünefeld, Günther Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 741 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117049867.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA