Lebensdaten
1890 bis 1968
Geburtsort
Warlubien bei Danzig
Sterbeort
Rom
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Journalist ; Romkenner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117048941 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hülsen, Hans von

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Zitierweise

Hülsen, Hans von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048941.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bruno (1865–1944), D. theol., Pfarrer u. Dir. d. westpreuß. Diakonissen-Mutterhauses in Danzig, S d. Hermann, auf Gr.-Uszsz b. Culm, u. d. Juliane Schiffner;
    M Olga (1869–1940), T d. Mühlengutsbes. Eduard Schefer u. d. Emilie Liebenau;
    Ov Ernst (1875–1950), Oberpräs. v. Hessen-Nassau, Kurator d. Univ. Marburg;
    - 1) Berlin 1915 ( 1935) Ilse (* 1893), Dr. phil., Schriftstellerin, T d. Dr. iur. Georg Reicke (1863–1923), Bgm. v. Berlin, Schriftsteller (s. DBJ V), u. d. Sabine Kolscher, Porträtmalerin, 2) Danzig 1941 Charlotte-Luise (* 1907), T d. Kameral-Insp. Joseph Mitschke u. d. Bertha Weist;
    3 T aus 1), 1 S, 1 T aus 2).

  • Leben

    H. studierte in München, Lausanne, Berlin und Breslau Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Nach mehreren Auslandsreisen arbeitete er als Journalist und Redakteur, unter anderem 1915 als Feuilleton-Redakteur für die Vossische Zeitung, 1918 als politischer Mitarbeiter von Wolffs Telegraphen-Büro, 1918-33 als Korrespondent führender ausländischer (vor allem skandinavischer) Zeitungen in Berlin. Seit 1933 freier Schriftsteller, lebte er zunächst in Mittelschreiberhau (Riesengebirge), während der letzten Jahre des 3. Reiches, das seine journalistische Tätigkeit unterband, in Breitenau (Oberbayern). Nach 1945 begann seine rege Rundfunkmitarbeit, unter anderem mit Kommentaren für Radio München über den Wilhelmstraßen-Prozeß in Nürnberg, später war er Korrespondent des Nordwestdeutschen beziehungsweise des Norddeutschen Rundfunks in Rom.

    Obwohl H. nie aufhörte, Zeitungsmann zu sein, ist es ihm doch gelungen, ein ebenso umfangreiches wie vielseitiges schriftstellerisches Werk zu schaffen, das an die 50 Titel aufweist. Literarisch bemerkenswert ist es vorwiegend dort, wo es sich um zwei Schwerpunkte gruppiert: Gerhart Hauptmann und den lateinischen Süden. Seine erste Hauptmann-Biographie schrieb er 1927; während seiner Jahre in Schreiberhau vertiefte sich seine Freundschaft mit dem Dichter, er nahm es gern in Kauf, als einer von Hauptmanns|„Eckermännern“ bezeichnet zu werden; er huldigte ihm in weiteren Schriften, vor allem in seiner „Freundschaft mit einem Genius“ (1947), und er war schließlich tief gekränkt, daß die Nachlaßverwalter Hauptmanns auf seine Kenntnisse und seine Mitarbeit verzichteten. Seine zahlreichen Italienreisen (erstmals 1910) und später sein langjähriger Rom-Aufenthalt machten ihn zu einem hervorragenden Kenner der Ewigen Stadt und der römischen Antike. Bücher wie „Torlonia, Krösus von Rom“ (1941, 21961), „Rom“ (1959, 21964), „Römische Funde“ (1960), „Funde in der Magna Graecia“ (1962) oder „Zeus, Vater der Götter und Menschen“ (1966), von denen einige auch in fremde Sprachen übersetzt wurden, haben – wiewohl mehr Sach- als Fachbücher, von einem Autodidakten und Liebhaber verfaßt, – H. auch in Fachkreisen Anerkennung eingebracht.

    Als Erzähler hatte der temperamentvolle Fabulierer eine leichte Hand; er schrieb eine ganze Reihe unterhaltender, meist historischer Romane, deren Stoffe er manchenorts fand: in seiner westpreußischen Heimat, in Berlin, in Italien. Biographische Romane schrieb er unter anderem „um“ Goethe: „Ein Haus der Dämonen“ (1932; Neufassung unter dem Titel „August und Ottilie“, 1942) und um August Graf von Platen: „Den alten Göttern zu“ (1919). Für seinen Familienroman aus dem späten 19. Jahrhundert „Der Schatz im Acker“ (1929, Neufassung unter dem Titel „Die drei Papen“, 1942) erhielt er 1930 den G.-Hauptmann-Preis. Kultur- wie literarhistorisch aufschlußreich ist manches in seinen Erinnerungsbüchern „Die Wendeltreppe“ (1941), „Der Kinderschrank“ (1946) und „Zwillings-Seele“ (2 Bände, 1947, Porträt).

  • Werke

    W-Verz. in: Kürschner, Lit.-Kal. 55, 1967.

  • Literatur

    Kosch, Lit.-Lex.; K. A. Kutzbach, Autoren-Lex. d. Gegenwart, 1950; G. R. Hocke, Dt. Schriftsteller in Rom, Zeitgenöss. Lit. i. d. Spannung zw. Tradition u. Modernität - Drei Nestoren: H. v. H., R. Schott u. A. T. Wegner, in: Die Tat, Zürich, 8.7.1967.

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  • Autor/in

    Karl Ude
  • Empfohlene Zitierweise

    Ude, Karl, "Hülsen, Hans von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 737 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048941.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA