Lebensdaten
1858 bis 1935
Geburtsort
Berlin-Charlottenburg
Sterbeort
Florenz
Beruf/Funktion
Archäologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117048879 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hülsen, Christian
  • Huelsen
  • Huelsen Cristiano
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Zitierweise

Hülsen, Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048879.html [23.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1831–96), Dr. phil., Prof. am Kaiserin-Augusta-Gymnasium in Charlottenburg, S d. Pastors Christian in Kotzen b. Rathenow u. in Stechow u. d. Wilhelmine Henr. Hülsen;
    M Caroline (1831–1917), T d. Karl Brand, Gutsbes. in Wilsleben u. Meisdorf, u. d. Julie Gericke;
    Ur-Groß-Ov August Ludwig (s. 1);
    - Berlin 1892 Elisabeth (1858–1919), T d. ev. Theol. Emil Frommel ( 1896, s. NDB V); kinderlos.

  • Leben

    H. studierte 1876-80 in Berlin Archäologie bei E. Curtius und H. Jordan, Klassische Philologie bei E. Hübner und J. Vahlen, Alte Geschichte bei H. Droysen und Th. Mommsen und Epigraphik bei A. Kirchhoff. Schon als Student wurde er von Mommsen zur Mitarbeit an dessen Corpus Inscriptionum Latinarum herangezogen. Nach der Promotion kam er 1881 als Stipendiat des Deutschen Archäologischen Instituts an dessen Abteilung in Rom, wo er anschließend, zum Teil mit anderen Gelehrten, die römischen Inschriften für Mommsens Corpus betreute. Hierdurch und durch die freundschaftliche Verbindung mit H. Jordan, der sich damals schon einen Namen als Topograph des alten Rom gemacht hatte, wurde H.s weiterer wissenschaftlicher Weg bestimmt, umso mehr, als er nach Jordans Tod beauftragt wurde, dessen unfertig gebliebene „Topographie der Stadt Rom im Alterthum“ zu vollenden (I, 3, 1907). Er entwickelte sich mit „norddeutschem Wirklichkeitssinn“ (L. Curtius) zum Spezialisten auf diesem Gebiet, das er vorwiegend von der philologisch-epigraphischen und historischen, weniger von der architektur- und kunstgeschichtlichen Seite anpackte. Der Gefahr einer gewissen Einseitigkeit entging er dadurch, daß er seine Forschungen nicht auf die antiken Bauten Roms beschränkte, sondern auch den mittelalterlichen Kirchen und den Papstgräbern bedeutende Arbeiten widmete sowie Skizzenbücher von Renaissancekünstlern, die die Antiken Roms studiert hatten, publizierte. Damit gehört H., dessen Werke fast alle noch heute grundlegend sind, zu den großen Topographen der Ewigen Stadt, deren Reihe bis auf Pirro Ligorio, Peruzzi und Raphael zurückreicht. H. hat wesentlich zu der hervorragenden wissenschaftlichen Stellung des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, dessen Zweiter Secretar er 1887-1909 war, beigetragen. Als eindrucksvolle Persönlichkeit besaß er eine große Zahl von Schülern, deren bedeutendster der britische Archäologe Thomas Ashby war. Seit 1917 Honorarprofessor in Heidelberg, kehrte H. später nach Italien zurück und verbrachte seinen Lebensabend mit unermüdlicher Arbeit in Florenz|

  • Auszeichnungen

    Dr. iur. h. c, Litt. D. h. c.

  • Werke

    Weitere W u. a. Corpus Inscriptionum Latinarum VI, Inscriptiones Urbis Romae Latinae 2, 1882, 3, 1886, 4, Fasc. 1 u. 2, 1894/1902, 5, 1895 (z. T. mit W. Henzen, G. B. de Rossi, E. Bormann);
    Forma Urbis Romae Antiquae, 1896, 21912 (mit H. Kiepert);
    Das Forum Romanum, 1904, 21905;
    Il Libro di Giuliano da Sangallo, 1910;
    Die röm. Skizzenbücher v. Marten van Heemskerck, 2 Bde., 1913-16 (mit H. Egger);
    Röm. Antikengärten d. 16. Jh., 1917;
    Forum u. Palatin, 1926;
    Le Chiese di Roma nel Medio Evo, 1927;
    Neubearb. v. F. Gregorovius, Le Tombe dei Papi, 1931;
    Das Skizzenbuch d. Giovannantonio Dosio, 1933.

  • Literatur

    J. Sieveking, in: Jb. d. Bayer. Ak. d. Wiss., 1934/35;
    L. Curtius, in: Mitt. d. Dt. Archäolog. Inst., Röm. Abt., 50, 1935;
    ders., Dt. u. antike Welt, 1950, S. 174;
    Chronik d. Fam. Hülsen 1500-1934, 1934.

  • Autor

    Christoph Börker
  • Empfohlene Zitierweise

    Börker, Christoph, "Hülsen, Christian" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 736 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117048879.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA