Lebensdaten
1836 bis 1910
Geburtsort
Homburg vor d. Höhe
Sterbeort
Homburg vor der Höhe
Beruf/Funktion
Architekt ; Archäologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11703861X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jacobi, Louis

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Zitierweise

Jacobi, Louis, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703861X.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich (1797–1854), hessen-homburg. Haushofmeister, S d. Strumpfwebermeisters Hermann in H. u. d. Katharina Eckhardt;
    M Susanna (1812–85), T d. Bäckermeisters Joh. Konrad Kessel in H. u. d. Katharina Hammerschmidt; Vorfahre Johann (s. 1);
    - Homburg 1865 Henriette (1847–1912), T d. Heinrich Will (1808–77), hessen-homburg. Geh. Regierungsrat, u. d. Elisabeth Jubitz;
    2 S, u. a. Heinrich (1866–1946), Architekt u. Archäol., Mitarbeiter u. Nachf. J.s, Dir. d. Saalburgmus. 1911-31 (s. Rhdb., P).

  • Leben

    J. ging als 15jähriger in die USA, wo er sich in technischen Berufen umsah. Nach der Rückkehr 1856 studierte er am Polytechnikum Karlsruhe das Baufach und ließ sich 1861 in Bad Homburg als Privatarchitekt nieder. 1865 übernahm er die Leitung der Kurbauten in der aufstrebenden Badestadt; seine bekannteste Leistung war der Bau des Kaiser-Wilhelm-Bades (1887–90). 1870/71 errichtete er ein Lazarett für die Kriegsverletzten in Homburg, dessen Konstruktion später prämiert wurde. Diese Tätigkeit brachte ihn in Berührung mit der kaiserl. Familie, besonders mit der Kronprinzessin Viktoria, die sich der Kriegsverletzten annahm. Die Verbindung riß auch später nicht ab. J. besorgte bis an sein Lebensende die Bauerhaltung des Schlosses in Kronberg, des späteren Alterssitzes der Kaiserin Friedrich, ferner des Homburger Schlosses, das Kaiser Wilhelm II. bei seinen Homburger Aufenthalten bevorzugte. – Seit 1871 beschäftigte sich J. neben seinem Beruf mit archäologischen Untersuchungen am röm. Limes im Taunus, besonders mit dem Kastell Saalburg, stets angeregt und gefördert durch den Wiesbadener Konservator August v. Cohausen. Seit 1873 stellte er die anwachsende Zahl der Fundstücke in einigen Museumsräumen im Homburger Kurhaus auf. Die jahrzehntelangen Grabungen, aus der spätromantischen Begeisterung für das Römertum erwachsen, gaben der damals noch wenig entwickelten Feldarchäologie wichtige Impulse. Das technische Interesse des Architekten belebte auch unscheinbare Fundstücke und stellte sie in einen jedermann verständlichen kulturgeschichtlichen Zusammenhang. Seine archäologische Tätigkeit fand ihre Krönung durch den Wiederaufbau des Limeskastells Saalburg (1898–1907) unter Förderung durch Wilhelm II. J. wurde der erste Direktor des Museums, das er in den Mauern des Kastells eingerichtet hatte. Das Saalburgmuseum erreichte rasch große Volkstümlichkeit. 1907 wurde J. durch den Professortitel ausgezeichnet.

  • Werke

    Öff. u. private Bauten in Bad Homburg v. d. H. u. Umgebung: Kaiser-Wilhelm-Bad, Russ. Kirche, Wiederaufbau d. Saalburg u. a. - Schr.:
    Das Römerkastell Saalburg b. Homburg v. d. H., 1897;
    ferner 4 umfangr. Btrr. in Fabricius, Hettner u. v. Sarwey, Der obergerman.-raet. Limes d. Römerreiches, Abt. B, Bd. II, 1. Lfg., Nr. 8 Kastell Zugmantel, 1909;
    Nr. 9 Kastell Heftrich, 1904, Nr. 10 Kastell Feldberg, 1905, Abt. B, Bd. II, 2. Lfg., Nr. 12, Kastell Kapersburg, 1906.

  • Literatur

    F. Quilling, in: Saalburg-Jb. 2, 1911, S. 59-66 (P);
    E. G. Steinmetz, in: Nassau. Lb. I, 1940, S. 232-38 (P). - Zu S Heinrich: K. Woelcke, in: Saalburg-Jb. 10, 1951, S. 5-9 (W, P).

  • Portraits

    Bronzebüsten im Saalburgmus.

  • Autor/in

    Dietwulf Baatz
  • Empfohlene Zitierweise

    Baatz, Dietwulf, "Jacobi, Louis" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 231 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703861X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA