Lebensdaten
1842 bis 1929
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11703164X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jacob, Julius

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Zitierweise

Jacob, Julius, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703164X.html [17.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V vermutl. Michael (1817–97), Stubenmaler in B., S d. Isaak, Handelsmann u. Krankenwärter in B.;
    M Bertha (1821–97), T d. Handelsmanns Levin Benjamin in Fürstenwalde u. B.; Verwandter (lt. ThB Vater) Julius (eigtl. Isaak, 1811–82), Maler, nach Ausbildung in Berlin, Düsseldorf u. Paris zahlr. Reisen, längere Aufenthalte in England, Frankreich, Italien u. Österreich, Erfolge als Porträtist in Kreisen d. Aristokratie, seit 1866 in B., ohne künstl. tätig zu sein (s. ThB).

  • Leben

    Erste handwerkliche und künstlerische Anregungen und Lehren erhielt J. durch seinen Vater. Um die Akademie der Künste in Berlin besuchen zu können, war er zunächst in dem seit den 1830er Jahren bekannten Atelier für Theaterdekorationen bei Carl Gropius als Kulissenmaler tätig. Dieser Broterwerb brachte ihm jedoch auch eine Klärung und Vertiefung seiner eigenen künstlerischen Fähigkeiten. 8 Jahre später begann er als freier Künstler mit der dekorativen Ausmalung von Wänden in neuen Berliner Gaststätten, die damals als „Bierpaläste“ Aufsehen erregten. Den Erlös verwendete er für eine 1½jährige Studienreise nach Italien (1863/64). Nach der Rückkehr wandte J. sein Hauptaugenmerk auf die märk. Landschaft, nicht weniger aber fesselten ihn die malerischen Winkel des alten Berlin, die den neuen Bauten und Straßenzügen der Hauptstadt des jungen Deutschen Reiches allmählich weichen mußten. Nach privater Lehrtätigkeit wurde J. 1882 als Dozent für Zeichnen an die Bauakademie berufen, wechselte aber bald in dieser Eigenschaft zur TH in Charlottenburg über, für deren Aula er 1884 eine Reihe von Wandbildern schuf (im 2. Weltkrieg zerstört). 1889 wurde er zum Professor, 1896 zum Mitglied der Berliner Akademie ernannt. Neben seinem bis 1924 ausgeübten Lehramt widmete er sich weiter der Malerei in den von ihm selbst gezogenen Grenzen. Im Auftrag des Eisenbahn-Ministeriums schuf er nach Bauplänen sachlich und korrekt gezeichnete farbige Perspektiven für die Große Berliner Kunstausstellung.

    Die Zahl der Aquarelle und Ölbilder J.s mit Berliner und märk. Themen ist heute kaum noch genau überschaubar. Bewegte er sich in seiner Frühzeit in realistischer Auffassung und lebhafter Erzählfreude gelegentlich im Fahrwasser Adolph Menzels, so glich er sich später in spontan erfaßten Motiven der aufgelockerten Seh- und Darstellungsweise des Berliner Impressionismus an. In vielen seiner Sujets aus dem alten Berlin, das er mit Bedauern schwinden sah, blieb er durchaus gefühlsbetont. J.s farbfrische Aquarelle und Pastelle und die in seiner Spätzeit leicht und souverän gemalten Studien und Ölbilder von Berlin und der Mark Brandenburg bleiben – über 4 Jahrzehnte reichend – ein fester Bestandteil berlin. Kunst und zugleich wichtige bildliche Zeugnisse ehemaliger malerischer Häuser, Plätze und Straßen der Stadt.

  • Werke

    in großer Zahl in öffentl. Slgg., vor allem in d. Nat.Gal. in Berlin-Ost (Aquarellzyklus mit Darst. aus Alt-Berlin v. 1862–85, 70 Bll.) u. im Märk. Mus., ebd.;
    1 Pastell u. 5 Ölbilder, Berlin Mus., Berlin-West;
    außerdem Privatbes.

  • Literatur

    Verz. b. ThB;
    I. Wirth, Das Gem. „Der Wilhelmplatz“ u. s. Maler J. J. d. J., in: Stadt u. Wohnung, 1971, H. 4, S. 7 f. (Abb.).

  • Autor/in

    Irmgard Wirth
  • Empfohlene Zitierweise

    Wirth, Irmgard, "Jacob, Julius" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 218 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703164X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA