Lebensdaten
1769 bis 1844
Geburtsort
Teplitz (Böhmen)
Beruf/Funktion
Naturforscher ; Mediziner
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11703018X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mikan, Johann Christian
  • Mickan, Johann C.
  • Mikan, I. C.
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Zitierweise

Mikan, Johann Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703018X.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joseph Gottfried (1743–1814), Prof. f. Botanik u. Chemie an d. Univ. Prag (s. Wurzbach 18; Pogg. II; Biographisches Lexikon Böhmen);
    M Marie Anna Margot de Chabot (1739–91) aus Wien;
    Stief-M Eleonore Elisabeth O'Hehir, verw. Heissik (1747–86);
    Johanna Wojtěch.

  • Leben

    Von Jugend an während der Erziehung durch seinen Vater auch in die Naturkunde eingeführt, studierte M. bis 1793 Medizin an der Univ. Prag. Früh tat er sich durch Erstbeschreibungen von einheimischen Schwebefliegen und böhm. Gebirgspflanzen als Entomologe und Botaniker hervor. In Prag wurden ihm 1796 Vorlesungen in Botanik (für den verstorbenen F. W. Schmidt) und 1798 zur Unterstützung seines Vaters weitere naturkundliche und medizinische Lehrfächer übertragen. 1800 erhielt er die o. Professur für Naturgeschichte, und 1812 übernahm er einen Teil der Lehrverpflichtungen seines in den Ruhestand tretenden Vaters als eigene Lehrkanzel der Botanik für Mediziner und Pharmazeuten.

    Nachdem M. 1811 eine größere Forschungsreise nach Malta, Spanien und den Balearen unternommen hatte, konnte er 1817/18 neben dem Zoologen Johann Natterer, dem Botaniker und Mineralogen Johann Emanuel Pohl, dem Gärtner H. W. Schott und dem Landschaftsmaler T. Ender an der österr. naturwissenschaftlichen Expedition als Naturhistoriker und Botaniker teilnehmen, die anläßlich der Vermählung der Erzhzgn. Leopoldine mit dem späteren Kaiser Dom Pedro d'Alcantara nach Brasilien ausgesandt wurde. Bei den umfangreichen Aufgaben des Sammelns, Konservierens und Registrierens der Naturalien in Brasilien wurde M. durch seine Gattin unterstützt. Unter der Leitung von M. wurde der Hauptteil der Sammlungen Ende 1818 zum Naturhistorischen Museum nach Wien gebracht. In den folgenden Jahren beschäftigte sich M. hauptsächlich mit ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung. Daraus entstand sein Hauptwerk „Delectus Florae et Faunae Brasiliensis“ (4 T., 1820–25, mit kolorierten Lithographien) neben Artikeln über einzelne Formen wie Julus-Arten (in: Isis, 1834, S. 741-43). Seine Reiseerlebnisse in Südeuropa und Übersee beschrieb M. in populärer Form (Kinder meiner Laune, 1833). Nachdem er sich seiner angegriffenen Gesundheit wegen wiederholt zur Kur in Italien aufhalten mußte, wurde er 1831 in den Ruhestand versetzt. Seine musischen Interessen schlugen sich in veröffentlichten Gelegenheitsgedichten und in Darbietungen bei Wohltätigkeitskonzerten nieder. Jahrelang war er Sekretär der k. k. patriotisch-oekonomischen Gesellschaft in Prag. Der Name Mikan lebt in der Gattung tropischer Compositen weiter, die C. L. Willdenow zu Ehren des Vaters Joseph Gottfried M. Mikania nannte.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Leopoldina.

  • Werke

    Monographia bombyliorum Bohemiae iconibus illustrata, 1796;
    Über Zucker-Erzeugung aus Ahornsaft, 1811. – Hrsg.: R. J. Camerarius, Opuscula botanici argumenti, 1797 (mit Erörterungen v. Camerarius, M. B. Valentini u. J. G. Kölreuter üb. „Das Geschl. d. Pflanzen“).

  • Literatur

    Gesch. d. gegenwärtigen Botanik in Prag im Anfange d. J. 1805, in: Botan. Ztg. 4, 1805, Nr. 9, S. 129-36, 155-58;
    Med.-chirurg. Ztg., hrsg. v. J. N. Ehrhardt, Bd. 2, 1817, S. 351 f.;
    W. L. Weitenweber, in: Lotos 2, 1852, S. 63-65, 116;
    W. Ule, Gesch. d. Kaiserl. Leopoldin.-Carolin. Dt. Ak. d. Naturforscher 1852-1887, 1889, S. 179;
    V. Maiwald, Gesch. d. Botanik in Böhmen, 1904, S. 62 f.;
    Nature 150, 1942, S. 628 f.;
    W. T. Stearn. M.s „Delectus florae et faunae Brasiliensis“, in: Journal of the Society for the Bibliography of Natural History 3, 1956, S. 135 f.;
    M. Volf, Výžnanie členové a spolupracovníci Vlastenecko-hospodářskále společnosti v Království českém (Hervorragende Mitgll. u. Mitarbeiter d. Patriot.-oekonom. Ges. im Kgr. Böhmen), 1967, S. 104 f.;
    B. Večerek u. M. Teizich, in: Vesmír 56, 1977, S. 339-44;
    Pogg. II;
    Wurzbach 18;
    ÖBL;
    Biographisches Lexikon Böhmen.

  • Autor/in

    Brigitte Hoppe
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoppe, Brigitte, "Mikan, Johann Christian" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 491 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11703018X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA