Lebensdaten
1878 bis 1933
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Helgoland
Beruf/Funktion
Meereszoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 11702757X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mielck, Wilhelm
  • Mielck, W.

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Mielck, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11702757X.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Josias Bartram (1847–1902), Dr. phil., Apotheker in Humburg, S d. Wilhelm (1805–95), Apotheker in Hamburg, u. d. Henriette Neumann (1812–65);
    M Martha (1835–1912), T d. Apothekers Conrad Heinrich Christian Rode (1812–66) in Freiberg (Sachsen) u. d. Ottilie Adolphine Liersch (1821–88);
    Ov Wilhelm (1840–96), Dr. phil., Apotheker in Hamburg (s. ADB 52);
    1908 Helene (1883–1977), T d. Bauunternehmers Robert Gidion;
    1 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg und eines Gymnasiums in Wismar studierte M. Naturwissenschaften in Kiel, Göttingen, Straßburg und wiederum Kiel. Noch während seiner Studentenzeit trat er als Assistent von Karl Brandt in den Dienst des Kieler Laboratoriums für internationale Meeresforschung. Im Frühjahr 1907 wurde er mit dem Thema „Pacifische Acanthometren“ promoviert. Ende 1907 übernahm er eine Assistentenstelle für internationale Meeresforschung an der Biologischen Anstalt Helgoland (1909 etatmäßiger Assistent); 1910 wurde er Kustos für Seefischerei. Die Ernennung zum Professor erfolgte 1918. M. war Mitglied der Deutschen Volkspartei und diente im 1. Weltkrieg u. a. als Hauptmann d. R. und Adjutant des Kommandanten von Helgoland. 1921 übernahm er die Direktion der Anstalt, um deren Entwicklung er sich große Verdienste erwarb. Während der Inflation verhinderte er zusammen mit F. Heincke die Schließung der Meeresstation bzw. ihre Verlegung auf das Festland. Ständig bemühte er sich um Erweiterung und Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten; so konnte unter seiner Leitung 1925 ein Institutsneubau begonnen werden. Er führte auch Kurse für Meereszoologie und -botanik auf Helgoland ein und förderte hier zahlreiche Forschungsgebiete, darunter Forschungen zum Schutz der Seevögel. Zu M.s Verdiensten gehört es, daß Deutschland wieder in die Internationale Wissenschaftliche Meereskommission (IWK) eintrat. Sein Lebensende verdüsterten schwere politische Auseinandersetzungen mit Carl Meunier, dem kommissarischen Bürgermeister von Helgoland, und Theodor Vahlen, dem Leiter der Wissenschafts-Unterabteilung des Preuß. Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung.

    M.s Arbeits- und Interessengebiet war die reine und angewandte Meeresforschung in der Tradition Victor Hensens. Er leitete mehrere wissenschaftliche Forschungsfahrten in nordische Meere, deckte wesentliche Zusammenhänge zwischen hydrographischen Verhältnissen und der Zusammensetzung des Planktons auf und leistete Beiträge zur Lebenskunde der Nutzfische (u. a. des Herings). Von seinen fischereibiologischen Arbeiten sind besonders jene zum Schutz der Scholle und über Süßwasseraale, Ascidien und Echinodermen zu erwähnen. M. setzte sich für Ökologie und Bestandschutz ein, so durch Kampf gegen Fischereimethoden, bei denen untermaßige Fische vernichtet werden. Außerdem engagierte er sich für die Verhinderung der Ölverschmutzung. Er verbesserte die Methodik im Laboratorium und auf dem Forschungsschiff, z. B. konstruierte er verschiedene Spezialnetze. In zahlreichen Veröffentlichungen informierte er über die Forschung an der Anstalt und über ihre Entwicklung.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Dt. Wiss. Komm. f. Meeresforschung u. d. Dt. Zoolog. Ges. Hamburg.

  • Werke

    u. a. Acanthometren v. Neu-Pommern, in: Wiss. Meeresunterss. NF, Abt. Kiel, 10, 1907, S. 39-105 (Diss.);
    Eine Untersuchungsfahrt d. Reichsforschungsdampfers „Poseidon“ in d. Barentsmeer im Juni u. Juli 1913. Einl., Reiseber. u. Auszug aus d. Tagebuch, ebd., Abt. Helgoland, 13, 1917, H. 1, S. 1-46 u. I-XL VIII;
    Larven in d. westl. Nordsee im Okt. 1922, in: Berr. d. Dt. Wiss. Komm. f. Meeresforschung NF I, 1919-1923, 1925, S. 209-46;
    Unterss. üb. d. pelag. Fischbrut (Eier u. Larven) in d. Ostsee im April 1925, ebd. II, 1926, H. 4, S. 99-106;
    Die Verbreitung d. Heringslarven in d. Nordsee im Winter, in: Conseil permanent international pour l'exploration de la mer, Rapport et procès-verbaux des réunions LIV, 1929, S. 99-134;
    Die Preuß. Biolog. Anstalt auf Helgoland, in: Forschungsinstitute II, hrsg. v. L. Brauer u. a., 1930, S. 175-99;
    Hrsg.:
    Wiss. Meeresunterss. NF, Abt. Helgoland, 1921-33.

  • Literatur

    A. Hagmeier, W. M., in: FF IX, S. 456;
    ders., W. W. O. M. (1878-1933), 1934 (W-Verz.);
    Conseil permanent international pour l'exploration de la mer, Journal du Conseil 9, S. 3-13;
    A. Hagmeier, Dem Andenken an W. M. (1878-1933), Mit Verz. d. Schrr. v. W. M. (mit C. Heinrici, A. Wulff, C. Künne, A. Bückmann), in: Berr. d. Dt. Wiss. Komm. f. Meeresforschung NF 7, 1934, S. 115-44;
    Wi. 1928;
    Rhdb (P).

  • Portraits

    Slg. Marschall d. Biolog. Anstalt Helgoland;
    Privatslg. Sahling, Helgoland.

  • Autor/in

    Petra Werner
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, Petra, "Mielck, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 473 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11702757X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA