Lebensdaten
1866 bis 1944
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Botaniker ; Professor der Botanik
Konfession
gottgläubig
Normdaten
GND: 117011908 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mez, Karl
  • Mez, Carl
  • Mez, Karl Christian
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Zitierweise

Mez, Karl Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117011908.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Christian (1837–1916, ev.), Fabr., KR, S d. Karl (s. 1);
    M Elise (1845–91), T d. Carl Freudenberg (1819–98), Dr. h. c., KR, Gründer d. Lederwerke C. Freudenberg in Weinheim (Bergstraße) (s. NDB *), u. d. Sophie Mertenstein (1820–1904) aus Worms;
    1) München-Schwabing 1890 Theresia Amalia|(1867-1937), T d. Wilhelm Jensen (1837–1911), Dr. phil., Schriftst. (s. Brummer), u. d. Maria Brühl (1845–1921), 2) Freiburg (Br.) 1939 Dorothea, T d. Pfarrers Ernst Ibing (1843-ca. 1920) u. d. Augusta Adeline Rasche (1849-ca. 1919).

  • Leben

    M. studierte Botanik an den Universitäten Freiburg (Breisgau), Berlin und München und promovierte 1888 in Berlin bei I. Urban mit morphologischen Studien über die Familie der Lauraceae, mit denen er sich später noch wiederholt befaßte. Schon 1890 konnte er sich mit morphologischen und anatomischen Studien über die Gruppe der Cordieae in Breslau habilitieren und folgte 1901 einem Ruf als ao. Professor nach Halle. 1910 wurde er Ordinarius in Königsberg, wo er auch Direktor des Botanischen Gartens war und bis zu seiner Emeritierung 1935 blieb. 1922 gründete er das „Botanische Archiv“, das er als Herausgeber bis 1938 leitete.

    M. arbeitete zunächst auf dem Gebiet herkömmlicher Systematik, wie sein umfangreiches Werk „Lauraceae americanae“ (1889) belegt, doch befaßte er sich auch mit Themen, die der Hochschulunterricht oder Bedürfnisse der Praxis an ihn herantrugen, so der Gebrauch des Mikroskops oder Trinkwasseruntersuchungen. Viele Jahre lang berichtete M. ferner in der Kommission für die Flora von Deutschland über das Oberrheingebiet.

    M.s bleibende Bedeutung beruht indessen auf der Einführung der Serologie als Mittel botanischer Verwandtschaftsforschung. Diese Methode hatte sich bereits in der Tierphysiologie bewährt. Sie beruht auf der Tatsache, daß ein Fremdeiweiß „A“ (hier meist aus Pflanzensamen entnommen) bei Versuchstieren die Bildung von Antikörpern bewirkt. Die Antikörperreaktion ist umso stärker, je ähnlicher das Fremdeiweiß (Antigen) „A“ einem Vergleichsfremdeiweiß „B“ ist. Auf diese Weise lassen sich Vergleiche zwischen Pflanzeneiweißen ziehen, die Aufschlüsse über die Verwandtschaft von Pflanzen erlauben. Der Entwicklung M.s waren zwar tastende Versuche von H. Friedenthal und W. Magnus (1906) vorausgegangen, doch führten erst die zielstrebigen Bemühungen von M., H. Ziegenspeck und weiteren Mitarbeitern zur Aufstellung des „Königsberger Stammbaums“, der wegen seiner undifferenzierten Methode zunächst umstritten war, jetzt aber als Ergänzung zur morphologischen Merkmalsanalyse positiv gewertet wird, zumal die Methoden inzwischen verfeinert werden konnten. R. Hegnauers mehrbändiges Handbuch der Chemotaxonomie belegt die Bedeutung dieser Forschungsmethode.

  • Werke

    Weitere W u. a. Mikroskop. Wasseranalyse, 1898;
    Mikroskop. Unterss., vorgeschrieben v. Dt. Arzneibuch, 1902;
    Leitfaden d. mikroskop.-pharmakognost. Praktikums, 1902;
    Der Hausschwamm u. d. übrigen holzzerstörenden Pilze d. menschl. Wohnung, 1908;
    Zur Theorie d. Serodiagnostik, 1925 (mit H. Ziegenspeck);
    Serumunterss. z. Feststellung v. Verwandtschaftsverhältnissen im Pflanzenreich, in: E. Abderhalden (Hrsg.), Hdb. d. biolog. Arbeitsmethoden, Abt. 11, Methoden d. Erforschung d. Leistungen d. Pflanzenorganismus, I, 1924, S. 1659-94;
    Theorien d. Stammesgesch., 1926;
    Versuche e. Stammesgesch. d. Pilzreiches, 1929;
    The Experimental Systematic Method with a Genealogical Tree (Königsberger serodiagnost. Stammbaum), 1926 (mit H. Ziegenspeck);
    Physiolog.-systemat. Unterss. üb. d. Verwandtschaft d. Angiospermen, in: Btrr. z. Biol. d. Pflanzen 12, 1913, S. 155-80 (mit K. Gohlke).

  • Literatur

    H. Molisch, Pflanzenchemie u. Pflanzenverwandtschaft, 1933;
    L. R. E. Alston u. B. L. Turner, Biochemical Systematics, 1963;
    J. G. Hawkes (Hrsg.), Chemotaxonomy and Serotaxonomy, 1968;
    H. Merxmüller, Chemotaxonomie, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 80, 1968;
    ders., Systematic Botany, an Unachieved Synthesis, in: Journal of the Linnean Society 4, 1972;
    U. Jensen, Serolog. Btrr. z. Systematik d. Ranunculaceae, in: B. J. Sys. 88, 1968;
    K. Kubitzki, Chemosystemat. Betrachtungen z. Großgliederung d. Dicotylen, in: Taxon 18, 1969;
    D. Frohne u. U. Jensen, Phytoserol. als Methode d. vgl. Verwandtschaftsforschung einst u. jetzt, ebd. 33, 1984, S. 581-84;
    F. A. Bisby (Hrsg.), Chemosystematics, Principles and Practice, 1980;
    Wi. 1905–35.

  • Autor/in

    Martin Müllerott
  • Empfohlene Zitierweise

    Müllerott, Martin, "Mez, Karl Christian" in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 411 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117011908.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA