• Genealogie

    V Eduard, Hauptlehrer;
    M Maria Wlaskowski;
    1913 Margarete Spielvogel;
    1 T.

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung am Realgymnasium von Tarnowitz arbeitete N. drei Jahre in oberschles. Eisenerz-, Bleizinkerz- und Steinkohlebergwerken und studierte seit 1906 in Berlin an der Bergakademie sowie an der Geodät. Abteilung der Landwirtschaftl. Hochschule. Er legte die Prüfungen als Landmesser (1909) und als Markscheider (1910) ab. 1909-12 führte N. markscheiderische Arbeiten auf oberschles. Erz- und Steinkohlengruben aus und war dann bis zum 1. Weltkrieg bei der Vereinigten Königs- und Laurahütte AG in Laurahütte (Oberschlesien) tätig. 1919 übernahm er die Leitung der Markscheide-, Grundstücks- und Bergschadens-Abteilung der Schles. Aktiengesellschaft für Bergbau- und Zinkhüttenbetrieb in Lipine, später in Kattowitz und in Beuthen. Seit 1923 veröffentlichte N. Arbeiten, u. a. über rezente Bodenbewegungen im Beuthener Becken, die Weiterentwicklung des exzentrischen Doppellotverfahrens und die Verbesserung der Zwangszentrierungsmethode bei Polygonzügen zur Erhöhung der Richtungsgenauigkeit.

    1929 promovierte er an der Univ. Breslau mit einer Dissertation über die Ostrauer Schichten in der Gleiwitzer Sattelzone zum Dr. phil. 1930 ernannte ihn die TH Breslau zum Honorarprofessor, 1931 wurde ihm der Lehrstuhl für Markscheidekunde an der TH Berlin übertragen. Es ist N. zu verdanken, daß sich das Lehrgebiet Bergschadenkunde als Teilgebiet des Markscheidewesens etablieren konnte. Ebenso geht die Umwandlung der bisherigen Fakultäten für Stoffwirtschaft in Fakultäten für Bergbau- und Hüttenwesen an allen Berghochschulen Deutschlands auf das Wirken N.s als Dekan der Fakultät für Stoffwirtschaft an der TH Berlin (seit 1932, Rektor 1942–45) zurück. Eine von ihm durchgeführte Expedition nach Nordisland 1938 erbrachte beachtliche geodätische, geophysikalische und geologische Resultate (Spalten auf Island, 1943). 1948 wurde N. als Ordinarius für Markscheidewesen und Bergschadenkunde an der TH Aachen berufen. 1949 erschien sein bis heute richtungsweisendes Standardwerk „Bergschadenkunde“. Von seinem mit O. Haibach und P. Hilbig verfaßten „Handbuch des bergmännischen Vermessungswesens“ erschienen drei Bände (1951/56/63). Auch nach seiner Emeritierung (1953) äußerte sich N. in mehreren Publikationen zu Problemen der Gebirgsmechanik und der Gebirgsdruckforschung.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Mailand 1943); Ehrensenator (TU Berlin 1952); Gr. BVK (1956).

  • Literatur

    W. Löhr, in: Mitt. aus d. Markscheidewesen 63, 1956, S. 1-10 (W-Verz., P);
    P. Hilbig, ebd. 68, 1961, S. 164 f. (P);
    ders., in: TU Berlin, Akadem. Reden, H. 10, 1961, S. 3-9 (P);
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Niemczyk, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 233 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117002267.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA