Lebensdaten
1815 bis 1888
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Seidenfabrikant ; Politiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116993634 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hornbostel, Theodor (bis 1860)
  • Hornbostel, Theodor Ritter von
  • Hornbostel, Theodor (bis 1860)
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Zitierweise

Hornbostel, Theodor Ritter von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116993634.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Christian (s. 1);
    B Otto (1817–90), Teilhaber d. Fa. C. G. Hornbostel;
    - Wien 1843 Helene (1815–89), Frauenrechtlerin (s. ÖBL), T d. Juweliers Joh. Daniel Winckler in Frankfurt/M. u. d. Viktoria Barbara Kettl;
    5 S, 3 T; E Erich (s. 2).

  • Leben

    H. studierte am polytechnischen Institut in Wien vorzüglich Mechanik. Es folgten Studienreisen nach Deutschland und Frankreich. 1841 übernahm er zusammen mit seinem Bruder Otto die väterliche Firma. Interessiert am Ausstellungs- und Gewerbeförderungswesen, war er maßgebend beteiligt an allen europäischen Ausstellungen seiner Zeit (1845 Mitglied der Hofkommission für die Wiener Industrieausstellung, 1849 Kommissär zur Pariser Weltausstellung, 1855 Kommissär zur Londoner Weltausstellung und andere). 1848 wurde er Mitglied des Wiener Bürgerausschusses, dann Vorsitzender im Wiener Gemeinderat. Juli-November 1848 gehörte er dem Kabinett Doblhoff als Handelsminister an. Bei aller Loyalität, die er während der Revolution der Krone erwies, legte er dennoch wegen persönlicher Gegensätze zum Kaiser sein Amt nieder. Als Abgeordneter der Stadt Reichenberg war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, ohne dieses Mandat auszuüben, und Abgeordneter im Kremsierer Reichstag vom Frühjahr 1849 bis zu seiner Auflösung. Das Scheitern der Revolution bedeutete keinen Abbruch seiner Karriere. Er gehörte dem neugebildeten Wiener Gemeinderat an. 1850-52 war er Präsident der Wiener Handelskammer und Vorsteher des Niederösterrischen Gewerbevereins, zu dessen Sektionsleitern er schon früh zählte, 1853-57 Vizepräsident der Österreichischen Escompte-Gesellschaft. Seit 1849 führte er als Dirigent den Vorstand der evangelisch Gemeinde Wiens. Unter seiner Ägide wurden die Gumpendorfer Kirche, die evangelische Schule (1945 zerstört) sowie der Matzleinsdorfer evangelische Friedhof errichtet. Als Mitbegründer der Wiener Handelsakademie (1849) gehörte er bis zu seinem Tode dessen Verwaltungsrat an. 1859 wurde er Mitglied der Zoll-Enquête-Kommission. H. zählte zu den Mitbegründern der Wiener Kreditanstalt, deren Direktion er 1861-85 führte. 1886 wurde er ihr Präsident. Auch um den Ausbau des Eisenbahnwesens war er sehr verdient als Präsident des Verwaltungsrates der Kaiserin Elisabeth-Bahn und als Vizepräsident des Verwaltungsrates der Ferdinands-Nordbahn sowie Präsident der Lokomotivfabrik AG in Wiener Neustadt. Außerdem war er Präsident der Judenburger Eisenwerke AG.

  • Literatur

    F. Funder, Als Österreich d. Sturm bestand, 1957 (P).

  • Literatur

    z. 1) u. 3) Vaterländ. Bll. d. österr. Kaiserstaates, Jg. 1812;
    Verhh. d. nd.österr. Gewerbever., 1842;
    G. Otruba, Industrietopogr. Nd.österreichs, 1956, S. 107, 113;
    J. Mentschl u. G. Otruba, Österr. Industrielle u. Bankiers, 1965, S. 138-45;
    Wurzbach IX;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Empfohlene Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Hornbostel, Theodor Ritter von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 634 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116993634.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA