Lebensdaten
1765 bis 1849
Geburtsort
Einbeck (Hannover)
Sterbeort
Hannover
Beruf/Funktion
Berghauptmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116990104 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meding, Franz von

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Zitierweise

Meding, Franz von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990104.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst August (1711–94), auf Horst u. Barum, Erbmarschall, braunschweig.-lüneburg. Gen.-Lt., S d. Christoph Ernst, auf Schnellenberg, u. d. Gertrud v. Meding;
    M Wilhelmine Sibylle (1734–1804), T d. Burchard Anton Frdr. v. Oldershausen (1710–91), hannov. Oberjägermeister, u. d. Antoinette Friederike v. Reden;
    1) 1793 Rebekka (1773–1804), T d. Berghauptm. Claus Friedrich v. Reden (1736–91) u. d. Luise v. Minnigerode, 2) 1805 Caroline (1773–1830), T d. Georg Frhr. Knigge, auf Leveste, u. d. Henriette Luise v. Pfuel;
    3 S, 1 T aus 1), 2 S aus 2), u. a. Ernst (1806–75), Oberhofmeister d. Kgn. v. Hannover.

  • Leben

    M. besuchte 1781-83 die Ritterakademie in Lüneburg und begann dann ein Jurastudium an der Univ. Göttingen. 1787 wurde er zum Kanzlei-Auditor und 1790 zum Bergdrost ernannt. Dieses Amt übte er bis 1794 aus, und wurde anschließend Vize-Berghauptmann in Clausthal, 1797 Kammerrat in Hannover und 1802 Berghauptmann. Dieses Amt hatte er bis 1812, also während der franz. Besatzungszeit inne. M. verstand es, den Franzosen Silbererträge von 3 Mill. Talern vorzuenthalten und diese Summe dem Kgr. Hannover 1813 zur Verfügung zu stellen. Um 1812 wurde M. als westfäl. Geh. Kammerrat, Staatsrat und Generaldirektor der Berg-, Hütten- und Salzwerke an die Zentrale des von Napoleon unter Kg. Jerôme gebildeten Kgr. Westfalen nach Kassel versetzt. Nach dessen Auflösung kehrte er im Spätherbst 1813 als Berghauptmann nach Clausthal zurück. Er wurde als Ministerialbeamter nach Hannover versetzt und versah 1814-25 von Hannover aus neben seinen dortigen Dienstgeschäften die Stelle eines Berghauptmanns für den Harz im Nebenamt weiter. 1816 wurde M. zum Geheimen Rat, 1821 zum Staats- und Kabinettsminister in Hannover ernannt. 1838 wurde er mit dem Erblandmarschallamt des Fürstentums Lüneburg belehnt.

    Die Zeit seiner Amtsführung war insbesondere durch die schwierigen politischen Verhältnisse gekennzeichnet, welche sich aus der franz. Besetzung ergaben. Dessenungeachtet hat er sich dem Gedeihen des Oberharzer Bergbaus mit großer Hingabe gewidmet.

    1803 hat M. die sog. „Tiefe Wasserstrecke“ im Bereich von Clausthal auffahren lassen, in welche der bereits geplante spätere „Ernst-August-Stollen“ – aufgefahren 1851-64 – einkommen sollte. Bis zu dessen Vollendung wurde diese bis 1835 auf 6570 m Länge aufgefahrene Strecke zum Transport der Erze mit Schiffen zu dem leistungsfähigen Silbersegener Richtschacht benutzt, durch welchen das Roherz nunmehr zu Tage getrieben und der nahegelegenen Aufbereitung zugeführt wurde. Dadurch wurde die beschwerliche und kostspielige Förderung der Roherze aus einer Vielzahl von unregelmäßig tonnlägigen Schächten sowie der umständliche Transport der Roherze mit Fuhrwerken über Tage zu den Aufbereitungen (Pochwerken) zum größten Teil hinfällig. Die 1810 erfolgte Errichtung der Berg- und Hüttenschule in einem besonderen Gebäude am Clausthaler Marktplatz ist M. zu verdanken. Auch die ersten Versuche, bei der Verhüttung der Oberharzer Erze an Stelle von Holzkohle Steinkohlenkoks zu verwenden, gehen auf seine Initiative zurück. 1831 wurde der im Bereich der Grube „Bergwerkswohlfahrt“ bei Clausthal niedergebrachte Schacht nach ihm benannt.

  • Literatur

    H. Dennert, Bergbau u. Hüttenwesen im Harz vom 16. b. z. 19. Jh. …, 1986.

  • Autor/in

    Herbert Dennert
  • Empfohlene Zitierweise

    Dennert, Herbert, "Meding, Franz von" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 600 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116990104.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA